Trotz verdienter Niederlage ein positives Gefühl mitnehmen

Es dauerte ein wenig, bis am Mittwoch (28.11.) nach dem Schlusspfiff die erste Freude über den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der Champions League aufkommen wollte. „Wir wollten ein richtig schönes Auswärtsspiel abliefern. Das ist uns nicht gelungen“, sagt Ralf Fährmann, der bei der 1:3-Niederlage beim FC Porto machtlos war.

Nabil Bentaleb

„Wir müssen uns eingestehen, dass der Gegner es besser gemacht hat als wir. Deshalb ist Porto der verdiente Sieger“, meint der Kapitän der Königsblauen. Naldo ärgert sich, dass „wir das erste und zweite Tor viel zu einfach kassiert haben. In der Champions League werden solche Fehler eiskalt bestraft.“ Christian Heidel erklärt gar, dass die Knappen in den 20 Minuten nach der Pause fast überrollt worden seien. „Wir haben gegen eine richtig gute Mannschaft verdient verloren. Nach diesem Spiel muss man einfach zugeben, dass Porto klar besser war. Hier waren in der Vergangenheit aber auch schon ganz andere Mannschaften unterlegen“, so der Sportvorstand.

Gleichzeitig betont Heidel aber auch, dass Königsblau nicht in eine Depression verfalle, nur weil ein Spiel in der Champions League nicht erfolgreich bestritten wurde. „Wir haben unser Ziel vorzeitig erreicht und stehen im Achtelfinale. Das ist für den FC Schalke 04 extrem wichtig“, sagt der 55-Jährige. „Und wir sind nicht weitergekommen, weil Galatasaray in Moskau nicht gewonnen hat. Wir stehen in der K.o.-Runde, weil wir zuvor selbst acht Punkte geholt haben. Das Erreichen des Achtelfinals ist das Ergebnis aus fünf Spielen und nicht bloß aus einer Partie.“

Viel Verletzungspech in der Offensive

Dass der Einzug in die K.o.-Runde vor dem Anpfiff der eigenen Partie bereits aufgrund der 0:2-Niederlage von Galatasaray Istanbul in Moskau festgestanden hatte, habe keinen Einfluss auf die Begegnung im Estadio do Dragao gehabt. „Das andere Ergebnis hat mich nicht interessiert. Ich habe mich auf unsere Aufgabe konzentriert“, erklärt Naldo. Und auch Heidel meint: „Unsere Mannschaft hat nicht die Eigenschaft, dass sie einen Gang rausnimmt.“

Wir sind nicht weitergekommen, weil Galatasaray in Moskau nicht gewonnen hat. Wir stehen in der K.o.-Runde, weil wir zuvor selbst acht Punkte geholt haben.

Christian Heidel

Ein Grund für die Niederlage sei sicherlich das Verletzungspech in der Offensive. Mark Uth, Breel Embolo und Cedric Teuchert fehlten schon länger verletzt, vor dem Spiel in Porto fiel zudem Guido Burgstaller aus. Der Österreicher klagte über Schmerzen im Bereich der Achillessehne. Während der Partie erwischte es dann auch noch Steven Skrzybski an der Schulter. Eine genaue Diagnose steht noch aus. „Ich bin nicht der Typ, der klagt. Aber man muss sich schon einmal vor Augen halten, dass bei uns gleich fünf Stürmer fehlen“, sagt Heidel und fügt hinzu: „Ich will das nicht als Ausrede verstehen, aber es ist sicherlich eine Erklärung dafür, weshalb wir offensiv wenig stattgefunden haben.“

Rudy trifft auf ehemalige Mitspieler

Letztlich gelte es jetzt aber, das positive Gefühl mitzunehmen. „Wir stehen in der Runde der besten 16 Mannschaften Europas. Das ist eine großartige Sache für den Verein. Darauf sind wir stolz“, unterstreicht Fährmann, dem mit seiner Mannschaft am Samstag (1.12.) bei der TSG 1899 Hoffenheim erneut eine knifflige Aufgabe bevorsteht. „Hoffenheim ist gerade offensiv sehr stark. Wir werden uns aber gut auf die TSG vorbereiten und haben das Ziel, dort zu gewinnen“, verspricht Naldo.

Die Partie in der Rhein-Neckar-Arena wird vor allem für Sebastian Rudy eine ganz besondere. Der Mittelfeldmann bestritt zwischen 2010 und 2017 insgesamt 195 Bundesligaspiele für die Kraichgauer. „Ich freue mich, an meine alte Wirkungsstätte zurückzukehren und viele bekannte Gesichter zu sehen. Die sieben Jahre in Hoffenheim waren eine tolle Zeit für mich“, sagt der deutsche Nationalspieler. „Mein Ziel ist es, als Sieger vom Feld zu gehen. Dass das nicht einfach wird, wissen wir. Aber ich glaube an uns!“

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