Frank Baumann: Wir beschäftigen uns intensiv mit der Zukunft des Frauen- und Mädchenfußballs

Premiere für Königsblau: Am Sonntag (27.9., 13 Uhr) trifft Team I in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals auf die SGS Essen. Vor dem Duell mit dem Zweitligisten spricht Frank Baumann, Vorstand Sport, mit schalke04.de über die anstehende Pokal-Premiere, den Status quo und die zukünftige Ausrichtung der S04-Frauen. Seit dieser Saison liegt die sportliche und strategische Verantwortung der Abteilung Fußball der Frauen bei dem 50-Jährigen.

Frank Baumann lächelt an der Kamera vorbei

Frank, das Pokalspiel gegen die SGS Essen ist ein sportlicher Höhepunkt für Team I. Welche Bedeutung haben solche Spiele für die Entwicklung der Abteilung? 
Die Partie gegen die SGS Essen ist sicherlich ein Meilenstein und auch ein Stück weit historisch für den Fußball der Frauen auf Schalke. Dass wir ein solches Spiel am Sonntag bestreiten, zeigt auch, welchen Weg wir in den vergangenen Jahren genommen hat und welchen Stellenwert die Abteilung inzwischen im Verein hat. Es ist ein schöner Erfolg nach sechs Jahren intensiver Arbeit von Boris Liebing und dem gesamten Team um Trainer Stefan Colmsee sowie der Unterstützung durch Christina Rühl-Hamers. Auch sportlich läuft es derzeit sehr gut: In der Regionalliga hat Team I als Aufsteiger zuletzt vier Siege und ein Unentschieden geholt und hat den Sprung in die Spitzengruppe geschafft. Ich wünsche unseren Frauen am Sonntagnachmittag den bestmöglichen Erfolg. Es wäre überragend, wenn sie eine Runde weiterkommen und damit die bisherige Arbeit noch einmal unterstreichen können. 
 
Der FC Schalke 04 möchte seine Frauen- und Mädchenmannschaften langfristig weiter im Verein etablieren. Welche Möglichkeiten bietet der Verein den Teams? 
Im Kern geht es darum, die Abteilung noch tiefer im Verein zu verankern und den Fußball der Frauen in unserer Stadt weiter zu fördern. Dafür braucht es ein klares Zielbild. Wir werden in dieser Saison einen strategischen Prozess durchführen, in dem wir uns intensiv mit der zukünftigen Ausrichtung beschäftigen werden. Wir werden viele Gespräche führen und verschiedene Möglichkeiten evaluieren. Wo kann und will der Verein hin und was ist mit den gegebenen finanziellen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen realistisch? Der Prozess ist komplex, aber hochspannend und super wertvoll für den Verein. .  
 
Wenn Du auf die kommenden Jahre blickst: Welche Entwicklungen innerhalb der Abteilung Fußball der Frauen möchtest Du besonders vorantreiben? 
Für mich geht es in den nächsten Jahren darum, die Abteilung insgesamt zukunftsfähig weiterzuentwickeln und dabei die richtigen Prioritäten zu setzen. Deshalb beschäftigen wir uns aktuell so intensiv mit den Strukturen und den Möglichkeiten, die wir als Verein haben. Wir müssen dabei realistisch bleiben, aber gleichzeitig auch ambitioniert sein. Mir ist wichtig, dass wir Entscheidungen nicht kurzfristig treffen, sondern nachhaltig und langfristig denken.  
 
Woran sollen die Fans in einigen Jahren erkennen, dass sich der Fußball der Frauen erfolgreich weiterentwickelt hat? 
Ich glaube, man würde es vor allem daran merken, dass der Frauen- und Mädchenfußball noch selbstverständlicher dazugehört und wir die Sichtbarkeit deutlich erhöht haben – auf Schalke und in Gelsenkirchen. Natürlich wollen wir uns sportlich weiterentwickeln, aber es geht auch um verbesserte Bedingungen und professionellere Strukturen. Den Austausch zwischen den Fußball-Abteilungen werden wir weiter stärken, weil alle davon profitieren. Dieser Wissensaustausch ist von großer Bedeutung. Wenn wir da in den nächsten Jahren Schritt für Schritt vorankommen und unsere Mannschaften sich gut entwickeln, werden das auch unsere Fans sehen.