Abdul Rahman Baba: Die Kraft ist wieder da

Nach über drei Monaten ohne Pflichtspiel war die Freude über den Saisonauftakt bei den Königsblauen entsprechend groß. Einer von ihnen dürfte der ersten Runde im DFB-Pokal beim 1. FC Schweinfurt 05 allerdings noch stärker entgegengefiebert haben, war seine Leidenszeit doch deutlich länger als die seiner Teamkollegen.

Den 20. Dezember 2016 werden die meisten Schalker inzwischen erfolgreich verdrängt haben, schließlich verlief jener Tag für die Knappen wenig erfreulich. Bei Abdul Rahman Baba dürfte die Partie beim Hamburger SV dagegen noch präsent sein. Er stand dort letztmals zu Beginn eines Pflichtspielsim Vereinsfußball auf dem Rasen – bis zum Pokalspiel in Schweinfurt. Nachdem der Abwehrmann am letzten Spieltag der Vorsaison gegen Eintracht Frankfurt bereits für 33 Minuten sein Comeback gefeiert hatte, kehrte er nun – 605 Tage nach der Partie beim HSV – wieder in die Startelf zurück.

Trainingseifer wird belohnt

„Ich habe mich gut gefühlt“, sagt der Ghanaer nach seinem 23. Pflichtspieleinsatz für den S04. Auf dieses Gefühl musste er monatelang verzichten. Seine erste Zeit auf Schalke endete 2017 aufgrund einer beim Afrika-Cup erlittenen Knieverletzung vorzeitig. Ein Jahr später liehen die Königsblauen ihn erneut vom FC Chelsea aus. Stück für Stück kämpfte sich Baba an die Mannschaft heran – mit Erfolg: „Ich bin wieder bei 100 Prozent, die Kraft ist wieder da“, freut er sich über seine Rückkehr, „durch Spielpraxis findet man seine Stärke schnell wieder.“

Durch Spielpraxis findet man seine Stärke schnell wieder.

Abdul Rahman Baba

Dies konnte er gegen die „Schnüdel“ eindrucksvoll unter Beweis stellen. Mit 88 Prozent gewonnenen Zweikämpfen trug der 24-Jährige dazu bei, dass der mutig agierende Regionalligist nur zu wenigen Chancen kam. „Jeder Gegner macht es uns schwer, für Schalke gibt es keine einfachen Spiele“, war er von dem forschen Auftreten der Gastgeber nicht überrascht. Entsprechend groß war der Jubel über das Elfmetertor von Nabil Bentaleb in der 24. Minute und erst recht über das 2:0 durch einen abgefälschten Kopfball von Matija Nastasic (75.), das letztlich die Vorentscheidung bedeutete.

Fokus rückt auf den Bundesligastart

Wie schon im Vorjahr starten die Knappen also mit einem 2:0 bei einem Regionalligisten in die Saison. Ob es wie damals nach dem Erfolg über den BFC Dynamo erneut bis ins Halbfinale oder sogar noch weiter geht, beschäftigt Baba erst einmal nicht. Schließlich steht die zweite Pokalrunde, die am nächsten Sonntag (26.8.) ausgelost wird, erst Ende Oktober auf dem Plan. Nun wartet der Ligaauftakt beim VfL Wolfsburg. „Die Bundesliga ist ein anderer Wettbewerb, auf den wir uns jetzt konzentrieren müssen“, erklärt der ghanaische Nationalspieler, „ich denke, wir sind bereit für Wolfsburg.“

Dass der S04 mit Hamza Mendyl auf der Linksverteidigerposition personell noch einmal nachgelegt hat, beunruhigt den Defensivakteur keineswegs: „Wir haben viele Spiele und brauchen einen guten Kader. Natürlich möchte jeder spielen, aber manchmal braucht der Körper auch mal eine Pause.“ Daher freue er sich bereits, den Marokkaner kennenzulernen. Baba: „Wir werden hart arbeiten und dann wird unser Trainer die beste Aufstellung finden. Er weiß genau, was gut ist für die Mannschaft.“

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