Bisherige Duelle im Pokal: Von 6:0 bis 0:6 war alles dabei

Königsblau hat in Pokalspielen gegen Eintracht Frankfurt nicht immer gut ausgesehen. Das jüngste Duell endete gar desaströs. Der Schalker Kreisel blickt zurück.

Mike Hanke

2. Runde 1942: FC Schalke 04 - Eintracht Frankfurt 6:0

Auf dem Weg ins Endspiel ist Eintracht Frankfurt keine große Hürde. Gegen den legendären „Schalker Kreisel“ haben die Hessen nicht den Hauch einer Chance und unterliegen nach einem Doppelpack von Ernst Kuzorra sowie Treffern von Hermann Eppenhoff, Ernst Kalwitzki, Herbert Burdenski und Heinz Kempen mit 0:6. Trotzdem reicht es am Ende für die Knappen nicht zum ganz großen Wurf. Im Finale in Berlin hat die in diesem Jahrzehnt so erfolgreiche Elf mit 0:2 gegen den TSV 1860 München das Nachsehen.

Viertelfinale 1963/1964: Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 2:1

Nach enttäuschender erster Bundesliga-Saison (Rang 8) zerbröselt am Main die zweite Titelchance. Die Aussicht auf den Europapokal-Einzug treibt die Gastgeber zu einem beherzten Auftritt. Herausragend: Wilhelm Huberts, der beide Eintracht- Treffer erzielt und den zwischenzeitlichen Ausgleich von Waldemar Gerhardt entwertet. „Von Teamgeist keine Spur“, zerreißt die Presse Schalkes kriselndes Ensemble. Frankfurts Pokalreise dagegen endet erst im Stuttgarter Neckarstadion bei der 0:2-Finalpleite gegen den TSV 1860 München.

Achtelfinale 1964/1965: Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 1:2

Rund acht Monate später stecken die Knappen im Schlamassel. Das Bundesliga-Schlusslicht muss den Pokal ernst nehmen, weil die leere Kasse nach jedem Pfennig lechzt. Umso größer ist die Entkrampfung, nachdem Schalke die desaströse Nachkriegsbilanz gegen Frankfurt durch Treffer von Günter Herrmann und Waldemar Gerhardt korrigiert hat. Doch die Saison bleibt arg beschwerlich. Im Pokal setzt Alemannia Aachen im Halbfinale das Stoppzeichen (3:4 n. V.), in der Meisterschaft klebt der S04 am Tabellenende – und entgeht dem Abstieg nur deshalb, weil die Bundesliga nach wochenlangem Hickhack auf 18 Vereine aufgestockt wird.

Achtelfinale 1976/1977: FC Schalke 04 - Eintracht Frankfurt 2:2 n.V. | 3:4

120 Minuten Pokalfight – und kein Sieger: Als es noch kein Elfmeterschießen gibt, führen die Gastgeber durch Klaus Fichtel und Rüdiger Abramczik verdient, ehe Roland Weidle und Gert Trinklein ausgleichen. Immerhin: Die Zukunft schimmert wieder königsblau. Denn die Nachwehen des Bundesliga-Skandals enden Mitte Januar mit den letzten Sperren von Klaus Fischer, Rolf Rüssmann, Jürgen Sobieray und Herbert Lütkebohmert, denen ihr Meineid ein neuerliches vierwöchiges Spielverbot eingebrockt hat. Im Wiederholungsspiel in Frankfurt liegt das Team allerdings schnell mit 0:3 hinten. Branko Oblak und Rüssmann verkürzen. Das 2:4 kontert Fischer und leitet eine packende Schlussphase ein, in der die Gäste aber vergeblich anrennen.

3. Runde 1977/1978: FC Schalke 04 - Eintracht Frankfurt 1:0

Die Chance zur Revanche nutzt der S04 im dritten Pokalduell mit der Eintracht im Jahr 1977, jedoch nicht, ohne die Nerven der 35.000 Zuschauer im Parkstadion zu strapazieren. Der Ball touchiert einmal den Pfosten, gar viermal die Latte, ehe Klaus Fischer acht Minuten vor Schluss endlich das Siegtor gelingt. „In dieser Form holen wir den Pokal“, orakelt Manager Emil Östreicher. Doch im Viertelfinale grätscht Fortuna Düsseldorf dazwischen (0:1).

1. Runde 1987/1988: Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 3:2

„Beschiss!“ Toni Schumacher ist nach dem Aus kaum zu bändigen. Beim Frankfurter 3:2 durch Ralf Balzis sei der Ball nicht hinter der Linie gewesen. TV-Bilder widerlegen jedoch die Einschätzung des Schlussmanns. Zweiter königsblauer Hauptdarsteller: Olaf Thon, der die Eintracht-Führung durch Andreas Möller und Frank Schulz per Doppelschlag ausgeglichen hatte. Am Ende aber siegen Wut, Enttäuschung und Frankfurt. Passend zur gesamten Saison, die Schalke zum dritten Mal binnen sieben Jahren in die Zweite Liga führt. Bei den Hessen dagegen steigt die Pokalsause nach dem 1:0-Finalsieg gegen den VfL Bochum.

Achtelfinale 2004/2005: Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 0:2

Angeschlagener Zweitligist gegen Bundesliga-Überflieger: Das ungleiche Duell verläuft spannender als erwartet, letztlich aber setzen sich die Knappen nach einem Eigentor von Markus Husterer und Mike Hankes Jokertreffer verdient durch. Für Chef-Trainer Ralf Rangnick, der Jupp Heynckes gefolgt war, der neunte Sieg im zehnten Spiel. Auch in den folgenden Monaten bleibt die Laune prächtig, das Team um Spielmacher Lincoln stürmt in die Champions League und ins Pokalfinale, das mit 1:2 knapp an Bayern München geht.

2. Runde 2005/2006: Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 6:0

„Trümmerhaufen“, urteilt die Presse nach dem Debakel beim Aufsteiger, der seinen fünften Pokalsieg mit der 0:1-Finalniederlage gegen Bayern München später nur knapp verpassen wird. „In der letzten halben Stunde haben wir wie Kleinkinder gespielt“, tobt Rangnick, dessen erste S04-Amtszeit noch vor der Winterpause endet. Mirko Slomka führt Schalke wieder in die Spur Richtung UEFA Cup.

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