Ein emotionaler Sieg an einem emotionalen Abend

Selten rückte das Sportliche bei einem Pflichtspiel des FC Schalke 04 vor dem Anpfiff so sehr in den Hintergrund wie beim DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Fortuna Düsseldorf am Mittwoch (6.2.). Die Meldung über den Tod Rudi Assauers war ein Schock für jeden Schalke-Fan. Umso beeindruckender war die Stimmung der königsblauen Fans, die ihr Team zum 4:1-Erfolg peitschten. Getreu dem Motto: Diesen Sieg holen wir für Rudi!

„Es war natürlich sehr emotional“, berichtet Bastian Oczipka, der den ehemaligen S04-Manager zwar nicht persönlich kennengelernt hatte, aber dem die Bedeutung dieser Person für den Club bewusst ist. „Ich weiß, was für einen Wert er für den Verein hat, deswegen trifft einen das auch“, lässt der Linksverteidiger einen Einblick in sein Seelenleben zu.

Rudi Assauer war eine herausragende Person im deutschen Fußballgeschäft.

Christian Heidel

Auch für Sportvorstand Christian Heidel war Assauer, der am Mittwochnachmittag nach langer, schwerer Krankheit verstarb, eine „herausragende Person im deutschen Fußballgeschäft“. Er habe ihn 1993 bei einem Spiel in Oldenburg kennengelernt, berichtet Heidel. „Wir haben uns auch mal gefetzt, uns aber gegenseitig geschätzt. Wenn man über Schalke spricht, fällt immer auch der Name Rudi Assauer“, spricht Heidel seine Wertschätzung für den Mann mit der Zigarre aus.

Die Nachricht vom Tode Assauers erreichte die Mannschaft auf dem Weg in die Kabine. „Uns allen ist bewusst, welche Bedeutung diese Person für diesen Verein hatte. Dementsprechend waren wir sehr getroffen“, verrät Chef-Trainer Domenico Tedesco.

Kutucu erfüllt sich einen Kindheitstraum

Umso beeindruckender war das, was in der Folge auf dem Platz gegen Fortuna Düsseldorf passierte. Die Knappen starteten schwungvoll ins Match und belohnten sich nach 30 Minuten mit der 1:0-Führung. Ahmed Kutucu erzielte per Traumtor seinen ersten Treffer in der VELTINS-Arena. „Als die Fans beim Jubel ausgerastet sind, habe ich sogar ein paar Tränen in den Augen gehabt, es war einfach ein unglaubliches Gefühl“, beschreibt der 18-Jährige, für den ein Kindheitstraum in Erfüllung ging, den wohl größten Moment seiner noch ganz jungen Karriere. „Es war immer mein Ziel, einmal in der VELTINS-Arena aufzulaufen und hier ein Tor zu erzielen.“

Durch einen Doppelschlag nach der Pause mit Toren von Salif Sané und Mark Uth schien das Match frühzeitig entschieden. Doch mit der komfortablen Führung im Rücken schlichen sich vermehrt Fehler ein, was Domenico Tedesco verständlicherweise gar nicht gefiel. „Wir hatten keinen Zugriff und haben nicht nach vorne verteidigt. Folgerichtig haben wir in Form eines Gegentores die Quittung bekommen“, bemängelt der Chef-Trainer. Mit dem Gegentreffer durch Rouwen Hennings 20 Minuten vor dem Ende kam plötzlich noch einmal Spannung in der VELTINS-Arena auf. Erst Salif Sané mit seinem Kopfball-Tor zum 4:1 kurz vor dem Ende beruhigte die Nerven aller, die es mit den Königsblauen halten.

Oczipka ärgert sich über Nachlässigkeiten

Ähnlich wie Tedesco bewertet Oczipka die 90 Minuten gegen die Fortuna. „Hundertprozentig zufrieden mit dem Spiel bin ich nicht“, sagt der 30-Jährige. „Wir wurden sowohl nach dem 1:0 als auch nach dem 3:0 zu passiv, Düsseldorf hätte fast das 2:3 gemacht und dann kann es auch noch richtig schwierig für uns werden. Das müssen wir einfach besser ausspielen.“

Dennoch: Der letztlich klare Erfolg gegen die Fortuna dürfte den Knappen neues Selbstvertrauen für die kommende Aufgabe am Samstag (9.2., 18.30 Uhr) bei Bayern München geben. „Am Samstag wird es ein ganz anderes Spiel“, weiß Oczipka zwar, sieht aber Chancen auf eine Überraschung, da die Münchner „nicht in ihrer sensationellsten Verfassung“ seien. „Im Hinspiel haben die Bayern uns klar dominiert, jetzt wollen wir dort ein anderes Gesicht zeigen.“

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