Nervenstärke, ein wenig Glück – aber auch ein Manko

Es war intensiv und dramatisch – und am Ende hatte der S04 auch das Glück ein wenig auf seiner Seite. Mit 7:6 nach Elfmeterschießen haben sich die Königsblauen am Mittwoch (31.10.) in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim 1. FC Köln durchgesetzt. Alexander Nübel freute sich auf die Entscheidung vom Punkt, Christian Heidel hofft nun auf einen Schub für die kommenden Spiele in der Bundesliga.

„Dieses Spiel kann natürlich etwas freisetzen und uns einen Push geben“, sagt Heidel im Anschluss an den Pokalfight im Kölner RheinEnergieSTADION. Wie die meisten Beobachter sah der Schalker Sportvorstand eine ausgeglichene Partie. „Köln hat das sehr gut gemacht“, lobt Heidel den Zweitliga-Spitzenreiter und ergänzt: „Am Ende hatten wir dann das Glück auf unserer Seite.“

Uth erst glücklich, dann nervenstark

Glücklich auch deshalb, weil der bereits mit einer Gelben Karte bedachte Mark Uth in der Verlängerung ein Handspiel beging, das eine Hinausstellung von Schiedsrichter Harm Osmers zur Folge hätte haben können. „Ich hatte gar nicht mehr auf dem Schirm, dass ich bereits die Gelbe Karte gesehen hatte“, erklärt Uth. „Nach dem Handspiel hätte ich mich nicht über einen Platzverweis beschweren können“, weiß der Nationalspieler.

Ausgerechnet Uth war es dann auch, der den siebten und letztlich entscheidenden Elfmeter für die Knappen verwandelte. „Mein erstes Tor für Schalke habe ich mir natürlich etwas anders vorgestellt“, sagt der gebürtige Kölner mit einem Schmunzeln im Gesicht. „Aber es ist schön, dass ich der Mannschaft heute helfen konnte.“

Nübel mit der richtigen Vorahnung

Hilfreich war auch die Parade von Alexander Nübel, der gleich den ersten Versuch der Gastgeber durch den Ex-Schalker Marco Höger abwehrte. „Wie Marco Höger seine Elfmeter schießt, kannte ich noch aus dem gemeinsamen Training mit ihm“, verrät der Schalker Keeper. „Daher konnte ich bei ihm erahnen, wo der Ball hingeht.“ Angespannt war der Schlussmann, der 120 Minuten lang fehlerfrei agierte, vor dem ultimativen Showdown nicht – im Gegenteil. „Jeder Torwart freut sich natürlich, wenn es Elfmeterschießen gibt“, sagt Nübel abgeklärt.

Wir haben zwei exzellente Torhüter.

Christian Heidel

Viermal vertrat der 22-Jährige den verletzten Kapitän Ralf Fährmann, viermal überzeugte er. „Alexander Nübels Leistung überrascht uns nicht, da wir den Jungen jeden Tag im Training sehen“, sagt Heidel. „Es ist extrem wichtig, zwei gute Torhüter zu haben. Und wir haben zwei exzellente Torhüter“, so der Sportvorstand. Heidel ist zuversichtlich, dass sein Team durch den Erfolg in Köln neuen Mut schöpft und weitere Kräfte freisetzt, um nun in der Bundesliga Schritt für Schritt aus der unteren Tabellenregion herauszukommen.

Tedesco: Die Konter besser ausspielen

Damit dies so schnell wie möglich gelingt, soll das kommende Bundesligaspiel gegen Hannover 96 gewonnen werden, das am Samstag (3.11.) um 15.30 Uhr in der VELTINS-Arena angepfiffen wird. Chef-Trainer Domenico Tedesco hofft, dass in dieser Partie ein Makel abgestellt wird, der auch in Köln zum Vorschein trat. „Was wir heute sehr schlecht gemacht haben, war das Ausspielen von Kontersituationen. Wenn wir das besser machen, können wir auch mal drei, vier Tore erzielen“, weiß der 33-Jährige. In diese Kerbe schlägt auch Mark Uth: „Wir haben die Konter nicht gut ausgespielt und den letzten Pass oft nicht angebracht, das müssen wir künftig besser machen.“

Dass die Königsblauen auf dem richtigen Weg sind, davon sind Spieler und Verantwortliche überzeugt. „Wir haben gekämpft und Leidenschaft auf den Platz gebracht, dafür steht Schalke. Das waren auch die Tugenden der erfolgreichen letzten Saison“, sagt beispielsweise Alexander Nübel. „Jetzt sind wir wieder auf dem Weg dahin und werden deshalb auf langer Strecke die Punkte einfahren“, ist der S04-Keeper überzeugt. Gerne bereits am kommenden Samstag.

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