Königsblauer Punkt in einem roten Meer

Manchmal muss man auch ein bisschen Glück im Leben haben. Lim Ying hatte es im Herbst 2008. Sie stellte den Sportsender an und sah ein Spiel der Königsblauen. „Ich war fasziniert von den Toren und den Schalker Angriffen“, erzählt die heute 16-Jährige. Ihre ganze Familie ist fußballbegeistert. „Aber ich bin mittlerweile wohl am verrücktesten“, betont die Schülerin.

Nach dem Fernseh-Erlebnis mit den Knappen wollte Lim mehr über diesen weit entfernten Verein herausfinden. Obwohl Fußball in Singapur eine große Sache ist, spielt die Bundesliga nur eine Nebenrolle. Der S04 ist den Menschen zwar ein Begriff, aber sie schalten lieber die englische Premier League ein. „Ich bin in unserer Familie ein blauer Punkt in einem roten Meer“, fasst Lim die Verhältnisse zusammen – alle ihre Verwandten stehen auf Manchester United.

Doch der Teenager ist beeindruckt von der Schalker Geschichte. „Das hat den Verein für mich noch interessanter gemacht“, erklärt Lim. Sie verfolgt fast alle Spiele im Fernsehen, wegen der siebenstündigen Zeitverschiebung meist abends um 22.30 Uhr oder gar mitten in der Nacht. „Ich kann mich an alle Schalker Tore und Highlights aus dieser Saison erinnern.“

Ihre Lieblingsspieler hießen am Anfang Manuel Neuer, Raul und Jefferson Farfan. Mittlerweile haben Julian Draxler und der Hunter ihnen den Rang abgelaufen. Auch Weltmeister Benedikt Höwedes steht bei Lim hoch im Kurs. „Er ist ein toller Kapitän. Mir gefällt, dass er schon so lange bei Schalke ist und immer mit voller Leidenschaft spielt.“

Für die Schülerin ist es ein großer Traum, irgendwann einmal in der VELTINS-Arena zu stehen. „Ich möchte diese unglaubliche Atmosphäre spüren. Ich habe so viel über die großartigen Schalker Fans gelesen. Das muss unglaublich sein“, meint sie. Aber sie möchte auch live dabei sein, um sich das Stadion ganz genau anzuschauen. Lim würde nämlich gerne Architektin werden. „Ich bewundere schöne Gebäude. Ich würde später gerne selbst an einem tollen Bau beteiligt sein. Am liebsten bei einem Fußball-Stadion.“

Obwohl sie noch nie in Deutschland war, ist sie ein Fan der deutschen Küche. „Am liebsten mag ich die Bratwurst. Wir haben hier in Singapur einige deutsche Restaurants, in die ich gehe, wenn ich mal wieder Sehnsucht nach einer Bratwurst habe.“ Dabei ist die Küche in Singapur vom Feinsten. Typisch für die Shopping-Stadt ist das Gericht Char Kway Teow – gebratene Reisnudeln mit Sojasoße, Chili und anderen Zutaten.

In Singapur gibt es für jeden Geschmack das richtige Restaurant. Die Stadt ist international und vereint sämtliche Kulturen auf einem kleinen Fleckchen Erde südlich von Malaysia. „Die vielen Menschen aus allen Teilen der Welt machen Singapur zu einer einzigartigen Stadt. Die Integration klappt sehr gut“, berichtet Lim. Das Leben im asiatischen Stadtstaat verläuft stets im Vollgas-Modus. „Alle Leute sind immer gestresst, aber das gehört wohl zu einem wirtschaftsstarken und effizienten Land dazu.“

Die 16-Jährige ist jedenfalls nicht das typische asiatische Mädchen. Lim spielt Fußball – was in ihrem Kulturkreis extrem ungewöhnlich ist. In der Schule spielen sie in gemischten Mannschaften. Lim war am Anfang im Tor, spielt aber mittlerweile im Angriff oder im Mittelfeld. Aus gutem Grund: „Ich muss zugeben, dass ich nicht den besten Schuss habe. Dafür sind meine Pässe ganz gut.“ Und bestens bleibt ihre Treue zu Königsblau, unabhängig von Ergebnissen: „Meine Leidenschaft für Schalke ist unsterblich. Ganz egal, was passiert.“

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