Mein Heimspiel: Ben Boensmas „erstes Mal“ war ein 5:1 gegen die Bayern

Neue Saison, neue Rubrik: Ab sofort stellt schalke04.de vor jeder Bundesliga-Partie in der VELTINS-Arena in „Mein Heimspiel“ einen Fan vor, der von seiner Anreise, seinen Ritualen am Spieltag und seinem königsblauen Leben berichtet. Den Auftakt mach Ben Boensma aus Enschede. Der 40-Jährige reist stets aus den Niederlanden an, um den Knappen die Daumen zu drücken.

Meine Anreise:

Ich fahre immer mit dem Bus aus Enschede nach Gelsenkirchen. Los geht’s stets fünf Stunden vor Spielbeginn. Organisiert werden die Fahrten vom Fanclub „Blau und Weiss Enschede“. Die Touren sind sehr unterhaltsam. Wir spielen immer Bingo. Dabei kann man verschiedene Preise gewinnen. Der Hauptpreis ist die einzigartige „Blau und Weiss-Wanduhr“. Um uns für den Stadionbesuch zu stärken, werden nicht nur Getränke ausgeschenkt. Während einer Pause gibt es immer Käse, Wurst und Fleischbällchen.

Letzter Stopp ist stets die Schalker Meile. Dort trinken wir in der Fankneipe gemeinsam mit anderen Fans ein Bierchen. Im Laufe der Jahre habe ich dort viele nette Menschen getroffen, was dazu geführt hat, dass Schalke-Fans aus Paderborn, Hamburg oder Braunschweig für ein Wochenende zu mir nach Enschede gekommen sind, um ein Heimspiel des FC Twente zu erleben.

Mein Ritual am Spieltag:

Ich trage immer das gleiche Trikot. Bevor wir losfahren, höre ich zu Hause noch einige Schalke-Songs auf YouTube, um mich einzustimmen. Das mache ich schon seit vielen Jahren.

Mein Stammplatz in der VELTINS-Arena:

Mein Lieblingsort im Stadion ist die Nordkurve. Es gibt nichts Besseres, als Schalke gemeinsam zum Sieg zu singen. Wenn mein neunjähriger Sohn dabei ist, finde ich gut, dass er ganz vorne stehen kann, um den Fußball zu genießen.

Mein königsblauer Moment:

Das erste Mal auf Schalke war ich im Januar 2002 gegen Bayern München. Es war ein unglaubliches Spiel, am Ende stand ein 5:1-Sieg auf dem Videowürfel. Die Karte hatte ich von einem Freund bekommen, der keine Zeit hatte. Dumm gelaufen für ihn (lacht). Ich bin dann mit drei Fans aus Emmerich, die ich vorher nicht kannte, nach Gelsenkirchen gefahren. Als der vierte Schalker Treffer fiel, sang ich „Einer geht noch, einer geht noch rein“. Und dann fiel tatsächlich noch das 5:1 – ausgerechnet durch meinen Landsmann Niels Oude-Kamphuis, der zuvor für den FC Twente am Ball war. Es war einfach ein perfekter Nachmittag.

Als der vierte Schalker Treffer fiel, sang ich „Einer geht noch, einer geht noch rein“. Und dann fiel tatsächlich noch das 5:1.

Ben Boensma

Beim 4:4 im November 2017 in der verbotenen Stadt war ich auch live dabei. Nach einer halben Stunde war ich ziemlich niedergeschlagen. In der Pause gingen ein paar Fans neben mir nach Hause. Das kam für mich aber nicht in Frage. Was dann ab der 60. Minute passierte, werde ich niemals vergessen. Es wurde eine große Party. Der Weg zum Bus nach dem Spiel war eine nicht enden wollende Polonaise.

Meine kurioseste königsblaue Anekdote:

Ich habe vor Champions-League-Spiel gegen die PSV Eindhoven in der Straßenbahn einen Portugiesen getroffen, der mir erzählte, er sei von der FIFA. Als er merkte, dass ich Niederländer bin, verriet er mir ein Geheimnis: am Ende jener Saison sollte Guus Hiddink die PSV als Trainer verlassen, und sein Nachfolger stünde auch schon fest: Ronald Koeman, der Coach von Benfica Lissabon. Mein Kumpel und ich dachten, der Mann will uns veräppeln. Am Ende der Saison kam es aber tatsächlich so. So habe ich auf dem Weg zur VELTINS-Arena eine exklusive Nachricht erhalten, die ich lange nicht ernst genommen hatte.

Mein Lieblingsspieler:

Als Niederländer bin ich natürlich stolz auf die Verdienste von Huub Stevens sowie auf Youri Mulder und Klaas-Jan Huntelaar, die bei den Fans sehr beliebt waren und noch immer sind. Einen konkreten Lieblingsspieler habe ich aber nicht. Ich finde es gut, dass Schalke auf die Jugend setzt und schon viele große Spieler herausgebracht hat. Hoffentlich bleiben diese künftig dem Verein lange erhalten. Leroy Sané hätte ich gerne noch viele Jahre auf Schalke gesehen.

Mein Schalke:

Mitglied bin ich seit 2014, gemeinsam mit meinem ältesten Sohn. Mein jüngster Sohn ist auch Schalker. Ihn haben wir direkt nach seiner Geburt auf Schalke angemeldet – noch bevor er bei der Gemeinde Enschede registriert wurde! Meine Kinder lieben den Verein genauso wie ich. Wenn wir nicht im Stadion sein können, fiebern wir zu Hause vor dem Fernseher mit. In meiner Umgebung weiß jeder, dass ich ein Schalke-Fan bin. Das sieht man an meinem Auto, meiner Haustür und auch zu Weihnachten. Dann ist der Weihnachtsbaum in blau und weiß geschmückt.

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