Mein Heimspiel: Philipp Sporckmann traf zufällig einen Weltmeister

Philipp Sporckmann verfolgt die Spiele der Knappen stets aus der Nordkurve. Dort wird er auch gegen Fortuna Düsseldorf 90 Minuten lang alles geben, um seine Mannschaft anzufeuern. Auf schalke04.de stellt sich der 21-jährige Fan aus Bottrop vor.

Meine Anreise:

Meine Anreise dauert nicht allzu lang. Ich fahre trotzdem immer drei Stunden vor Anpfiff los – und zwar mit meinem Kollegen Maddin mit dem Bus (SB91) von Bottrop nach Gelsenkirchen. Auf dem Weg treffen wir meistens bekannte Gesichter und trinken das eine oder andere Bierchen. Grundsätzlich sind wir zwei Stunden vor Anpfiff an der VELTINS-Arena.

Mein Ritual am Spieltag:

Ich trage an Spieltagen immer Trikot, eine bestimmte Jogginghose und meine Stadionschuhe, die auch schon ein paar Auswärtsspiele gesehen haben und dementsprechend aussehen. Die zwei Stunden vor Anpfiff verbringen Martin und ich mit dem Blauen Brief, Bier und dem Schalker Kreisel. Da wir immer an der gleichen Stelle stehen, kommen nach und nach unsere Kollegen, die wir so ziemlich alle durch unsere Plätze in der Kurve kennen, zu uns. Dann quatschen wir gemeinsam über alles, was uns so in den Sinn kommt und tippen vor Anpfiff noch das Ergebnis der folgenden 90 Minuten. Kurz vor Anpfiff schalte ich dann mein Handy aus. Nach dem Spiel verweilen wir meistens noch ein wenig im Stadion und holen uns noch eine Currywurst und/oder ein Bierchen, ehe es dann mit dem SB91 wieder nach Hause geht.

Mein Stammplatz in der VELTINS-Arena:

Ich stehe immer in der Nordkurve im Block N4 in der Reihe 20 direkt hinterm Tor. Für mich ist das der beste Platz im ganzen Stadion! Klar, direkt hinterm Tor kommt es nicht selten vor, dass man dank Fahnen und Doppelhaltern nicht alles vom Spiel mitkriegt, aber dafür ist die Stimmung dort super. Und wenn die Fahnen mal ruhen, hat man auch eine super Sicht übers Spielfeld. Außerdem habe ich an diesem Platz inzwischen schon mehrere Freunde kennengelernt.

Mein königsblauer Moment:

Da gibt es so einige. Das 3:2 gegen Ajax Amsterdam, bei dem im Europa-League-Viertelfinale 2017 Himmel und Hölle nah beieinander lagen, das 2:0 im Derby vor zwei Jahren, als ich meinem Kollegen beim 1:0 vor Freude das Trommelfell zerschrieen habe, jedes Freitagsspiel, wenn das Licht für das Steigerlied ausgeht. Aber ich glaube, das beeindruckendste war der Abschied vom Bergbau letztes Jahr gegen Leverkusen. Auch wenn man das Spiel vergessen konnte, war es ein unbeschreiblich emotionaler Abend. Auswärts sind mir das DFB-Pokalspiel in Sandhausen und das Bundesligaspiel letztes Jahr gegen Hannover am meisten im Gedächtnis geblieben, alleine wegen der Masse an Schalkern, welche beide Stadien komplett eingenommen haben.

Meine kurioseste Anekdote:

Ich habe mich in den Ferien 2014 auf mein Fahrrad geschwungen, um Karten für ein Testspiel an der Geschäftsstelle zu kaufen. Nachdem ich die Tickets in der Tasche hatte, bin ich noch ein wenig über das Vereinsgelände spaziert. Auf dem Trainingsplatz habe ich dann einen frischgebackenen Weltmeister gesehen! Benedikt Höwedes drehte nach seinem Urlaub allein einige Runden. Außer unserem damaligen Kapitän und mir war niemand am Platz, was ihn scheinbar dazu bewegte, die nächste Runde zu mir an die Bande zu laufen und ein paar Worte mit mir zu wechseln. Das Gespräch dauerte nicht sonderlich lang, dennoch fuhr mein 16-jähriges Ich sehr glücklich nach Hause.

Mein Schalke:

Am 5. Februar 2005 beim 2:2 in der Nachspielzeit gegen Hansa Rostock ist es um mich geschehen. Warum genau, weiß ich gar nicht mehr so genau, ich habe noch nicht einmal die ganze Zusammenfassung in der Sportschau mitbekommen. Das Einzige, woran ich mich von diesem Spiel erinnern kann, ist das 2:2 von Ailton! Seit dem 3. Dezember 2013 bin ich auch offiziell Mitglied im geilsten Club der Welt. Mein Schalke sind die Kollegen, mit denen ich die Spiele schaue – vor allem mein bester Kumpel Maddin, mit dem ich so ziemlich alles erlebt habe, was man auf Schalke erleben kann. Schalke ist für mich auch die Anspannung bei jedem Spiel – vor allem, wenn ich es mal nicht verfolgen kann. Mein Schalke ist es, mein Schalke zu leben und sich auch mal kritisch mit dem eigenen Verein auseinanderzusetzen. Mein Schalke sind alle im Stadion, die für 90 Minuten alles andere vergessen und die Mannschaft zum Erfolg treiben.

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