Geschäftszahlen 2020 – 04 Fragen an Christina Rühl-Hamers

Der FC Schalke 04 hat am Dienstag (6.4.) die Geschäftszahlen für 2020 bekanntgegeben. Christina Rühl-Hamers, Vorständin Finanzen, Personal & Recht, erklärt im Interview die Hintergründe.

Christina Rühl-Hamers

Frau Rühl-Hamers, wie sehen die Geschäftszahlen aus?
Das Geschäftsjahr 2020 war massiv geprägt von der Corona-Pandemie, die auch die Fußballbranche hart getroffen hat. Wir haben im vergangenen Jahr verantwortungsvoll gewirtschaftet, uns sind aufgrund der Corona-Pandemie allerdings insgesamt rund 70 Millionen Euro an Einnahmen weggebrochen. Wir haben den Effekt auf das Ergebnis abmildern können, indem wir umfassende Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet haben. Zudem konnten wir auf die Unterstützung unserer Partner, Sponsoren und Fans zählen und haben uns mit unseren Profis und Führungskräften auf einen Gehaltsverzicht geeinigt. Auch alle Mitarbeiter haben super mitgezogen – letztlich hat Corona unser Ziel, eine schwarze Null im Ergebnis auszuweisen, leider deutlich durchkreuzt. Wir müssen damit für das Geschäftsjahr 2020 einen Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von 50 Millionen Euro ausweisen.

Wie ist der Stand bei den Verbindlichkeiten?
Auch hier hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht – ohne die Pandemie hätten wir die Gesamtverbindlichkeiten zum 31.12.2020 deutlich unter 200 Millionen Euro senken können. Durch die Aufnahme des Corona-Darlehens in Höhe von 35 Millionen Euro sind die Gesamtverbindlichkeiten um 19 Millionen Euro auf 217 Millionen Euro gestiegen.

Unser Ziel über das Geschäftsjahr hinaus ist es, für Schalke 04 eine solide mittel- bis langfristige Perspektive zu schaffen, indem wir den Verein auf Basis kaufmännischer Vernunft wieder stabil aufstellen und voll handlungsfähig machen.

Christina Rühl-Hamers

Aus sportlicher Sicht ist das Zweitligaszenario höchstwahrscheinlich – wie sehen die Planungen für das aktuelle Geschäftsjahr aus?
Wir hoffen natürlich, dass wir durch die Impfungen in den nächsten Monaten Schritt für Schritt zur Normalität zurückfinden – gleichzeitig planen wir konservativ und haben mehrjährige Planungen für verschiedene Szenarien. Wir sind auf alles vorbereitet. Unser Ziel über das Geschäftsjahr hinaus ist es, für Schalke 04 eine solide mittel- bis langfristige Perspektive zu schaffen, indem wir den Verein auf Basis kaufmännischer Vernunft wieder stabil aufstellen und voll handlungsfähig machen.

Heute hat der Verein zudem bekanntgegeben, dass das Bauprojekt Berger Feld gestoppt wird. Was sind hier die Hintergründe?
Die Entscheidung ist ein Musterbeispiel für kaufmännische Vernunft. Durch die Corona-Pandemie und den sportlichen Absturz haben sich die Rahmenbedingungen entscheidend verändert. Daher ist der Baustopp die einzig sinnvolle Entscheidung. Mit den Teilprojekten, die wir schon umsetzen konnten, haben wir bereits infrastrukturell hervorragende Trainingsbedingungen geschaffen, besonders für die Knappenschmiede. Neben den Parkplätzen war auch die Fertigstellung des Parkstadions ein Meilenstein, damit die U23 und die U19 ihre Spiele wieder hier bei uns auf dem Vereinsgelände austragen können.

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