Schalke 04 senkt Nettofinanzverbindlichkeiten unter 100 Millionen Euro

Der FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V. hat das Geschäftsjahr 2025/2026 mit einem Konzernjahresüberschuss in Höhe von 0,2 Millionen Euro abgeschlossen. Damit haben die Königsblauen die vergangenen drei vollen Geschäftsjahre jeweils mit einem positiven Konzernergebnis beendet. Gleichzeitig haben die Knappen ihre Liquiditätsposition optimiert und die Nettofinanzverbindlichkeiten erstmals seit 2017 wieder unter 100 Millionen Euro gesenkt. In wichtigen Geschäftsbereichen wie Vermarktung und Merchandising legten die Umsätze deutlich zu.

Das S04-Logo.

„Als Verein blicken wir auf eine sehr erfolgreiche Saison 2025/2026 zurück. Gemeinsam haben wir unser großes sportliches Ziel erreicht und auch wirtschaftlich wichtige Fortschritte erzielt. Trotz der zusätzlichen Aufwendungen durch den Aufstieg konnten wir die Spielzeit mit einem positiven Ergebnis abschließen“, resümiert Christina Rühl-Hamers, Mitglied des Vorstands. Der S04 liegt damit am oberen Ende seiner Prognose für den Aufstiegsfall, die einen Verlust im niedrigen einstelligen Millionenbereich bis hin zu einem ausgeglichenen Ergebnis in Aussicht stellte.

Seit 2020, geprägt durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und zwei Abstiege aus der Bundesliga, stand bei Schalke 04 die notwendige finanzielle Gesundung im Fokus. Nicht zuletzt dank der erfolgreichen Unternehmensanleihe 2025/2030 und der positiven Entwicklung des laufenden Geschäfts hat der S04 insbesondere in der zurückliegenden Saison spürbar Handlungsfreiheit gewonnen. Die im November 2025 herausgegebene Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 90 Millionen Euro ermöglichte Schalke 04 die frühzeitige Refinanzierung beider bestehenden Anleihen und die vollständige Ablösung zweier landesverbürgter Darlehen. Die liquiden Mittel des Vereins stiegen gegenüber dem Vorjahresstichtag von 6,2 auf 24,4 Millionen Euro. Die Nettofinanzverbindlichkeiten sanken erstmals seit neun Jahren wieder unter die Marke von 100 Millionen Euro.

„Wir haben uns aus wesentlichen finanziellen Zwängen der Vergangenheit befreit. Die stabilisierte Liquidität gibt uns den Spielraum, auch bei Schwankungen im Geschäftsverlauf ohne kurzfristigen Handlungsdruck zu agieren und die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Lizenzierung zuverlässig zu erfüllen“, erklärt Rühl-Hamers. „Diese Handlungsfreiheit müssen wir erhalten und verantwortungsvoll nutzen. Denn klar ist auch: Die Nettofinanzverbindlichkeiten sind noch immer auf einem hohen Niveau.“

Sponsoring und Merchandising legten zu

Ein wesentlicher Faktor für die positive Entwicklung findet sich im operativen Geschäft. Deutlich zugelegt haben Sponsoring und Merchandising. Die Erlöse aus der Vermarktung stiegen von 35,5 auf 41,5 Millionen Euro – ein Plus von rund 17 Prozent. Im Merchandising erhöhte sich der Umsatz von 14,3 auf 18,9 Millionen Euro und damit um rund 32 Prozent. „Die in den vergangenen Jahren angestoßenen Veränderungen in der Vermarktung und im Merchandising zeigen nun Wirkung“, freut sich Rühl-Hamers.

Die Umsatzerlöse beliefen sich auf 152,6 Millionen Euro, nach 157,9 Millionen Euro im Vorjahr. Der Rückgang resultierte vor allem aus weniger Sonderveranstaltungen in der VELTINS-Arena. Nach der außergewöhnlich starken Vorsaison 2024/2025 mit Großveranstaltungen wie Taylor Swift und Bruce Springsteen normalisierte sich das Veranstaltungsgeschäft erwartungsgemäß. Ebenfalls unter dem Vorjahresniveau lagen die Erlöse aus TV-Geldern und Transfers.

Erfüllung der Eigenkapitalregel im Fokus

Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag betrug zum Bilanzstichtag 97,2 Millionen Euro. Der weitere Abbau des negativen Eigenkapitals und die Erfüllung der Eigenkapitalregel der Bundesliga bleiben für den S04 zentrale Aufgaben und Herausforderungen. „Die mittelfristig abgesicherte Liquidität verschafft uns Luft. Dennoch ist die Prämisse für die nächsten Jahre klar: Wir wollen nicht mehr ausgeben, als wir haben. Gleichzeitig müssen wir sportlich wettbewerbsfähig bleiben und gezielt in die Zukunft investieren. Das sind zwei Seiten derselben Medaille“, so Rühl-Hamers.

Erste Beispiele für Zukunftsinvestitionen sind das neugestaltete Tibulsky und die bald eröffnenden Schalke Terrassen, mit denen nachhaltig höhere Umsätze generiert werden sollen. Auch im Sport und bei den digitalen Angeboten entwickelt sich der Verein stetig weiter: Das datenbasierte Scouting-System StatsLibuda kam 2025/2026 erstmals umfassend in den Transferfenstern zum Einsatz. Die neue S04-App verzeichnete bis kurz vor Beginn der laufenden Saison mehr als 300.000 Installationen.

Für 2026/2027 erwartet der Vorstand deutlich steigende Umsatzerlöse, einen Konzernjahresüberschuss im mittleren einstelligen Millionenbereich und einen moderaten weiteren Rückgang der Nettofinanzverbindlichkeiten.

„Die nächsten Jahre bleiben unverändert herausfordernd. Gleichzeitig kommen wir endlich wieder stärker ins Ermöglichen und Gestalten. Unsere Aufgabe wird es sein, die richtige Balance aus Stabilität und Mut zu finden. Ich bin überzeugt davon, dass uns das gut gelingen wird“, sagt Rühl-Hamers. „Auf einem deutlich stabileren Fundament können wir Zukunftsprojekte vorantreiben und Schalke jeden Tag gemeinsam besser machen – mit einem klaren Plan und wirtschaftlicher Disziplin.“

Der Konzerngeschäftsbericht 2025/2026 steht hier zur Verfügung.

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