1.FC Nürnberg: Der Club im Aufwind

Fast wie ein Spiegelbild der Schalker gestaltet sich derzeit auch die Saison des 1. FC Nürnberg. Der Club gewann nach sechs sieglosen Partien zum Auftakt seine vergangenen vier Ligaspiele und befindet sich nach dem Kaderumbruch im Sommer wieder auf dem Vormarsch.

Beinahe hätte es im Mai gereicht. Dann würde Königsblau nicht nur jetzt in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen Nürnberg spielen, sondern auch zweimal in Bundesliga. Doch der FCN scheiterte denkbar knapp in der Relegation gegen Eintracht Frankfurt und verpasste den Sprung ins Oberhaus um Haaresbreite.

Anschließend erfolgte der personelle Umbruch: Neben Trainer Rene Weiler, der zum belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht wechselte, verließen die Franken unter anderem auch Top-Scorer Niclas Füllkrug (Hannover 96), Danny Blum (Eintracht Frankfurt) und Sebastian Kerk (Leihende). Dafür wurden vom FC Augsburg die Angreifer Shawn Parker und Tim Matavz ausgeliehen. Zudem verstärkte sich der Club mit Tobias Kempe, der ablösefrei aus Darmstadt kam. Für die vakante Position auf der Trainerbank entschied sich Sportvorstand Andreas Bornemann, Alois Schwartz nach drei Jahren vom SV Sandhausen loszueisen.

Mit Geduld und Burgstaller aus dem Tal

Der 49-jährige Badener erwischte dabei einen denkbar ungünstigen Start: Aus den ersten sechs Saisonspielen holten Schwartz und Co. lediglich zwei Zähler, dazu setzte es deftige Pleiten wie beim 1:6 in Braunschweig oder die Derbyniederlage gegen Greuther Fürth (1:2). Trotz starken Gegenwinds schenkte der Verein dem Coach das Vertrauen, und er zahlte es zurück. Inzwischen hat der FCN wieder in die Erfolgsspur gefunden. Einem 3:1-Auswärtserfolg bei Arminia Bielefeld folgten weitere Siege gegen Union Berlin (2:0), den Karlsruher SC (3:0) und zuletzt Hannover 96 (2:0). “Wir sind mit viel Geduld durch ein Tal gegangen“, erklärte Schwartz. „Die Mannschaft hat sich jetzt gefunden.“

Einen großen Anteil an der positiven Serie hält auch Guido Burgstaller. Der österreichische Stürmer, der in der vergangenen Zweitliga-Saison an 22 Treffern der Clubberer beteiligt war, hat nach zehn Spieltagen bereits acht Saisontore auf dem Konto und führt die Torschützenliste im Unterhaus an. „Wir sind auf dem richtigen Weg und finden immer besser rein. Wir müssen jetzt weiter Gas geben und so weitermachen“, sagte der 27-Jährige.

Personell kann Trainer Schwartz gegen Schalke fast aus dem Vollen schöpfen. Lediglich hinter den Einsätzen von Abwehrmann Dave Bulthuis (Oberschenkelblessur) und Mittelfeldregisseur Kevin Möhwald (Schlag aufs Knie) stehen noch Fragezeichen. Dazu werden die Langzeitverletzten Georg Margreitter und Enis Alushi fehlen.

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