1. FSV Mainz 05: Umbrüche

Nach neun Bundesliga-Spielzeiten in Serie geht der 1. FSV Mainz 05 neue Wege. Ausufernde Fastenzeiten wie in der Vorsaison will der Karnevalsverein tunlichst vermeiden.

Erstmals auf der europäischen Fußballbühne, dazu der 111. Geburtstag – vor einem Jahr standen sie Kopf in Mainz. War die Tür zum internationalen Geschäft 2011 und 2014 bereits in der Qualifikation zur Europa League ins Schloss geflogen, fanden sich die Rheinhessen nun in einer Gruppe mit AS Saint-Etienne, FK Qäbälä und RSC Anderlecht wieder. Doch war das Abenteuer bereits vor dem Jahreswechsel frühzeitig beendet. Spät stand hingegen der Klassenerhalt fest, dem ein klarer Schnitt folgte. Der Club steht vor einer neuen Herausforderung.

Der 1. FSV Mainz 05 hat sich als eingetragener Verein eine neue Struktur geschaffen, an deren Spitze Johannes Kaluza als Vorstandsvorsitzender Neuland betritt. Ebenso wie Sandro Schwarz, der vom U23- zum Chef-Trainer befördert wurde und Martin Schmidts Platz auf der Bank übernahm. Das Ziel: erstklassig bleiben, weniger zittern, spielerisch überzeugen. Und all jene Lügen strafen, die in den Nullfünfern einen möglichen Absteiger sehen. Als ehemaliger Torhüter des Hamburger SV bringt Zugang Rene Adler die nötige Expertise mit. Dafür schmerzt der Abgang des robusten Stürmers Jhon Cordoba, den es vom Mainzer Karnevalsclub zum Kölner Gegenstück zog.

Der rheinhessische Optimismus ist gleich zu Saisonbeginn ausgebremst worden. Gegen die Aufsteiger Hannover 96 und VfB Stuttgart startete Mainz mit zwei 0:1-Niederlagen – Abstiegspropheten fühlten sich bestätigt. Doch folgte das hungrige, gierige Mainz, das daheim gegen Bayer Leverkusen (3:1), Hertha BSC (1:0) und den HSV (3:2) Lebenszeichen sendete. „Die Narrenkappe ist etwas blass geworden“, hatte Johannes Kaluza vor der Saison gesagt. Verein, Fans und die Stadt kämpfen für die nächste Fastnacht in erstklassigen Zeiten – den Höhepunkt der fünften Jahreszeit.

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