1899 Hoffenheim: Auf Identitätssuche

In Hoffenheim möchte man in diesem Jahr zur Abwechslung mal eine sorgenfreie Saison spielen. Chef-Trainer Julian Nagelsmann hat sich vorgenommen, eine Mannschaft zu entwickeln und nicht bloß auf Ergebnisfußball zu setzen.

„Wir wollen unser Profil schärfen“, sagte Nagelsmann vor der Saison und appellierte damit auch an den Wunsch einer neuen Identität für die Hoffenheimer. Denn in der Vergangenheit sei dies aufgrund der bedrohlichen Tabellensituation nur schwer möglich gewesen. „Bislang ging es darum, Punkte zu holen. Nicht vorrangig um die Entwicklung der Mannschaft. Jetzt schon. Um dann natürlich erfolgreich zu spielen.“

Dass die TSG in der derzeitigen Spielzeit überhaupt in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten ist, hat der Club größtenteils Nagelsmann zu verdanken. Nachdem der 29-Jährige am 21. Spieltag der vergangenen Saison die Nachfolge von Huub Stevens angetreten hatte, erreichte der junge Coach in den restlichen 14 Partien einen Punkteschnitt von 1,64. Damit führte er die Hoffenheimer zum nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt. In der Rückrundentabelle belegte der Club somit den siebten Platz, der in der vergangenen Saison zur Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation berechtigt hätte.

Damit die laufende Spielzeit nun tatsächlich sorgenfreier wird und der Verein möglicherweise an die erfolgreiche Rückserie anknüpfen kann, wurde die Mannschaft im Sommer an einigen Positionen personell verändert. Nach dem Weggang von Kevin Volland zu Bayer Leverkusen wurde Andrej Kramaric vom englischen Überraschungsmeister Leicester City fest verpflichtet. Der Stürmer war zuvor bereits ausgeliehen. Dazu sicherten sich die Hoffenheimer die Dienste von Mittelstürmer Sandro Wagner, der aus Darmstadt kam.

Auch im Mittelfeld wird es in diesem Jahr zu einem verstärkten Konkurrenzkampf kommen. Denn mit Lukas Rupp, Kevin Vogt und Kerem Demirbay verpflichtete die TSG gleich drei Spieler für die Zentrale. Zur neuen Spielzeit wurde Eugen Polanski zudem zum neuen Kapitän ernannt und löste damit Pirmin Schwegler ab.

Ein festes Saisonziel wollte Nagelsmann vor der Saison nicht öffentlich aussprechen. Auch der Nichtabstieg sei keine Zielsetzung, sondern „selbstverständlich“, so der der Trainer. „Ich will den maximalen Erfolg. Das wäre der Meistertitel. Aber jeder halbwegs Vernünftige weiß: Das wird eng“, scherzte er vor der Saison.

Zum Scherzen war Nagelsmann nach dem letzten Spieltag dagegen nicht mehr zumute. In Darmstadt musste seine Mannschaft in der Nachspielzeit den späten Ausgleich zum 1:1 hinnehmen und verpasste damit den ersten Saisonsieg. „Da pennen einfach zwei Spieler im Ablauf und haben nicht die Bereitschaft, das Tor mit allen Mitteln zu verteidigen. Dann hast du es nicht verdient, hier zu gewinnen“, sagte der Trainer nach dem Spiel.

 

Damit setzte die Nagelsmann-Truppe auch den Trend der ersten Spiele fort. Denn die ersten drei Partien endeten ebenfalls allesamt Unentschieden. Am zweiten Spieltag hätte es im Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05 jedoch beinahe die erste Niederlage gesetzt, doch die TSG  konnte in einem spektakulären Spiel einen 1:4-Rückstand in den Schlussminuten schließlich noch egalisieren. Mit vier Punkten stehen die Hoffenheimer aktuell auf dem elften Tabellenrang.

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