Hannover 96: Neuaufbau mit Daniel Stendel

Angesichts des bevorstehenden Saisonendes steuerte Hannover 96 mit der Roten Laterne und zunehmend offenem Visier dem Gang in die Zweitklassigkeit entgegen. Am vergangenen Spieltag brachte der Frankfurter 2:1-Erfolg über den 1. FSV Mainz 05 dann Gewissheit. Durch ein direktes Duell zwischen den Hessen und Werder Bremen am letzten Spieltag können die 96er den Relegationsplatz nicht mehr erreichen.

Zu tief steckte der Karren im Dreck, als dass Interimstrainer Daniel Stendel, der am Freitag (29.4.) nun auch offiziell zum Chef-Coach ernannt wurde, ihn noch hätte rechtszeitig rausreißen können. „Seit zwei, drei Wochen war unser Schicksal eigentlich klar“, analysiert Hannovers Geschäftsführer Sport Martin Bader die knallharte Realität und beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass es in den Spielen zuvor noch „ein Wunder“ hätte geben können, rückblickend mit „maximal einem oder zwei Prozent“. Schadensbegrenzung heißt nun das Hannoveraner Zauberwort. Nach mehr als zwei Dritteln der Saison auf Rang 16 oder einem direkten Abstiegsplatz, gilt es einen auch für die Fans annehmbaren Bundesliga-Abgang zu gestalten. Denn mit zwölf Heimniederlagen ist man dem unrühmlichen Fürther Rekord der 13-fachen Pleiten-Serie auf heimischem Geläuf dicht auf den Fersen.

Der Akzeptanz folgt in Hannover also der Blick nach vorne. Auf der Jahreshauptversammlung ging es dabei auch um die Zukunft von Clubboss Martin Kind, der sich nun weitere drei Jahre einer Aufsichtsrat-Mehrheit im Rücken sicher sein kann. Die Planungen des Unternehmers setzen dabei den direkten Wiederaufstieg voraus. Für Stendel noch Zukunftsmusik. Der bisherige U19-Trainer arbeitet schon jetzt mit seinem Team am Neuaufbau. „Wir werden alles dafür tun, um positiv vom Platz zu gehen“, sieht der 42-Jährige den Spielen gegen Schalke, 1899 Hoffenheim und Bayern München entgegen.

Dass Stendel den Neuaufbau als Chef-Coach maßgeblich gestalten darf, ist die Belohnung für die jüngsten Auftritte. Der ehemalige Stürmer, der mit einer kurzen Unterbrechung seit 1999 bei den Roten als Spieler, Assistenzcoach und Nachwuchstrainer unter Vertrag steht, unterschrieb einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2018. „Daniel hat über Jahre im Nachwuchs von Hannover 96 seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt. In den vergangenen Wochen konnten wir uns nun auch ein Bild davon machen, wie er als Trainer im Profibereich erfolgreich arbeiten kann. Hinzu kommt, dass Daniel den Verein und das Umfeld perfekt kennt. Er ist 96er durch und durch“, erklärt Bader. „Mit der festen Verpflichtung von Daniel Stendel wollen wir auch verdeutlichen, wie wichtig uns Identifikation mit und emotionales Verständnis für den Club sind. Dies wird in Zukunft oft ein zusätzliches Kriterium von Hannover 96 sein.“

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