Hertha BSC: Schlafender Riese soll erwachen

Die vergangene Saison konnten die Berliner seit langem wieder ohne Abstiegssorgen bestreiten. Dennoch neigen die Verantwortlichen beim Hauptstadtclub nur zu vorsichtigem Optimismus. Langfristig soll Berlin jedoch wieder eine größere Rolle in Deutschland spielen.

„Ich glaube, dass in diesem Verein noch Potenziale schlummern, und es ist unsere Aufgabe, die hervorzuholen“, sagte Manager Michael Preetz kürzlich. Es sei zwar schwierig, aber langfristig soll auch die Hertha wieder in den Kreis der Vereine vorstoßen, die regelmäßig international spielen. „Dafür müssen wir auch abseits des Fußballplatzes die Rahmenbedingungen verbessern, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben“, fügte der 49-Jährige bei, der unlängst seinen Vertrag bis 2019 verlängert hatte.

In diesem Jahr hätte es bereits beinahe mit der Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb geklappt, doch die Alte Dame scheiterte in der dritten Runde der Qualifikation für die Europa League am dänischen Club Bröndby IF. Nachdem die Berliner das Hinspiel vor heimischen Publikum mit 1:0 gewinnen konnten, setzte es im zweiten Duell in Dänemark eine 1:3-Niederlage. So verfehlten die Hertha das erste Saisonziel bereits vor dem eigentlichen Auftakt.

Dass der Hauptstadt-Club überhaupt an der Europa-League-Qualifikation teilnehmen konnte, liegt an den überraschenden Leistungen der vergangenen Spielzeit. Hertha stand am Ende auf dem siebten Rang. Dabei wäre für die Berliner sogar noch mehr möglich gewesen. Nachdem die Mannschaft von Chef-Trainer Pal Dardai in der Winterpause mit 33 Punkten auf Rang drei der Tabelle lag, folgten in der Rückrunde aber nur noch 18 Zähler. Die Berliner waren damit das drittschwächste Team des zweiten Saisonteils.

Auch deshalb neigen die Verantwortlichen nur zu vorsichtigen Saisonzielen. „Wir wollen so schnell wie möglich 45 Punkte holen“, so Dardai. Preetz pflichtet dem Coach bei und erklärte, dass das Abschneiden in diesem Jahr nicht eindeutig abzusehen sei: „Unsere Spannbreite geht von Abstiegskampf bis zur Champions League. Wir können nur mithalten, wenn wir in jedem Spiel an die Grenzen gehen.“

Wir wollen so schnell wie möglich 45 Punkte holen.

Für dieses weit gefasste Saisonziel wurden in der Sommerpause auch personelle Veränderungen vorgenommen. Mit Ondrej Duda, der in der vergangenen Saison mit Legia Warschau die polnische Meisterschaft gewinnen konnte, wechselte ein kreativer Spieler für das offensive Mittelfeld an die Spree. Der Neuzugang, der schon als Königstransfer gehandelt wurde, steht dem Club aufgrund eines Ödems im Knie hingegen vorerst nicht zur Verfügung.

Zudem sicherte sich Berlin die Dienste des Ex-Augsburgers Alexander Esswein, der das Flügelspiel beleben soll. Tolga Cigerci verließ den Verein indes und schloss sich dem türkischen Erstligisten Galatasaray Istanbul an. Zur neuen Spielzeit wurde Vedad Ibisevic darüber hinaus zum neuen Kapitän ernannt und löste damit Fabian Lustenberger ab, der das Amt drei Jahre innehatte.

Die Hauptstädter erwischten mit zwei Siegen aus den ersten beiden Partien einen Start nach Maß in die neue Bundesligasaison. Sowohl der Auftakt gegen den SC Freiburg (2:1) als auch die Partie beim FC Ingolstadt (2:0) konnte die Alte Dame siegreich bestreiten. Damit stehen die Berliner aktuell mit sechs Zählern auf dem zweiten Rang – punktgleich mit Bayern München.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Seite teilen