VfL Wolfsburg: Demütig

Kurz vor der Ausfahrt in die Zweitklassigkeit hat der VfL Wolfsburg gerade noch die Spur gehalten. Während Überlegungen reifen, Mario Gomez ein bronzefarbenes Ebenbild vor der Volkswagen Arena zu schaffen, schlittern die Wölfe in den nächsten Umbruch.

Sein Tor gegen Eintracht Braunschweig hat für ein mittelschweres Erdbeben in Wolfsburg gesorgt. Dicke Brocken sind den Fans von den Herzen gefallen, als Gomez den DFB-Pokalsieger von 2015 in der Relegation mit dem 1:0-Siegtreffer im Hinspiel wieder an sich glauben ließ. Hinfort mit der Unruhe und den ewigen Querelen, hinein in einen strikten Neuanfang. So planten VfL-Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz und Manager Olaf Rebbe den Umbruch, der nur wenige Stunden nach dem 1:1 im Rückspiel begann.

Was die zarte Euphorie des Neubeginns störte, musste weg. Rebbe, nach Klaus Allofs‘ Demission seit Januar verantwortlich, ging dabei nicht zimperlich vor: Mit Torhüter Diego Benaglio, Vieirinha, Christian Träsch, Luiz Gustavo und Ricardo Rodriguez verließ ein Großteil der lange erfolgreichen VfL-Achse den Club – und machte Platz für eine Mischung aus Erfahrung und jugendlichem Elan. John Anthony Brooks, Paul Verhaegh und Ignacio Camacho zählen zu Ersteren. Sie sollen die Jung-Wölfe um Divock Origi, Felix Uduokhai, William und Kaylen Hinds anleiten.

Seit das Abstiegsgespenst sich in der Volkswagen Arena hat blicken lassen, ist in der Autostadt Demut eingekehrt. Ein einstelliger Tabellenplatz soll es werden, vertagt sind europäische Ambitionen. Doch Ruhe ist nicht angesagt: Bereits nach vier Spieltagen sah Rebbe in Andries Jonker nicht mehr den richtigen Mann für das Traineramt. Ex-Mainzer Martin Schmidt übernahm. Der vierte Coach in den vergangenen zwölf Monaten, nach Dieter Hecking hatte sich noch Valerien Ismael am VfL versucht.

Wegen sieben Unentschieden füllte sich das Punktekonto nur langsam, und Retter Gomez fehlte bis zu seiner Einwechslung beim 1:1 gegen 1899 Hoffenheim wochenlang wegen eines Bänderanrisses. Der Umbruch fordert Zeit. Die Ausfahrt zur Zweiten Liga wollen die Wölfe jedoch unbedingt wieder rechts liegen lassen.

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