VfL Wolfsburg: Mehr als ein Bayern-Jäger?

Mit dem Gewinn des DFB-Pokals und der Vizemeisterschaft in der vergangenen Saison hat der VfL Wolfsburg seine Ambitionen, die zweite Kraft im deutschen Profifußball zu werden, eindrucksvoll untermauert. Auch der Start der Niedersachsen in die neue Spielzeit deutet auf eine erfolgreiche Serie hin. Eine heiß diskutierte Personalie überlagert bislang jedoch alles …

Nach dem Triumph im DFB-Pokal startete der VfL Wolfsburg im ersten Pflichtspiel der neuen Saison direkt wieder mit einem Titelgewinn. Im Duell zwischen dem Deutschen Meister und dem Pokalsieger setzen sich die Wölfe am 1. August mit 5:4 im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern München durch und sicherten sich zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den DFL-Supercup. Ein Fingerzeig in Richtung der Bundesliga-Teams, die dieses Jahr wieder um die Champions-League-Plätze kämpfen werden. Oder vielleicht doch sogar in Richtung der Bayern?

Was den Angriff auf den Titelverteidiger angeht, zieren sie sich in den Reihen der Wolfsburger noch ein wenig. Verstecken vor den Großen Bayern wollen sie sich aber keineswegs. Warum auch? Schließlich bezwang Wolfsburg die Münchner nicht nur im Supercup, sondern auch zu Jahresbeginn mit 4:1 in der Volkswagen Arena. „Wir werden alles dafür tun, um dicht an die Bayern ranzurücken, wie wir es im Supercup schon gemacht haben“, verspricht Geschäftsführer Klaus Allofs.

Damit dies gelingt, haben sich die Niedersachsen zu Beginn dieser Saison unter anderem mit Max Kruse von Borussia Mönchengladbach verstärkt. Der Nationalspieler soll in der Offensive für Wirbel und vor allem für mehr Variabilität im Spiel nach vorne sorgen. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu ausrechenbar werden“, erklärte Chef-Trainer Dieter Hecking, dem mit Kruse, Bas Dost und Nicklas Bendtner drei Top-Spieler für die vorderste Reihe zur Verfügung stehen. „Ich kann mir vorstellen, dass auch zwei von unseren drei Stürmern gleichzeitig spielen.“

Wir werden alles dafür tun, um dicht an die Bayern ranzurücken.

Kruse selbst sieht den Wechsel vom Rheinland in den Norden als nächsten Schritt seiner Karriere: „Als Fußballer will man sich immer verbessern. Nachdem das Angebot kam, war schnell klar, dass ich den Weg hier mitgehen möchte. Ich wollte immer in der Champions League auf einem Top-Niveau ankommen. Das habe ich jetzt geschafft. Jetzt muss ich nur noch meine Leistung bringen.“ Mit einem Tor und zwei Assists beim 4:1 in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals bei den Stuttgarter Kickers sowie einer Tor-Vorlage beim 2:1-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt deutete der 27-Jährige bereits an, dass er die erhoffte Verstärkung werden kann.

Auf den Erfolg gegen die Hessen folgte am zweiten Spieltag ein 1:1 beim 1. FC Köln. Sieg im Supercup, eine Runde weiter im Pokal und vier Punkte aus den ersten beiden Bundesliga-Partien – ein Start, mit dem man also eigentlich zufrieden sein könnte. „Wir sind gut in die Saison gestartet“, sagt Stürmer Bas Dost, „wissen aber, dass wir noch besser spielen können.“ Vor allem mit ihrem Auftritt bei den Kölnern zeigten sich die Wolfsburger nicht zufrieden. „Wir hätten zwar am Ende noch ein zweites Tor machen können, aber wenn man den Spielverlauf sieht, sind wir mit dem Punkt glücklich“, so Daniel Caligiuri. Auch für Allofs wären drei Punkte „zu viel des Guten gewesen. Wir müssen wieder insgesamt das Tempo erhöhen und zweikampfstärker werden“.

Ein Grund dafür, dass die Grün-Weißen noch nicht auf dem gewünschten Niveau agieren, könnte in der Personalie Kevin De Bruyne liegen, der laut Medienberichten kurz vor einem Transfer zu Manchester City steht. Der mögliche Wechsel des 24-Jährigen war diesen Sommer das alles beherrschende Thema rund um die Norddeutschen – und es scheint immer noch kein Ende zu nehmen. Zwar vermeldeten die Medien den Transfer des Topstars zu City am Mittwoch (26.8.) bereits als perfekt, doch Allofs dementierte diese Berichte umgehend. „Das ist falsch! Es gibt keine Einigung mit Manchester City“, betonte der 58-Jährige am Donnerstag (27.8.).

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