90 Jahre Glückauf-Kampfbahn - Eine Zeitreise in Bildern

Rüstige 90 Jahre wird die alte Dame. Da bleibt nicht aus, dass der Zahn der Zeit mittlerweile an ihr genagt hat. Dass der Lack ab ist und immer mal wieder übergepinselt werden muss. Doch wer so viel erlebt hat, so viel gesehen, so viel er- oder besser getragen hat, wie sie, der braucht gar keine Schönheitskur.

Sie, die Glückauf-Kampfbahn, erstrahlt für Schalker immer noch im alten Glanz. In ihrem Rund verdichtet sich der Hauch der Geschichte und weht Königsblauen trotz ein paar Altersflecken aus jeder Gesteinspore ins Gesicht.

Ihre Anfänge sind so wagemutig wie holprig. Am 19. Juni 1927 beschließen die Mitglieder auf einer emotionsgeladenen Versammlung ihren Bau. Den Baugrund verpachtet die Zeche Consolidation an den Verein. Doch schon wenige Monate nach dem ersten Spatenstich im August plagen den S04 Geldsorgen. Die Vereinsmittel reichen hinten und vorne nicht. Die Stadt Gelsenkirchen gewährt großzügig und unbürokratisch Kredite. Als Dank ändert der Club kurz vor Eröffnung des neuen Stadions seine Namen in FC Gelsenkirchen-Schalke 04. Fehlt nur noch ein Name fürs Kind. Während die Mitglieder den Initiator Fritz Unkel als Paten vorschlagen, ist dieser strikt dagegen und schlägt den Bergmannsgruß als Namen vor.

Erstes Spiel gegen SV Köln-Sülz 07

„Also die Kampfstätte ist fertig!“ verkündet die Gelsenkirchener Allgemeine Zeitung am 25. August 1928 und veröffentlicht gleichzeitig das Festprogramm der Einweihungswoche. Das erste Spiel trägt der S04 gegen den SV Köln-Sülz 07 (3:3) aus. Zum Abschluss der Sportwoche erfolgt die feierliche Platzweihe, tausende Brieftauben steigen in den Himmel, ein Reklameflugzeug wirft Pfefferminzbonbons über dem Stadion ab, und Fritz Unkel trägt feierlich zusammen mit hunderten Aktiven aus allen Sportabteilungen die Vereinsfahne ins Stadion.

Was hat sie seitdem nicht alles erlebt: sieben Deutsche Meisterschaften und das erste Double im deutschen Fußball. Unzählige internationale Gegner, die sich mit den Schalkern messen wollen. Spiele mit bis zu 70.000 Zuschauern, die sich ins Stadion drängen, obwohl es nur für knapp die Hälfte ausgelegt ist. Eine neue Haupttribüne 1936, die rund 50 Jahre später zum Denkmal und damit als schützenswert erklärt wird. Der Bombenhagel des zweiten Weltkriegs und Kartoffelspiele in der schweren Nachkriegszeit.

Meilensteine in der Vereinsgeschichte

Das feierliche Ende der Ära von Ernst Kuzorra und Fritz Szepan sowie unzählige furiose Auftritte von Schalker Spielern wie die des Dribbelkünstlers Stan Libuda oder von Mr. Fallrückzieher Klaus Fischer. Schalkes Feier zum 50. Geburtstag, das erste königsblaue Flutlichtspiel sowie der erste Auftritt der Knappen im Europapokal. Die Einführung der Bundesliga und damit einer neuen Fernsehtechnik. Ein Fast-Abstieg in die Zweite Liga, eine Löwenparade und 21 Elfmeter vor dem Einzug Schalkes glorreicher Elf ins Pokalfinale 1972. Was die Glückauf-Kampfbahn in den knapp fünf Jahrzehnten in ihrer Rolle als Heimstatt des S04 erlebt, zählt heute zu den Meilensteinen der Vereinsgeschichte.

Schön war‘s, alte Dame! Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Impressionen aus den vergangenen 90 Jahren

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