Alles Gute, Norbert Nigbur! Torhüter der Jahrhundertelf wird 70 Jahre alt

Als Schalkes Fans im Jahre 1999 aufgerufen wurden, einen Schlussmann für die Jahrhundertelf zu bestimmen, fiel die Wahl eindeutig aus. Nicht Meistertorwart Hans Klodt (1227 Stimmen) oder UEFA-Cup-Held Jens Lehmann (3501) machten das Rennen. Mit 5350 Zuschriften hatte der gebürtige Gelsenkirchener Norbert Nigbur, der Dienstag (8.5.) seinen 70. Geburtstag feiert, die Nase vorn.

Mit unglaublichen Reflexen auf der Linie brachte Nigbur in der 70er und 80er Jahren die gegnerischen Angreifer zur Verzweiflung. Er war der große Rückhalt der legendären Mannschaft, die 1972 den DFB-Pokal gewann und im gleichen Jahr nur knapp an der Deutschen Meisterschaft vorbeischrammte. Sein wohl spektakulärstes Spiel bestritt der Schlussmann im denkwürdigen Halbfinale des DFB-Pokals 1972 gegen den 1. FC Köln, in dem nicht weniger als 22 (!) Elfmeter geschossen wurden.

Dass die Knappen am 10. Juni 1972 das Endspiel erreichten, hatten sie zu einem großen Teil Norbert Nigbur zu verdanken. Sein gehaltener Strafstoß kurz vor Ende der Nachspielzeit gegen den Kölner Werner Biskup ermöglichte erst das Elfmeterschießen. Im Duell vom Punkt wurde der Keeper dann an diesem Abend in der Glückauf-Kampfbahn zum Held. Er parierte nicht nur zwei Schüsse, sondern trat zudem selbst einmal an und verwandelte sicher. Drei Wochen später gewann Schalke mit einem 5:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern den Pott.

Trotz seiner Glanzleistungen im Verein konnte er sich in der DFB-Elf nie richtig durchsetzen. Zwar wurde Nigbur bereits in jungen Jahren in die Jugend-Nationalmannschaft berufen. Bei den Senioren kam er an einem Mann nicht vorbei. Sepp Maier war bei Bundestrainer Helmut Schön gesetzt. Und da die Katze von Anzing 13 Spielzeiten in Folge (1966-1979) ohne eine gravierende Verletzung überstand, absolvierte er lediglich sechs Partien im Dress mit dem Adler auf der Brust. Allerdings wurde er als Ersatzmann bei der WM 1974 Weltmeister. Als er zur Europameisterschaft 1980 das Erbe des verletzten Sepp Maier antreten sollte, machte ihm eine Meniskusoperation einen Strich durch die Rechnung. Danach vermochte der Torhüter nicht mehr an seine gewohnte Form anknüpfen und wurde im Oktober 1982 nach schwächeren Leistungen aus dem Tor genommen und durch Walter Junghans ersetzt.

Nigbur blieb bis auf drei Jahre, die er bei Hertha BSC verbrachte, bei dem Verein, für den er schon in der Jugend die Schuhe schnürte. Von 1966 bis 1983 hütete er in 393 Ligaspielen (38 davon im Unterhaus) das Tor der Knappen, denen er noch heute bei mehreren Heimspielen pro Saison vor Ort in der VELTINS-Arena. die Daumen drückt.

Die Schalker Jahrhundertelf im Überblick

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Seite teilen

Das könnte dich auch interessieren

Schalke-Tag 2018

Save the Date: Schalke-Tag am 12. August

Wenige Tage vor dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal und zwei Wochen vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison 2018/2019 lädt der FC Schalke 04 zur traditionellen Saisoneröffnung ein: Am Sonntag, den 12. August, steigt das königsblaue Familien- und Fanfest rund um die VELTINS-Arena. Los geht’s wie immer am Vormittag.

Huub Stevens und Marcelo Bordon

Große Wiedersehensfreude bei Marcelo Bordon

Dass viele Spieler den FC Schalke 04 auch lange nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn noch immer leben, zeigte sich am Samstag (12.5.) rund um das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt einmal mehr. Wie bereits in den Vorjahren hatten die Knappen zahlreiche ehemalige Spieler und Trainer zum letzten Heimspiel der Saison eingeladen - und wieder einmal folgten rund 70 Ex-Profis mit ihren Partnerinnen dem Lockruf aus Gelsenkirchen.

Leon Goretzka und Marko PJaca werden verabschiedet

Leon Goretzka und Marko Pjaca offiziell verabschiedet

Vor dem Heimspiel am Samstag (12.5.) gegen Eintracht Frankfurt wurden Leon Goretzka und Marko Pjaca offiziell verabschiedet. Das Duo wird den FC Schalke 04 nach der Saison verlassen.

VELTINS-Arena, Rudi Assauer, Macher, Mensch, Legende, 04.05.2018

„Rudi Assauer. Macher. Mensch. Legende.“ bewegt die Zuschauer

Es ist ein Film geworden, der bewahrt, was die Alzheimer-Krankheit ihn vergessen lässt. Am Freitag (4.5.) sahen knapp 25.000 Zuschauer die Weltpremiere des Dokumentarfilms „Rudi Assauer. Macher. Mensch. Legende.“ in der VELTINS-Arena. Am Ende war das Publikum bewegt – von der Geschichte des Mannes, der auf und für Schalke so viel leistete.