David Wagner: Fußball spielen, der die Leute anspricht

Seine Arbeit beim FC Schalke 04 hat David Wagner zwar bereits vor einigen Wochen aufgenommen, am Donnerstag (27.6.) wurde der neue Chef-Trainer der Knappen nun auch offiziell der Öffentlichkeit präsentiert – 22 Jahre nach seinem letzten Auftritt als Spieler im königsblauen Trikot.

„Als der Anruf kam, war sehr schnell klar, dass ich das unheimlich gerne machen würde. Ich bin wahnsinnig happy und stolz, wieder hier zu sein“, sagt Wagner, der von Sportvorstand Jochen Schneider zusammen mit Michael Reschke (Technischer Direktor) und Sascha Riether (Koordinator der Lizenzspielerabteilung) vorgestellt wurde.

Wagner, zwischen 1995 und 1997 Spieler der Königsblauen und Teil der legendären Eurofighter, betont, dass er und seine Familie sehr glücklich seien, ins Ruhrgebiet zurückgekehrt zu sein. „Die Leute sind klar und direkt – genauso wie ich“, verrät Wagner. Über seinen alten und neuen Club sagt der neue S04-Übungsleiter: „Es ist ein wahnsinnig großer Verein mit sehr vielen Emotionen. Wenn man hier mal gespielt hat, dann verfolgt man diesen Club natürlich immer.“

Vergangene Saison hinter sich lassen, aber nicht vergessen

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als Schalkes Chef-Trainer erklärt der 47-Jährige, dass es nun entscheidend sei, im Team anzupacken und wieder dafür zu sorgen, mit Spaß erfolgreichen Fußball zu spielen. „Es ist wichtig, dass wir wieder eine Mentalität und Atmosphäre kreieren, die Lust auf Arbeit machen“, sagt Wagner.

Die wenig erfolgreiche Vorsaison wolle man nun hinter sich lassen. Das bedeute allerdings nicht, diese einfach zu vergessen, sondern vielmehr aus dieser zu lernen, sagt der in Frankfurt am Main geborene US-Amerikaner. Aus diesem Grund habe er unter anderem mit seinem Vorgänger Huub Stevens gesprochen, unter dem er vor mehr als 20 Jahren selbst noch als Spieler auflief. Die Gespräche mit dem Ex-Coach seien zum einen „cool“, aber vor allem „erkenntnisreich“ gewesen, sagt Wagner.

Er habe in den vergangenen Wochen Zeit gehabt, sich durch einen langen Austausch mit den Verantwortlichen einen Überblick zu verschaffen. „Wir haben eine ganz klare Analyse erstellt und wissen, was wir tun wollen. Wir wissen aber auch, dass man Geduld braucht“, sagt der 47-Jährige auch im Hinblick auf mögliche Transfers. Über Namen wollte Wagner in diesem Zusammenhang nicht sprechen, verriet aber, dass er den Kader verkleinern wolle.

Wir wollen wieder einen Fußball spielen, der die Leute anspricht.

David Wagner

Tabellarische Ziele für die kommende Saison nenne er bewusst nicht, erklärt Wagner. „Ich formuliere Ziele nicht gerne nach außen, weil man sich mit einer Zielsetzung auch schnell limitiert“, sagt der neue Chef-Trainer. An vorderster Stelle stehe: „Wir wollen wieder einen Fußball spielen, der die Leute anspricht.“

Mit attraktivem und erfolgreichem Fußball soll die Lücke nach oben aus der vergangenen Saison, die die Knappen mit einem enttäuschenden 14. Platz beendet hatten, geschlossen werden. „Teamgeist, Mentalität und Lust auf Arbeit müssen das allerhöchste Gut sein. Diese Basics sind von jedem von uns konstant einzufordern“, betont Wagner, der das Wir-Gefühl rund um die Mannschaft stärken möchte – und dafür jeden im Team in der Pflicht sieht. „Es ist wichtig, dass wir akzeptieren, dass ein paar Dinge in der vergangenen Saison nicht funktioniert haben und wir uns jetzt dafür öffnen, dass es wieder besser läuft“, sagt Wagner. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Jungs wieder Verlässlichkeit spüren. Es ist wichtig, die Gruppe zu betreuen und sicherzustellen, dass sie sich als Gruppe fühlt.“

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