Zum Tode von Gerd Müller: Klaus Fischer erinnert sich an einen großartigen Fußballer und Menschen

In der Historie der Bundesliga hat es schon viele überragende Torjäger gegeben. Einer aber überstrahlt sie noch immer alle: Gerd Müller. Der „Bomber der Nation“, der die DFB-Auswahl im Sommer 1974 zum WM-Titel schoss und zwei Jahre zuvor auch einen riesengroßen Anteil am Gewinn der Europameisterschaft hatte, ist am Sonntag (15.8.) im Alter von 75 Jahren verstorben. Viele Millionen Menschen in Deutschland trauern um einen der größten Fußballer aller Zeiten – unter ihnen auch Schalke-Legende Klaus Fischer.

Klaus Fischer

„Als ich die Nachricht von Gerds Tod erhalten habe, war ich geschockt“, sagt Fischer. „Das hat mich sehr traurig gestimmt.“ Müller lebte zuletzt in einem Pflegeheim. Der Schleier der Demenz hatte sich über sein Leben gelegt. Er hinterlässt seine Frau Uschi und eine Tochter.

Der Gerd war ein ganz feiner Mensch. Sein Name und die Erinnerung an ihn wird auf ewig weiterleben.

Klaus Fischer

„Der Gerd hat für den deutschen Fußball und insbesondere für Bayern München sehr viel geleistet. Dank seiner vielen Tore haben die Nationalmannschaft und sein Verein viele Titel erringen können“, sagt Fischer. „Einen Spieler wie den Gerd kann sich jedes Team nur wünschen. Wo er war, da war der Erfolg.“ In der ewigen Torschützenliste der Bundesliga liegt Müller noch heute mit 365 Treffern einsam an der Spitze – Rang drei belegt Fischer mit 268 Toren. Beide Ausnahmestürmer lieferten sich in den 1970er-Jahren gleich mehrfach ein enges Rennen um die Torjägerkanone.

Trotz der Konkurrenz schätzten sich die beiden Angreifer stets sehr. „Der Gerd war ein ganz feiner Mensch. Sein Name und die Erinnerung an ihn wird auf ewig weiterleben“, sagt Fischer. Beide trafen sich nicht nur zweimal im Jahr auf dem Fußballplatz und später bei der Nationalelf, sie verbrachten während Fischers Zeit beim TSV 1860 München (1968-1970) einige gemeinsame Nachmittage und Abende. „Wir haben uns immer gut verstanden. Als ich bei den Münchner Löwen gespielt habe und er beim FC Bayern, da haben wir uns nach den Einheiten häufiger zum Essen oder zum Billard spielen getroffen. Die Trainingsplätze beider Vereine lagen ja nur einige Meter auseinander. An diese Zeit denke ich gerne zurück.“

Klaus Fischer und Gerd Müller

Neidisch auf Müllers Erfolge sei er übrigens nie gewesen, erklärt Fischer. „Ich habe seine außergewöhnlichen Leistungen stets anerkannt und sie bewundert. Der Gerd hat getroffen wie kein Zweiter. Wie er die Tore erzielt hat, das war einmalig. Er hatte einfach einen überragenden Instinkt, stand immer goldrichtig. Gerade mit seinen kurzen Drehungen im Strafraum war der Gerd kaum zu verteidigen.“ Schmunzelnd fügt er hinzu: „Wenn man sich alle Tore anschaut, waren meine vielleicht die schöneren. Aber das zählt nicht. Der Gerd war einmalig.“

Dass Robert Lewandowski den „Bomber der Nation“ als bester Bundesliga-Torschütze aller Zeiten noch einholt, denkt Fischer nicht. Der 32 Jahre alte Pole von Bayern München kommt bislang auf 278 Treffer im deutschen Oberhaus. Fischer: „Der Robert ist ein super Stürmer. Aber ich glaube, dass Gerds Rekord auf ewig unerreichbar bleibt.“

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