Vor 20 Jahren sicherte sich Tomasz Hajto seinen Platz in den Geschichtsbüchern

484 Fußballspiele haben bislang in der VELTINS-Arena stattgefunden. Das allererste stieg heute vor 20 Jahren. Exakt 60.204 Zuschauer waren am 18. August 2001 Zeuge des ersten Pflichtspieltreffers im königsblauen Wohnzimmer, der das wenige Tage zuvor offiziell eröffnete Stadion des FC Schalke 04 erstmals zum Beben gebracht hatte.

Jubel von Tomasz Hajto und Emile Mpenza

Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0 im Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen war Tomasz Hajto. Der Verteidiger verwertete eine Ecke von Jörg Böhme aus vier Metern per Kopf. „Die Sekunden danach waren der Wahnsinn. Es war so laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstand“, erinnert sich der Pole, der zwischen 2000 und 2004 insgesamt 141 Pflichtspiele im S04-Trikot bestritt und zweimal mit den Knappen den DFB-Pokal gewann. Und weiter: „Ich musste mich auch kurzfristig kneifen, ob ich nicht träume. Diesen Moment werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Zumal es auch mein erstes Bundesligator für Schalke war.“

Diesen Moment werde ich mein Leben lang nicht vergessen.

Tomasz Hajto

Hajtos Premierentreffer in der ArenaAufSchalke, die seit 2005 VELTINS-Arena heißt, läutete eine furiose Begegnung ein, in der die Zuschauer voll auf ihre Kosten kommen sollten. Kurz vor dem Seitenwechsel fiel Treffer Nummer zwei – wieder für Königsblau. Jörg Böhme verwandelte einen Elfmeter mit einem strammen Vollspannschuss. Trotz der Zwei-Tore-Führung zur Pause sollte es am Ende aber nur für einen Zähler reichen. Denn die Werkself kämpfte sich zurück und glich durch Michael Ballack (58.) und Ulf Kirsten (73.) aus. In der Schlussphase kehrte nach Emile Mpenzas Kopfballtor in der 80. Minute zwar noch einmal die Hoffnung auf einen Dreier zurück, die Bernd Schneider in der Nachspielzeit mit einem direkt verwandelten Freistoß aber zunichtemachte – Endstand 3:3.

Die ausverkaufte VELTINS-Arena 2001

Erster Heimsieg folgt drei Tage später

Trotzdem: Dieses Spiel hatte definitiv Lust auf weitere Besuche des königsblauen Wohnzimmers gemacht. Auch der Gastverein fand nach dem Abpfiff nur lobende Worte für die Arena. „Dieses Stadion ist das Nonplusultra. Dagegen ist das Maracana ein Friedhof“, erklärte der damalige Leverkusener Manager Reiner Calmund in der FAZ.

Drei Tage nach der spektakulären Punkteteilung gegen die Werkself sollte auch der erste Heimsieg folgen. In einer Nachholpartie des 1. Spieltags setzten sich die Königsblauen mit 3:1 gegen Hansa Rostock durch. „Schalke siegt so laut wie ein Düsenjet!“ titelte anschließend eine große deutsche Zeitung, nachdem sie ein Schallmessgerät in der neuen Arena der Königsblauen im Einsatz gehabt hatte. Als Höchstwert hatte dieses 122 Dezibel angezeigt.

Die erste Bundesliga-Saison im neuen Stadion endete für die Königsblauen auf Rang fünf. Zudem gewann die Mannschaft von Chef-Trainer Huub Stevens den DFB-Pokal. Das Ticket für das Finale hatten die Königsblauen in der heimischen ArenaAufSchalke gelöst. In der Runde der letzten Vier konnte Bayern München mit 2:0 nach Verlängerung bezwungen werden. Und: Gegner im Endspiel im Berliner Olympiastadion war … Bayer Leverkusen. Dieses Mal sollten erneut sechs Treffer fallen – aber anders verteilt. Schalke siegte 4:2 und holte zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte den Pott.

Auf Schalke TV: Rückblick auf 20 Jahre Arena

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Das könnte dich auch interessieren

Gedenktafel Wildenbruchplatz

Erinnerungstafel Wildenbruchplatz: „Ihr nehmt den Mond, die Sonne und die Sterne mit euch“

Am Donnerstag (27.1.) jährt sich zum 80. Mal die Deportation von über 500 Juden aus Gelsenkirchen nach Riga. Eine Gedenktafel wird künftig an das Schicksal der verschleppten Mitbürger erinnern, von denen ca. 450 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs ermordet wurden. Zu verdanken ist die Tafel engagierten Fans des FC Schalke 04. Über die bemerkenswerte Geschichte ihres Engagements und das furchtbare Los von über 500 Menschen in den Grauen der NS-Zeit.

Wildenbruchplatz

Enthüllung der Gedenktafel am Wildenbruchplatz

Am kommenden Donnerstag (27.1.) jährt sich zum 80. Mal die Deportation von mehr als 500 Juden aus Gelsenkirchen nach Riga. Ca. 450 von ihnen wurden bis Ende des Zweiten Weltkriegs ermordet. Zur Erinnerung an die verschleppten Mitbürger wird an diesem Tag eine Gedenktafel, die von einer von S04-Fans gegründeten „Arbeitsgruppe“ entworfen wurde, am Wildenbruchplatz in der Nähe des Gelsenkirchener Hauptbahnhofs enthüllt.

Timo Becker

Timo Becker in Hansa-Startelf, Rabbi Matondo feiert weiteren Sieg

Drei Siege, drei Unentschieden und zwei Niederlagen – so lautet die Bilanz für die Leihspieler der Königsblauen am zurückliegenden Wochenende. schalke04.de fasst das sportliche Geschehen zusammen.

Umbettung Libuda

Stan Libuda findet neue Ruhestätte

Keiner kommt an Gott vorbei. Dieser Satz steht sinnbildhaft für das Leben von Reinhard „Stan“ Libuda. Auf dem Rasen seiner Kampfbahn Glückauf ist er zu einem unsterblichen Idol aller Schalker geworden. Am Samstag (15.1.) wurde er nun umgebettet, weil sein ursprüngliches Grab nach 25 Jahren eingeebnet wurde. Auf dem Schalke Fan-Feld erhielt Stan nun das Grab Nummer 7.