Jochen Schneider: Richtige Schlüsse aus abgelaufener Saison gezogen

Das Geschehen der vergangenen Wochen und Monate hat Jochen Schneider zuletzt mit seinen alten und auch neuen Mitstreitern ausgiebig aufgearbeitet. Der Sportvorstand der Königsblauen erklärt, dass er froh sei, dass die verkorkste Saison mit der Mitgliederversammlung am Sonntag (30.6.) abgeschlossen werde.

Gleichzeitig betont er aber auch, dass man die vergangene Spielzeit nicht einfach hinter sich lasse, sondern diese in aller Deutlichkeit analysiert und die richtigen Schlüsse daraus gezogen habe. „So schwierig manche Tage im März, April und Mai auch gewesen sind – umso wertvoller waren sie“, sagt Schneider. „Sie haben aufgezeigt, warum wir so eine Saison gespielt haben.“

Die Gründe möchte der 48-Jährige öffentlich nicht nennen. Gleichwohl sagt er aber: „Wir wollen die Strukturen ändern. Dafür haben wir eine klare Aufgabenverteilung und Prozesse definiert. Wir tun alles dafür, um den FC Schalke 04 wieder in ein ruhiges Fahrwasser zu führen.“ Schneider ist froh, dass er bei der Planung und Umsetzung dieses Vorhabens das vollste Vertrauen seiner Vorstandskollegen sowie des Aufsichtsrates genieße.

Aufgabenfelder neu definiert

Den Posten des Sportdirektors wird der Verein – anders als zunächst angedacht – nicht besetzen, da dessen Tätigkeitsfeld im Zusammenspiel mit Schneider und dem neuen Technischen Direktor Michael Reschke zu eingeengt wäre. „Deswegen haben wir die Aufgabe neu definiert“, erklärt Schneider. „Der neue Koordinator für die Lizenzspielerabteilung, Sascha Riether, wird als Bindeglied zwischen Mannschaft und uns arbeiten sowie Teile der Öffentlichkeitsarbeit übernehmen. Er kennt die Mannschaft, den Verein und das Umfeld wie kaum ein Zweiter. Zudem ist Sascha gescheit und deshalb wie geschaffen für die Aufgabe.“

Teamplayer-Eigenschaften sind extrem wichtig, um erfolgreich zu sein.

Jochen Schneider

Schneider betont, dass der FC Schalke 04 mit Reschke und Riether sowie dem neuen Chef-Trainer David Wagner und seinem Übungsleiterstab aber nicht nur fachliche Qualität gewonnen habe. „Sie bringen auch Teamplayer-Eigenschaften mit. Das ist extrem wichtig, um erfolgreich zu sein“, so der 48-Jährige.

Die ersten Wochen der Zusammenarbeit mit Reschke hätten gezeigt, dass der gebürtige Rheinländer die richtige Wahl für den Posten des Technischen Direktors gewesen sei. „Michael bringt mehr als 40 Jahre Erfahrung aus der Bundesliga mit und hat auf höchstem Niveau überaus erfolgreich für Bayer Leverkusen und danach für Bayern München gearbeitet, zuletzt war er außerdem für den VfB Stuttgart tätig. Sein Auge und Gespür für Spieler sind bekannt in der Branche. Er kennt das Geschäft wie kein Zweiter“, erklärt Schneider.

Viele Spiele von Huddersfield Town analysiert

Froh ist der Sportvorstand ebenfalls über die gelungene Verpflichtung von Wagner. „Sein aktiver und nach vorne gerichteter Fußball, sein laufintensives Spiel, die vielen gesuchten Zweikämpfe und der Wunsch nach vielen Balleroberungen beeindrucken uns“, berichtet Schneider, der gemeinsam mit seinen Mitstreitern viele Spiele von Huddersfield Town ausführlich analysiert hat. „Dazu kommt seine offene und sympathische Art. Er kann einen Laden sprichwörtlich anzünden und fantastisch motivieren. David ist eine großartige Persönlichkeit.“

David Wagner ist eine großartige Persönlichkeit.

Jochen Schneider

Das Gesicht der Mannschaft werde sich noch ein Stück weit verändern, kündigt Schneider an. „Ich bitte aber um Verständnis, dass ich mich an Spekulationen zu potenziellen Neuzugängen nicht beteilige“, sagt der Sportvorstand. Gleichzeitig erklärt er, dass derzeit die Zukunft eines Trios erörtert werde. „Wir sind gemeinsam mit Hamza Mendyl und dessen Berater zu dem Entschluss gekommen, dass er sich nach einem neuen Verein umschaut und dafür die Zeit bekommt“, verrät der 48-Jährige. „Mit Nabil Bentaleb haben wir ebenfalls gesprochen. Er absolviert derzeit sein Reha-Programm in Lille. Parallel dazu schaut er sich ebenso wie auch Yevhen Konoplyanka nach einer neuen Herausforderung um.“

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