Königsblauer Kaventsmann

Eigentlich gehört er nicht hierher. Und doch passt er hervorragend zu Schalke. Seine letzte Schicht auf der Zeche Prosper-Haniel hat der Bergbau-Hobel längst gefahren, am Freitag (14.12.) hat er sein neues Revier vor dem Schalke Museum gefunden.

Er ist nicht irgend ein Hobel. Die Mannschaft von Revier 006, Flöz H auf der Zeche Prosper-Haniel hat in 1200 Metern Tiefe Farbe bekannt. Vor dem letzten Schnitt haben die Kumpel zum Pinsel gegriffen und das stählerne Ungetüm blau und weiß angestrichen. Auf den Flöz daneben malten sie das Logo des Schalker Erzrivalen und hobelten anschließend ein letztes Mal. Was weg muss, muss eben weg.

Danach hätte der GH 42, so seine offizielle Bezeichnung, nach nur neun Monaten im Einsatz auf ewig in seinem schwarzen Grab ruhen sollen. Mehr als 800.000 Tonnen Kohle hat die Maschine aus dem Berg geschält. Doch es sollte anders kommen. Das Bild vom blau-weißen Hobel geht bei den Kumpeln durch die Decke. Auch Vorstandsmitglied Peter Peters ist begeistert: „Der gehört zu uns – das ist ein Teil der königsblauen Bergbau-Geschichte.“ Zusammen mit Werksleiter Jürgen Kroker setzt sich der Schalker Vorstand dafür ein, den 18-Tonnen-Kavantsmann doch wieder ans Tageslicht zu fördern.

Der gehört zu uns – das ist ein Teil der königsblauen Bergbau-Geschichte.

Peter Peters

Durch die Museumstür passt er schlichtweg nicht. Es musste sogar eigens ein Betonfundament gegossen werden, um das schwere Gerät sicher auf den Waschbergen zu platzieren, auf denen die Arena erbaut ist. Peter Peters: „Wir Schalker blicken heute auf eine neue blau-weiße Landmarke vor unserem Museum. Dieser Hobel symbolisiert die einzigartige Verbindung zwischen den Knappen unter Tage und den Knappen auf dem Rasen.“

Der Mannschaft von Revier 006, die nahezu vollständig zur feierlichen Übergabe erschien, überreichte Peters anschließend als Zeichen dieser Verbundenheit ein königsblaues Schalke T-Shirt mit dem Namen ihrer Zeche Prosper-Haniel.

Sonderausstellung im Schalke Museum: Königsblau und das Schwarze Gold

Ohne Bergbau keine Glückauf-Kampfbahn, ohne Bergbau kein Kuzorra und kein Szepan, ohne Bergbau kein S04. Eine Sonderausstellung im Schalke Museum würdigt die Jahrhundertbeziehung der Knappen unter Tage zu den Knappen auf dem Rasen. Bis Ende März dokumentiert „Schalke und der Bergbau“, dass Kumpel, Malocher und Fußballclub nicht voneinander zu trennen sind.

Zahlreiche Fotos und Schautafeln informieren im Schalke Museum über die 14 Zechen Gelsenkirchens und zeugen davon, dass der S04 dem Bergbau verdammt viel zu verdanken hat – wenn nicht gar alles. Wer rätseln möchte, hinter welchem kohleverstaubten Gesicht sich welcher Königsblaue versteckt, wird bei den Bildern von den Grubenfahrten diverser Profi-Generationen fündig. Zudem gewähren Exponate wie persönliche Ausrüstungsgegenstände, Urkunden und Zeugnisse Einblicke in das Berufsleben von Schalkern, die früher auf dem Pütt Schichten gefahren sind.

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