Fast 10.000 Tage auf Schalke – Peter Peters schlägt ein neues Kapitel auf

Nahezu auf den Tag genau vor 27 Jahren feierte Peter Peters seinen Einstand als Geschäftsführer auf Schalke. Auf jenen Montag, es war der 28. Juni 1993, folgten bis heute 9864 weitere Tage in verantwortungsvoller Position bei den Königsblauen. Auf eigenen Wunsch beendet er nun seine Tätigkeit mit dem heutigen Tage. Darüber hat der 58-Jährige den Aufsichtsrat vor wenigen Wochen informiert. Das Gremium entsprach dieser Bitte, der Vertrag wurde aufgelöst.

Peter Peters

Peters möchte in den kommenden Wochen und Monaten noch einmal ein neues Kapitel in seinem Leben aufschlagen. Gleichwohl bleibt er den Knappen verbunden. Als Fan. Denn viele Menschen, mit denen Peters in mehr als einem Vierteljahrhundert auf Schalke zusammengearbeitet hat, sind laut eigener Aussage zu seinen Freunden geworden. Zudem heißt es schließlich „Einmal Schalker, immer Schalker!“.

Gerne erzählt Peters die Anekdote, wie er im Jahr 1993 zum Vorstellungsgespräch mit Günter Eichberg nach Gelsenkirchen gefahren ist. Mit seinem Golf II, den er in der auf matschigem Untergrund vor der damals noch überschaubaren Geschäftsstelle parkte. Etwas über 30 Jahre ist er zu diesem Zeitpunkt erst alt. An Erfahrung im Fußball-Business mangelt es ihm trotzdem nicht. Der studierte Betriebswirt hat seine Diplomarbeit über „Controlling im Profifußball“ geschrieben, war anschließend Fußballchef der Fachzeitschrift Reviersport, volontierte bei der Westfälischen Rundschau, arbeitete als Sportredakteur für die Westdeutsche Allgemeine Zeitung und machte sich ab 1991 zwei Jahre lang als stellvertretender Geschäftsführer beim amtierenden Deutschen Meister 1. FC Kaiserslautern einen Namen in der Bundesliga-Branche.

Von den Roten Teufeln zu den Königsblauen

Sein Wirken bei den „Roten Teufeln“ bleibt im Pott nicht unentdeckt. Andersherum verfolgt Peters stets den Fußball im Revier, in dem sich der gebürtige Pfälzer seit seinem Studium – ausgerechnet in Dortmund – heimisch fühlt. Mit seiner Clique besucht er, wann immer es zeitlich passt, die Fußballstadien im Westen der Republik. Auch im Parkstadion ist Peters als junger Mann häufiger zu Gast.

Peter Peters in seinem alten Büro

Der Start auf Schalke hätte aus sportlicher Sicht nicht besser laufen können. In seinem ersten Heimspiel als Geschäftsführer bezwingen die Königsblauen den schwarzgelben Rivalen aus der Nachbarschaft mit 1:0. An das Tor von Youri Mulder aus der 79. Minute kann sich Peters noch heute gut erinnern.

Peters stellt den Club mit seinen Kollegen neu auf

Bereits in den ersten Tagen im neuen Amt bekommt Peters eine exakte Vorstellung davon, wie der Verein tickt. Zur Zeit seines Amtsantritts liegt vieles im Argen. Hitzige Mitgliederversammlungen, spontane Umstürze, immer wieder Bangen um die Lizenz – auf Schalke geht es bisweilen hoch her. Von Beginn an setzt Peters darauf, Schalke als verlässlichen und vertrauenswürdigen Verein aufzustellen. Er gehört zu den „Geburtshelfern“ des neuen Schalkes, das sich mit einer modernen Vereinssatzung für die Zukunft aufstellt. Der Weg zu einer kontinuierlichen Entwicklung ist bereitet, und Peters, mittlerweile Geschäftsführer und Vorstandsmitglied für Organisation, beschreitet ihn konsequent.

Peters, Rehberg, Schnusenberg und Assauer

Damit schafft der Verein die Basis für zukünftige sportliche Erfolge: zunächst der Klassenerhalt 1994, dann die erste Qualifikation für den Europapokal seit 19 Jahren und als Krönung der Triumph im UEFA-Cup 1997.

Bau der VELTINS-Arena

Diese Grundlage nutzen Peters und seine Vorstandskollegen, um den Bau der Arena AufSchalke zu planen und in die Tat umzusetzen. Ein gewaltiges Projekt, das den Verein für die Zukunft aufstellt: Das „königsblaue Wohnzimmer“ als modernstes Stadion Europas. Bis heute, mehr als 18 Jahre nach der Eröffnung, zählt es zu den schönsten Spielstätten des Kontinents.

Ein Meilenstein in der Vereins-Vita ist der 1. Juli 2019. An diesem Tag ist die VELTINS-Arena – so heißt das Stadion seit 2005 – bis auf den letzten Cent abbezahlt und mit Überweisung der letzten Rate der Kredit in Höhe von rund 123 Millionen Euro getilgt. Ein bedeutsames Ereignis für den FC Schalke 04, ist die „Donnerhalle“ doch die erste große Sportstätte in Deutschland gewesen, die privatwirtschaftlich finanziert wurde. Und der Club hat mit den insgesamt 191 Millionen Euro Baukosten die bis heute größte Investition seiner Geschichte gestemmt. In Steine wird auch aktuell investiert: Das Vereinsgelände befindet sich im Umbau, neue Trainingsplätze – nicht nur für die Profis, sondern auch für die Knappenschmiede – sind bereits entstanden, weitere in Planung.

Peter Peters singt in der Arena

Auch sportlich etabliert sich der Verein in Peters‘ Amtszeit in der Spitzengruppe. Bei seinem Amtsantritt 1993 war der S04 erst zwei Jahre zuvor in die Bundesliga zurückgekehrt. Seither ist Königsblau regelmäßig in Europa vertreten. Nicht nur als Gewinner des UEFA-Cups, sondern auch häufig in der Champions League – 2011 sogar im Halbfinale.

Viele Ämter im deutschen Fußball

Als Erster Vize-Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Erster Stellvertretender Sprecher des Präsidiums des DFL e.V. und Aufsichtsratsvorsitzender der DFL GmbH ist Peters täglich auch mit dem Fußballgeschehen außerhalb Gelsenkirchens beschäftigt. Das langjährige Schalker Vorstandsmitglied ist in Fußball-Deutschland anerkannt und geschätzt – als kompetenter Malocher mit einem königsblauen Herzen.

Der FC Schalke 04 dankt Peter Peters für seinen langjährigen Einsatz und wünscht ihm für die berufliche und private Zukunft alles Gute!

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