Rouven Schröder: Mehr Machen als Reden

Unter den rund 1000 Zuschauern beim Trainingsauftakt am Mittwoch (22.6.) im Parkstadion war auch Rouven Schröder. Im Anschluss an die erste Einheit sprach der Sportdirektor über den Neustart nach dem Aufstieg, Transfergedanken und Supermann. schalke04.de hat die wichtigsten Aussagen notiert.

Rouven Schröder

Rouven Schröder über …

… den Trainingsstart auf dem Rasen:
Es erinnert immer etwas an einen ersten Schultag: Alle gucken dich groß an, haben noch keine Noten oder Stammplätze bekommen, sind gut drauf. Wir haben einen neuen Ausrüster, das sind auch so schöne Kleinigkeiten, die Sonne scheint, die Zuschauer sind wieder da, das macht sofort Lust auf mehr.

… die Bundesliga als neue Herausforderung:
Bei aller Freude herrscht eine gewisse Anspannung. Wir haben elementare Dinge angesprochen, etwa, dass der Gemeinschaftsgedanke bei allem Konkurrenzdenken nicht untergehen darf. Wir können stolz sein auf das Erreichte, haben aber jetzt einen Strich gezogen. Die Saison wird sehr schwer werden. Das klare Ziel heißt Klassenerhalt, dem ist alles unterzuordnen. Deshalb wird die Gemeinschaft vielleicht noch nötiger sein.

Wir können stolz sein auf das Erreichte, haben aber jetzt einen Strich gezogen.

Rouven Schröder

… den neuen Chef-Trainer Frank Kramer:
Frank hat Spielern und Staff vermittelt, was ihm wichtig ist, etwa die erwähnte Gemeinschaft, natürlich in einer gewissen Hierarchie, mehr Machen als Reden. Der Verein ist immer das Größte, aber das Trainerprofil ist ein wichtiger Baustein, jemand, der Dinge zulässt, sich andere Meinungen anhört. Ob Mike Büskens eine Gruppe führt oder Matthias Kreutzer, ob Frank beobachtet oder auch mal reingeht: Für mich ist elementar, dass niemand sich denkt, er müsse mal in die Gruppe reinsprechen, weil er der Big Boss ist – das brauchen wir alles nicht. Frank wird niemandem etwas vorspielen, er ist authentisch, musste sich alles hart erarbeiten. Das ist eine gute Geschichte. Es bringt nichts, sich das Krönchen aufzusetzen und der Supermann zu sein, und nach drei Niederlagen stehen wir alle doof da.

… die Rückkehr der Leihspieler:
Wir stehen alle im Austausch. Sie werden in den kommenden zwei Wochen nach und nach eintreffen, es wird jedoch weiterhin Bewegung im Kader geben, manche kommen vielleicht gar nicht zurück. Amine hat das Jahr bei Olympique Marseille unheimlich gutgetan, für Ozan Kabak ist erfreulich, dass er wieder richtig fit ist, Rabbi Matondo hatte eine sehr gute Saison. Das sind im Grunde unsere drei Schwergewichte. Ich kann aber nicht hexen, gerade in der besagten Kostenstruktur sind Überlegungen nicht so schnell getroffen. Fakt ist, es wird hier keine Trainingsgruppe zwei geben. Wir werden alle Spieler genauso integrieren wie in der vergangenen Saison, als sich die Jungs ebenfalls gut verstanden und professionell gearbeitet haben. Der eine möchte Stammspieler werden, ein anderer sucht eine neue Herausforderung woanders. Diesen Prozess werden wir weiterhin transparent gestalten und erst gar keine Art von Grüppchenbildung zulassen.

Es wird hier keine Trainingsgruppe zwei geben.

Rouven Schröder

… den Stand der Kaderplanung:
Das Thema Rechtsverteidiger schwirrt etwas durch die Luft, aber wir wollen erst mal trainieren. Memo Aydin ist auch ein Spieler, der langfristig unterschrieben hat und bereits in der Bundesliga unterwegs war. Jeder hat die Chance, sich ins Rampenlicht zu spielen. Grundsätzlich möchten wir die Achse sehr gut besetzen, daher sind wir in Gesprächen wegen Verstärkungen. Angst vor Konkurrenz muss aber niemand haben, die belebt schließlich.

… eine mögliche Weiterbeschäftigung von Darko Churlinov:
Darko hat hier eine tolle Saison gespielt und bis zum Schluss eine Identifikation an den Tag gelegt, die ihresgleichen sucht. Es spricht für ihn, dass er Schalke richtig gut findet. Wir wollten Darko halten, aber zu den Konditionen, die wir anbieten können. Er hat einen Vertrag in Stuttgart, daher ist es völlig legitim, dass der VfB die Spielregeln festlegt.

… die Einbindung von Knappenschmiede-Talenten:
Wir freuen uns, dass Sidi Sané beim Training dabei war, ebenso Niklas Castelle und Tjark Scheller aus der Knappenschmiede. In der Vergangenheit haben wir immer wieder talentierte Jungs dazu genommen, in Länderspielpausen, beim Abschlusstraining. Eins ist klar: Wenn beim S04 einer Qualität hat, dann halten wir ihn nicht auf. Ich habe mir das U23-Training angeschaut, da ist Zug drin, es sind gute Jungs dabei, die sich beweisen wollen. Dieses Thema will aber behutsam angegangen werden. Mal oben bei den Profis, dann wieder runter, das macht auch etwas mit dem Kopf, auch damit muss man lernen umzugehen.

… seinen persönlichen Fokus:
Ich bin ein grundsätzlich positiver, aber auch kämpferischer Typ. Ich werde bis zum Schluss an den Klassenerhalt als unser Ziel glauben. Wenn du „oben“ nicht überzeugt bist, was sollen denn dann die Spieler sagen? Wir gehen vorweg, und wenn ich erwähne, der Klassenerhalt ist mit dem Aufstieg gleichzusetzen, dann mache ich uns nicht klein – das ist die Realität. Wir müssen mit einem gewissen Budget hantieren, was ein recht neues Thema auf Schalke ist. Wenn du dann gegen ein Team mit weit höherem Budget antrittst, weißt du, wer Favorit ist und wer nicht. Aber ich fühle mich sehr wohl in einer solchen Herausforderer-Rolle. Wenn du auf den Platz kommst und die Zuschauer klatschen, ist dies das höchste Gut. Diese Anerkennung müssen wir uns immer wieder neu verdienen, dass die Menschen sehen: Das sind unsere Jungs, und die gehen für uns durchs Feuer. Und wir wollen das Gefühl vermitteln: Wenn hier einer nach Schalke kommt, dann rappelts.

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