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Drei neue Straßennamen: S04 würdigt Vereinsgrößen
Der FC Schalke 04 hat am Dienstag (04.8.) im Rahmen einer Eröffnungszeremonie drei weitere Straßen auf dem Berger Feld nach bedeutenden Vereinsgrößen benannt. Mit dem Christine-Schuermann-Weg, dem Rolf-Rüssmann-Weg und dem Willi-Koslowski-Weg werden drei Menschen geehrt, die Königsblau auf und neben dem Platz nachhaltig geprägt haben.
An der Veranstaltung nahmen Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze, Angehörige der geehrten Familien sowie ehemalige Weggefährten teil, unter ihnen Klaus Fischer, Helmut Kremers sowie Sportvorstand Frank Baumann. Olaf Thon fand in seiner Laudatio Worte für die besonderen Verdienste.
Christine Schuermann hielt den Verein, der damals noch Westfalia Schalke hieß, im Ersten Weltkrieg zusammen. Als ihr Mann Robert Schuermann, der Vorsitzende des Clubs, 1916 zum Militär einberufen wurde, übernahm die damals 25-Jährige seine Aufgaben: Sie organisierte Wohltätigkeitsspiele für das Rote Kreuz, wusch die Trikots, verschickte Pakete und Briefe an die an der Front weilenden Spieler und kümmerte sich um alle formalen Vereinsangelegenheiten. Christine Schuermann starb 1918 im Alter von nur 27 Jahren. Der südliche Teil des Ernst-Kuzorra-Wegs wird umbenannt und erhält den Namen Christine-Schuermann-Weg.
Rolf Rüssmann wechselte 1969 aus Schwelm zum FC Schalke 04 und entwickelte sich zu einem der besten Kopfballspieler der Bundesliga-Geschichte. In 375 Pflichtspielen erzielte er 46 Tore für Königsblau und trug maßgeblich zu den Erfolgen der 1970er Jahre bei, darunter der DFB-Pokalsieg 1972 und zwei Vizemeisterschaften. Der 20-fache Nationalspieler und WM-Teilnehmer von 1978 wurde von den Fans in die Abwehr der Schalker Jahrhundertelf gewählt. Rolf Rüssmann verstarb 2009 im Alter von 59 Jahren. Der Verbindungsweg zwischen Stan-Libuda-Weg und dem ehemaligen Parkstadion erhält den Namen Rolf-Rüssmann-Weg.
Als große Persönlichkeiten haben Christine Schuermann, Willi Koslowski und Rolf Rüssmann die Geschichte des Clubs geprägt.
Willi Koslowski, aufgrund seiner auffallend dunklen Haare von allen nur „der Schwatte“ genannt, kam als 16-Jähriger zum S04 und wurde mit den Knappen 1958 Deutscher Meister. In 265 Pflichtspielen erzielte der schnelle Flügelspieler 88 Tore und markierte am ersten Bundesligaspieltag 1963 Schalkes ersten Treffer in der neuen Spielklasse. Nach seiner aktiven Karriere kehrte er 1981 zum S04 zurück und war über Jahrzehnte als geschätzter Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle tätig. Willi Koslowski verstarb 2024 im Alter von 87 Jahren. Der Willi-Koslowski-Weg ist der Verbindungsweg zwischen Stan-Libuda-Weg und Christine-Schuermann-Weg.
„Harte Arbeit für den Erfolg, zusammenstehen, sich aufeinander verlassen können, sich nicht unterkriegen lassen. Dafür stehen Rolf Rüssmann und Willi Koslowski, zwei absolute Ikonen der Vereinsgeschichte und Vorbilder, trotz oder gerade wegen mancher Irrungen und Wirrungen. Besonders, obwohl es doch eigentlich selbstverständlich sein sollte, ist die Benennung eines Weges nach einer Frau. Doch zu ihrer Zeit war Christine Schuermann sicherlich eine Ausnahme in der Männerwelt des Fußballs. Ob wir ohne ihr Engagement bei und für Westfalia Schalke, dem Verein aus dem der FC Schalke 04 hervorgegangen ist, überhaupt heute hier stehen würden? Zum Glück müssen wir uns diese Frage gar nicht stellen“, sagt Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze.
„Ich freue mich sehr, dass die Familienangehörigen und die Schalker Vereinsfamilie diese Würdigung gemeinsam feiern. Als große Persönlichkeiten haben Christine Schuermann, Willi Koslowski und Rolf Rüssmann die Geschichte des Clubs geprägt und nun in Form der Straßennamen einen besonderen Platz auf unserem Gelände“, sagt Frank Baumann, Vorstand Sport des FC Schalke 04.