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Matthias Tillmann: Menschen ein Leben lang begeistern und die Region stärken
Der Aufsichtsrat hat am Freitag (25.9.) nach einem einstimmigen Beschluss den Vertrag mit Matthias Tillmann verlängert. Kurz nach der Ausweitung seines Arbeitspapiers hat sich der Vorstandsvorsitzende in einem ausführlichen Audio-Interview in der S04-App unter anderem zu Teamwork, der besonderen Verbindung zu Mitgliedern und Fans, dem Schalke-Erlebnis und der Zukunft des Vereins geäußert. schalke04.de hat die wichtigsten Aussagen zusammengefasst.
Matthias Tillmann über …
… Teamwork in den Gremien und in der Geschäftsstelle:
Vieles ist wesentlich komplexer, als es von außen scheint. Am Ende spielt unsere Mannschaft 90 Minuten Fußball. Aber damit das in einem Verein wie Schalke möglich ist, braucht es viele Menschen, die jeden Tag ihr Herzblut einbringen. Es braucht viele Stunden, die dafür nötig sind, damit am Ende ein Fußballspiel vor 60.000 Menschen stattfinden kann, eine Mitgliederversammlung organisiert wird oder viele Inhalte über unsere Kanäle ausgespielt werden können.
… die besondere Nähe des Vereins zu seinen Mitgliedern und Fans:
Wir müssen uns bei allem, was wir tun, die Frage stellen: Wie kommt das bei unseren Mitgliedern und Fans an? Durch die enge Verbindung bekommen wir sehr viel und sehr zeitnahes Feedback. Und das ist ehrlicherweise Gold wert. Aber wir müssen es auch nutzen. Denn unser Handeln ist nicht an einem Selbstzweck ausgerichtet.
Wir müssen uns bei allem, was wir tun, die Frage stellen: Wie kommt das bei unseren Mitgliedern und Fans an?
… den Spagat zwischen Veränderung und Kontinuität:
In einem Fußballverein hast du definitiv weniger Zeit für Veränderungen, weil es jedes Wochenende Spiele gibt und anhand der Ergebnisse häufig vieles bewertet wird. Diese Dynamik zu bremsen, ist manchmal gar nicht so leicht. Dazu kommt, dass das Schalker Umfeld sehr emotional ist. Entscheidend ist, dass du eine Überzeugung hast. Und du brauchst eine sehr gute Kommunikation, intern wie extern. Feedback sollte man sich definitiv anhören, reflektieren und darüber nachdenken. Aber es muss auch eine klare Linie geben. Es wird nie möglich sein, es jedem Schalker recht zu machen. Denn mittlerweile zählen wir über 220.000 Mitglieder – und jedes einzelne hat unterschiedliche Ansichten und Interessen.
… das Schalke-Erlebnis:
Wir haben viel Tradition und müssen diese bewahren. Gleichzeitig müssen wir aber auch nach vorne schauen, weil die Welt und die Menschen sich ändern. Wir haben deshalb einen Leitsatz formuliert: „Wir achten unsere Wurzeln im Bergbau und graben uns neue Stollen in die Zukunft.“ Das motiviert unser Handeln. Wir bleiben weiterhin der Kumpel- und Malocherclub, aber die Art der Arbeit hat sich verändert. Wir wollen der moderne Arbeiterverein sein und uns so positionieren. Das sollen die Menschen überall spüren.
Für mich gibt es auch nicht das eine Schalke-Erlebnis. Das zeigt schon, dass du viele verschiedene Angebote schaffen musst, weil für jeden etwas dabei sein soll. Jeder soll sich abgeholt fühlen und sich aussuchen können: Wo will ich und wie will ich Schalke erleben? Digitalisierung ist dabei ein Hilfsmittel für uns, um Schalke gerade denjenigen Mitgliedern und Fans, die nicht oder nur selten ins Stadion kommen können, näherbringen zu können. Dazu haben wir entschieden, dass wir den „Schalker Kreisel“ in der Printversion wieder ins Leben rufen möchten.
Wir bekommen nichts geschenkt und wissen, dass wir für den Erfolg hart arbeiten müssen.
… Sport, wirtschaftliche Stärke und den Kreislauf des Schalke-Erlebnisses:
Wir sind ein Fußballverein, der im Wettbewerb steht. Unsere Mission ist es, Menschen ein Leben lang zu begeistern und die Region zu stärken. Daraus müssen wir aber auch wirtschaftliche Stärke ziehen – ganz klar. Und am Anfang steht für mich der Sport. Das ist unser „Kernprodukt“. Je erfolgreicher das ist, desto besser ist das Schalke-Erlebnis.
Wir haben aber auch gesehen: Wir können nicht nur in den Sport investieren, sondern müssen dies auch in den anderen Bereichen machen. Wenn wir das Schalker Erlebnis ausbauen und zusätzliche Angebote schaffen, können wir dies besser vermarkten. Und am Ende hilft das wiederum, ein besseres Erlebnis zu schaffen und den Sport zu stärken. Es ist ein Kreislauf, und der funktioniert nur, wenn er geschlossen ist.
… seinen Glauben an die Zukunft des Vereins:
Ich bin der Überzeugung, dass der FC Schalke 04 mit der Größe, der Infrastruktur und der Wucht in die Bundesliga gehört. Aber wir bekommen nichts geschenkt und wissen, dass wir für den Erfolg hart arbeiten müssen. Vor allem finanziell haben wir einen Rucksack aufgehabt und stehen weiterhin vor Herausforderungen, die wir stemmen müssen. Aber ich bin überzeugt, dass sich gute Arbeit auszahlt. Es ist nur eine Frage der Zeit. Von daher bin ich immer optimistisch und zuversichtlich, was die Zukunft angeht – und das werde ich auch bleiben.
… seinen Wunsch für die kommenden Jahre:
Wenn ich unsere Aufgabe in einem Satz zusammenfassen müsste: Wir wollen Schalke jeden Tag ein Stückchen besser machen. Das geht nur mit Geschlossenheit. Für mich ist das der wichtigste Begriff. Wir können diskutieren und unterschiedliche Meinungen haben. Am Ende müssen wir aber in einem Verein respektvoll miteinander umgehen. Wir haben alle das gleiche Ziel. Wir wollen, dass Schalke der geilste Club der Welt bleibt. Und das müssen wir bewahren. Das können wir nur gemeinsam.