Ahmed Kutucu: Ich lebe unseren Verein

Mit zwei Treffern im Testspiel bei Rot-Weiß Oberhausen ist Ahmed Kutucu ein hervorragender Start in die Vorbereitung gelungen. Die beiden Tore will der 19-Jährige selbst aber nicht überbewerten. Im Interview mit schalke04.de spricht der Angreifer über seine erste Saison als Profi, das zuletzt nicht immer einfache Zusammenspiel zwischen Schule und Fußball, seinen neuen Trainer David Wagner und seinen Kumpel Ozan Kabak, dem er hilft, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.

Ahmed, hinter dir liegt ein ereignisreiches Dreivierteljahr: Bundesliga-, DFB-Pokal- und Champions-League-Debüt, die ersten Pflichtspieltore, dazu der erste Profivertrag. Hast du dich in deinem Urlaub selbst einmal gekniffen, um sicherzugehen, dass du nicht träumst?
Nicht nur einmal (lacht). Das habe ich aber auch schon in den Wochen und Monaten zuvor manchmal gemacht, um sicher zu sein, dass das alles tatsächlich die Realität ist. Ich bin sehr dankbar für alles, was zuletzt passiert ist. Ich habe viele schöne Momente erleben dürfen, von denen ich als kleiner Junge geträumt habe. Es ging aber nicht immer nur steil bergauf. Auch die Phasen, in denen es für mich und die Mannschaft nicht so gut lief, werden mir auf meinem weiteren Weg helfen.

Was war dein persönliches Highlight in der vergangenen Saison?
Das Tor gegen Bayern München in der Allianz Arena. Die Sekunden nach dem Treffer waren sehr emotional für mich, denn solch ein Tor schießt man nicht so häufig.

Du hast im Vorjahr in sieben verschiedenen Wettbewerben gespielt. War es für dich ein Rückschritt, nach den ersten Bundesligaspielen teilweise wieder in der U19 und U23 aufzulaufen?
Nein, auf keinen Fall. Ich bin einfach heiß darauf, Fußball zu spielen. Deshalb hatte ich mich mit unserem Trainerteam auch darauf verständigt, dass ich gerne in der U19 und U23 spiele, wenn ich zuvor bei den Profis nicht oder nur kurz zum Einsatz gekommen bin. Die Spielpraxis hat mir geholfen, um mich weiterzuentwickeln. Dazu konnte ich der Knappenschmiede ein wenig helfen.

Es war gar nicht immer so einfach, sowohl in der Schule als auch auf dem Fußballplatz stets zu 100 Prozent konzentriert zu sein.

Ahmed Kutucu

Parallel zum Fußball hast du dein Abitur gebaut. Wie schwer war die Doppelbelastung für dich?
Es war eine harte Zeit. Ich musste morgens sehr früh aufstehen, hatte dann Schule und anschließend Training. Dazwischen und danach habe ich gelernt. Und das Tag für Tag. Da war es gar nicht immer so einfach, sowohl in der Schule als auch auf dem Fußballplatz stets zu 100 Prozent konzentriert zu sein. Zum Glück ist das nun vorbei.

Warum war es dir wichtig, die Schule abzuschließen? Manch einer hätte nach dem Unterzeichnen des ersten Vertrags vielleicht die Schule abgebrochen.
Im Fußball weiß man nie, was passiert. Eine schwere Verletzung – und dann ist vielleicht alles vorbei. Wenn du dann keinen Abschluss hast, wird es schwer. Deshalb war für mich immer klar, dass ich die Schule bis zum Ende durchziehe. Nun habe ich mein Abitur in der Tasche und kann mich voll auf den Fußball konzentrieren.

Ist es für dich ein Vorteil, dass dein neuer Trainer David Wagner zu seiner aktiven Zeit auch Stürmer war?
Das ist eine gute Frage. Man sagt ja immer, dass man als Stürmer geboren wird (schmunzelt). Bislang macht mir die Arbeit mit ihm auf jeden Fall sehr viel Spaß.

Als David Wagner das S04-Trikot getragen hat, warst du noch gar nicht geboren. Hast du dir schon einmal Videos aus seiner Zeit als Profi angeschaut?
Noch nicht. Aber das werde ich noch machen. Auf YouTube finde ich sicherlich die eine oder andere Aktion. Ich schaue mir generell gerne Videos von vergangenen Schalke-Spielen an.

Das erste Testspiel in Oberhausen ist mit einem Doppelpack für dich optimal gelaufen. Gab es anschließend ein Extralob vom Trainer?
Nein, das muss aber auch nicht sein. Er hat mir nach dem Schlusspfiff gesagt, dass ich gut gespielt habe. Ich weiß das Spiel aber auch selbst gut einzuordnen. Nach sechs Tagen Training war es unser erster Test. Ich werde weiter hart arbeiten, damit ich mich auch in den kommenden Partien empfehlen kann.

Ich werde weiter hart arbeiten.

Ahmed Kutucu

Mit Ozan Kabak ist ein guter Freund von dir dein neuer Mannschaftskamerad. Hat er dich vor seinem Wechsel um Rat gefragt?
Na klar. Er wollte wissen, was ihn erwartet, wenn er sich für Schalke entscheidet. Ich konnte ihm nur Positives berichten. Denn ich lebe unseren Verein. Und das ist nicht nur eine Phrase. Deshalb habe ich Ozan auch gesagt, dass ich und auch meine Mitspieler uns freuen würden, wenn er ein Teil unseres Teams wird. Ich bin froh, dass der Wechsel geklappt. Ozan ist ein richtig guter Verteidiger, der unserer Mannschaft ganz sicher helfen wird.

Hilfst du Ozan bei der Eingewöhnung im neuen Umfeld?
Natürlich. Er versteht zwar ein bisschen Deutsch, aber nicht alles. Daher stehe ich ihm mit Rat und Tat zur Seite, bringe ihm auch weitere wichtige Wörter bei. Zudem kann ich ihm Tipps geben – zum Beispiel, wo er am besten einkaufen kann oder welches Restaurant besonders gut ist. Ich bin mir sicher, dass Ozan sich in Gelsenkirchen und auf Schalke wohlfühlen wird.


Die Highlights vom Test in Oberhausen auf Schalke TV

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