Alexander Nübel: Haben Bock, Fußball zu spielen

Eine Viertelstunde war in Leipzig gespielt, als allen Schalkern kurzzeitig der Atem stockte. Gleich zweimal binnen weniger Sekunden verhinderte Alexander Nübel mit spektakulären Paraden den Rückstand. Im Interview mit schalke04.de zeigt sich der Keeper nach dem Sieg bei RB Leipzig jedoch auch selbstkritisch.

Alex, RB Leipzig war vor dem Spiel ungeschlagener Tabellenführer. Was war ausschlaggebend dafür, dass die drei Punkte mit im Gepäck auf der Rückreise nach Gelsenkirchen waren?
Eine gute Einstellung und Mentalität. Diese muss man heutzutage in jedem Spiel in der Bundesliga auf den Platz bringen. Es ist schwieriger geworden, Bundesligaspiele zu gewinnen. Daher ist die Mentalität die Grundlage. Hinzu kommt, dass wir gut Fußball spielen. Wir wissen, was wir können und haben das Selbstvertrauen aus den letzten Wochen mitgenommen.

Was hat euch das Trainerteam mit auf den Weg gegeben?
Wir hatten einen Plan, der sehr gut aufgegangen ist. Wir wussten, wie gut RB ist und wollten dagegenhalten. Die Leipziger laufen vorne aggressiv an – und das haben wir genauso getan. Deshalb war es ein offenes Spiel. Gerade dann ist es ganz wichtig, die Standards zu nutzen. Das haben wir getan.

Du bist natürlich froh, wenn du angeschossen wirst – das ist ein geiles Gefühl!

Alexander Nübel

Das Führungstor von Salif Sané spielte euch sicherlich in die Karten…
Definitiv. Es gibt ein gutes Gefühl, wenn du gut ins Spiel kommst. Es war klar, dass die Leipziger kommen müssen. Hinter der Kette ist bei ihnen viel Platz, weil sie konsequent nach vorne schieben. Diesen Raum haben wir sehr gut ausgenutzt. Wir hatten gute Kontermöglichkeiten und so auch das 3:0 erzielt. Es war ein verdienter Sieg.

Zuvor konnten sich die Knappen aber bei ihrem Torhüter bedanken. In der 15. Minute hast du dein Team mit spektakulären Paraden gegen Emil Forsberg und Marcel Sabitzer gleich zweimal vor einem Rückstand bewahrt.
Dafür bin ich da. Die erste Parade war sehr wichtig, die zweite ist dann auch ein stückweit Glück. Du bist natürlich froh, wenn du angeschossen wirst – das ist ein geiles Gefühl!

Dein Gefühl nach dem Gegentreffer war wahrscheinlich weniger positiv…
Klar, das Tor tut weh. Vor allem, weil wir sonst wahrscheinlich zu Null spielen. Das schmerzt besonders und tut mir auch für die Mannschaft leid. Es waren auch noch zehn Minuten zu spielen, manchmal kippt so ein Spiel dann noch. Aber wir sind ruhig geblieben und haben das Ding souverän gewonnen. Ich werde mir die Szene noch einmal anschauen und analysieren. Ich weiß aber auch schon, was ich falsch gemacht habe.

Wir wollen den Schwung mitnehmen und freuen uns auf die neue Trainingswoche, weil alle sich voll reinhängen.

Alexander Nübel

Die Fans waren jedenfalls sofort zur Stelle und haben dir den Rücken gestärkt.
Sie unterstützen uns fantastisch – nicht nur mich. Es war sehr geil, mit den Fans vor der Kurve zu feiern. Sie machen immer eine Bombenstimmung, vor allem auch auswärts. Wir freuen uns, dass sie immer so zahlreich mit dabei sind.

Der Sieg in Leipzig war der vierte in Serie. Wie bewertest du die aktuelle Situation?
Wir sind hierhergekommen, um das Spiel zu gewinnen. Das haben wir geschafft. Über alles andere machen wir uns keine Gedanken. Wir freuen uns, dass wir zuletzt jede Woche unsere Leistung auf den Platz bringen konnten. Es macht viel Spaß auf dem Platz. Wir haben einfach Bock, jedes Wochenende Fußball zu spielen und gehen mit freiem Kopf an die Sache heran. Wir wollen den Schwung mitnehmen und freuen uns auf die neue Trainingswoche, weil alle sich voll reinhängen. Unser Fokus liegt allein auf Köln.

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