Alexander Nübel: Immer 100 Prozent!

Gemeinsam mit Ralf Fährmann bildet Alexander Nübel in der anstehenden Saison das Torhütergespann der Königsblauen. Im Interview mit schalke04.de spricht der 20-Jährige über das gute Verhältnis zu Ralle und Torwart-Trainer Simon Henzler, seine Rolle in der Mannschaft und die anstehende Rückkehr in seine Heimat Paderborn.

Alexander, in den Trainingseinheiten fällt auf, dass Torwart-Trainer Simon Henzler, Ralf Fährmann und du euch super versteht. Hilft es in der täglichen Arbeit, wenn die Chemie untereinander stimmt?
Das ist definitiv ein Vorteil. Die Einheiten laufen immer sehr gut ab. Und wir haben trotz der schweißtreibenden Arbeit viel Spaß miteinander. Das hilft natürlich, um noch ein paar Prozent mehr aus sich heraus zu kitzeln. Jeder spornt den anderen an.

Warum funkt ihr auf einer Wellenlänge?
Als ich zu Schalke gewechselt bin, hat Ralle mir sehr geholfen und mich gerade in den ersten Wochen begleitet. Wir haben uns sofort gut verstanden. Simon kannte ich schon vorher. Er war bereits in Paderborn mein Torwart-Trainer und ist kurz vor mir hierher gewechselt. Er ist ein super Typ.

Ralf und ich haben uns sofort gut verstanden.

Alexander Nübel

Auf Instagram hast du kürzlich ein Bild von deinem Grill gepostet. Einer der ersten Kommentare kam von Ralle, der sich mit einem Augenzwinkern beschwerte, dass er keine Einladung bekommen hat. Wurde der Grillabend mittlerweile nachgeholt?
Eines möchte ich mal klarstellen: Ich hatte in unserer torwartinternen Grillrunde schon vorgelegt. Er musste nachziehen. Das hat Ralle aber mittlerweile gemacht. Das sollte hier nicht unerwähnt bleiben (lacht). Auch sonst unternehmen wir abseits des Trainings häufiger etwas gemeinsam.

Simon Henzler und Ralf Fährmann haben eine hohe Meinung von dir. Vor einiger Zeit adelten dich beide unabhängig voneinander öffentlich als eines der größten Torwarttalente Deutschland. Wie gut tut solch ein Lob?
Das freut mich natürlich. Gerade, wenn die beiden das sagen. Aber wirklich beweisen konnte ich mich bislang nur im Training. Wenn ich irgendwann mal spielen sollte, zählt es. Dann muss ich mich zeigen.

Wie bereitest du dich in deiner Rolle als Ersatztorhüter auf ein Spiel vor?
Ich mache nicht großartig etwas anders als Ralle. Vom Kopf her bin ich immer bereit, mache mich ganz normal warm. So, als ob ich spielen würde. Vielleicht ist die Anspannung bei mir nicht ganz so groß, weil ich natürlich weiß, dass ich nicht in der Startelf stehe. Aber spätestens wenn das Spiel läuft, bin ich zu 100 Prozent fokussiert. Und wenn ich gebraucht werden sollte, bin ich voll da.

Was imponiert dir an Ralle?
Sein gesamtes Torwartspiel. Ich finde, er ist einer der besten Torhüter in Deutschland. In meinen Augen sogar die Nummer zwei hinter Manuel Neuer. Zudem hat er einen einwandfreien Charakter. Auch wenn er weiß, dass er bei uns gesetzt ist, gibt er in jedem Training Vollgas. Das ist eine seiner größten Stärken.

Und was kann er vielleicht von dir lernen?
Puh, das ist eine gute Frage (denkt nach). Vielleicht sollte er nicht so häufig in den Kraftraum gehen (lacht).

Ich werde in Paderborn auf viele bekannte Gesichter treffen.

Alexander Nübel

Am Samstag steht das Testspiel bei deinem ehemaligen Verein SC Paderborn 07 an. Wie sehr freust du dich auf die Begegnung?
Ich werde auf viele bekannte Gesichter treffen. Paderborns Torwart-Trainer hatte mich damals in der Zweiten Mannschaft unter seinen Fittichen. Mittlerweile gehört er zum Stab des Drittliga-Teams. Auch einige Spieler kenne ich noch, wobei es in den vergangenen zwei Spielzeiten doch einige Wechsel gegeben hat. Alles in allem ist die Freude riesengroß. Und ganz ehrlich, ich bin auch ein bisschen angespannt. Das ist aber vielleicht auch normal, wenn ein Spiel in der eigenen Heimat stattfindet.

Werden deine Familie und deine Freunde im Stadion sein?
Auf jeden Fall. Ich habe im Vorfeld des Spiels sehr viele Ticketanfragen bekommen. Hoffentlich gehen die Karten auch alle klar. Denn ich möchte niemanden enttäuschen.

Hat der Trainer schon angedeutet, ob du zum Einsatz kommst? In Erkenschwick durftest du zuletzt 45 Minuten lang ran.
Darüber haben wir noch nicht gesprochen. Es wäre natürlich eine schöne Sache, gegen meinen ehemaligen Verein aufzulaufen.

Am Tag nach dem Spiel reist ihr nach China. Was ist dir vom vergangenen Besuch im Reich der Mitte besonders in Erinnerung geblieben?
Vor allem die hohe Luftfeuchtigkeit. Man hat den gesamten Tag über einen Film auf der Haut, der nicht ganz angenehm ist. Aber das nehme ich gerne in Kauf. Ich freue mich auf die Tour und finde es immer ganz spannend, ein fremdes Land und eine neue Kultur kennenzulernen.

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