Bastian Oczipka über die vergangenen Tage als Fußballer und Familienvater

Die königsblauen Profis trainieren seit einigen Tagen individuell und nicht auf dem Vereinsgelände. Bastian Oczipka gibt im Interview mit schalke04.de einen Einblick in seinen derzeitigen Alltag als Fußballer und Familienvater. Zudem richtet der Linksfuß einen wichtigen Appell an alle Fans.

Bastian Oczipka

Bastian, du hast gegen die TSG 1899 Hoffenheim dein 250. Spiel in der Bundesliga absolviert. Wann Nummer 251 folgt, ist aktuell nicht abzusehen. Wie hast du die vergangenen Tage erlebt?
Sie waren turbulent – wie für jeden von uns aktuell. Bis zum Tag vor dem Derby sind wir davon ausgegangen, dass das Spiel stattfinden wird. Daher haben wir uns die ganze Woche mit voller Konzentration auf die Begegnung vorbereitet – auch wenn das sicherlich nicht immer ganz einfach war.

Wann habt ihr erfahren, dass das Derby abgesagt wird?
Während des Abschlusstrainings hat Jochen Schneider uns informiert. Die Stimmung anschließend in der Kabine war sehr seltsam. Jochen und auch der Trainer haben uns dann in einer Ansprache die Situation noch einmal genau erklärt und uns wichtige Hinweise für die kommenden Tage mit auf den Weg gegeben.

Seit Dienstag trainiert ihr nicht mehr gemeinsam, sondern jeder für sich individuell. Wie sieht dein Tagesprogramm aus?
Tags zuvor, am Montag, haben wir einen Laktattest gemacht. So wurde noch einmal exakt ermittelt, auf welchem Stand jeder einzelne Spieler ist. Darauf aufbauend hat unser Trainerstab einen auf jeden Spieler individuell abgestimmten Plan erstellt. Das Programm beinhaltet einige Läufe, aber auch andere Übungen. Ich habe einen Garten, in dem ich einige Übungen an der frischen Luft absolvieren kann. Zudem befindet sich im Keller ein kleiner Fitnessraum mit diversen Geräten. Für die unvorhergesehene Trainingszeit daheim bin ich gut aufgestellt.

Trägst du beim Training ein Messgerät, das die Werte an die Athletik-Trainer übermittelt?
Jeder Spieler hat eine Pulsuhr mitbekommen. Nach den Übungen müssen wir die Werte in einer App hochladen, so hat unser Trainerstab direkt Zugriff.

Leistet euren Beitrag und bleibt zu Hause, damit sich die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt und Menschen, die zur Risikogruppe zählen, nicht noch weiter unnötig gefährdet werden.

Bastian Oczipka

Wie haltet ihr den Kontakt in der Mannschaft?
Wir haben eine eigene Whatsapp-Gruppe, in der wir uns regelmäßig austauschen. Auch der Trainer und die Verantwortlichen halten uns stets auf dem Laufenden. Für uns alle ist es eine ungewisse Lage. Niemand von uns hat solch eine Situation schon einmal erlebt. Daher müssen wir von Tag zu Tag schauen, wie es weitergeht.

Hast du deine Lebensgewohnheiten an den vergangenen Tagen verändert?
Wie jeder andere auch achte ich darauf, von meinen Mitmenschen ein Stück weit Abstand zu halten. Der Großteil meines Lebens spielt sich derzeit aber eh zu Hause ab. Manchmal muss ich aber auch vor die Tür, da wir zwei Hunde haben. Da steht der eine oder andere Spaziergang im Wald an.

Du bist nicht nur Fußballprofi, sondern auch Familienvater. Dein Sohn ist zweieinhalb Jahre alt. Wie hast du ihm erklärt, dass er derzeit nicht in die Kita und nicht auf den Spielplatz darf?
Er ist noch zu jung, um zu verstehen, was gerade passiert. In seinen Augen hat er derzeit Kita-Ferien – und Papa hat auch Ferien. Das findet er gerade ganz cool. Der Kontakt zu Opa und Oma findet momentan nur telefonisch statt. Wir wollen kein Risiko eingehen und halten uns an die Empfehlungen.

Ebenso wie du sind derzeit auch viele Fans zu Hause. Kannst du die eine oder andere Serien-Empfehlung geben?
‚Haus des Geldes‘ und ‚Skylines‘ auf Netflix gefallen mir sehr gut, dazu eine Dokumentation über Bill Gates. Dazu für Familienväter: ‚Paw Patrol‘. Das gucke ich ab und zu mit meinem Sohn, allein aber nicht (lacht).

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns genommen hast. Hast du zum Abschluss noch eine Botschaft an die Fans?
Es gibt im Leben wichtigere Dinge als Fußball! Gesundheit und Verantwortung zählen auch dazu! Passt gut auf euch und eure Mitmenschen auf und werdet eurer gesellschaftlichen Verantwortung besonders in dieser Zeit gerecht. Leistet euren Beitrag und bleibt zu Hause, damit sich die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt und Menschen, die zur Risikogruppe zählen, nicht noch weiter unnötig gefährdet werden. Dann sehen wir uns auch bald wieder alle gemeinsam auf Schalke.

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