Bastian Oczipka: Ich hätte sofort unterschrieben

Nach seinem Wechsel hat sich Bastian Oczipka auf Anhieb als Stammspieler etabliert. Im Interview mit schalke04.de blickt der Linksfuß auf die Hinrunde zurück, zudem spricht er über das erste Weihnachten zu dritt und Sprüche seiner Kollegen nach dem Duell mit dem FC Augsburg.

Bastian, als wir im Sommertrainingslager in Mittersill zusammensaßen, hattest du in der Vorwoche aufgrund der USA-Reise mit deinem ehemaligen Verein Eintracht Frankfurt und der anschließenden China-Tour von uns zehntausende Flugkilometer absolviert. Die Anreise nach Benidorm war jetzt ein Klacks, oder?
Das stimmt (lacht). Es war deutlich entspannter. Die zwei Stunden im Flieger und die paar Kilometer mit dem Bus gingen schnell vorbei. Das ist aber auch gut so, denn wir haben nicht viel Zeit, um uns auf die Rückrunde vorzubereiten. Bereits in anderthalb Wochen geht es in Leipzig wieder um Punkte.

Du bist 28 Jahre alt und hast dementsprechend schon einige Vorbereitungen in deiner Karriere absolviert. Mit welchen Gedanken reist man in ein Trainingslager?
Natürlich kann sich jeder vorstellen, dass die Vorbereitung nicht unbedingt die schönste Zeit in einem Fußballerleben ist. Aber auch das gehört dazu. Und schließlich wissen wir ja alle, wofür wir malochen. Wir wollen die Basis für ein gutes zweites Halbjahr der Saison legen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Trainingslager und Einheiten auf dem Vereinsgelände?
In einem Trainingslager kann man noch intensiver arbeiten, da wir noch mehr Zeit haben als sonst. Klar, auf Schalke trainieren wir auch häufig zweimal am Tag. Aber in Benidorm sind wir als Mannschaft täglich 24 Stunden zusammen. So ergibt sich beispielsweise die Möglichkeit, kurzfristig Videoschulungen durchzuführen oder andere Themen anzugehen. Außerdem ist ein Trainingslager auch gut für den Teamgeist.

Wir sind mit unserer Entwicklung noch lange nicht am Ende.

Bastian Oczipka

Wie hast du dich in der Winterpause fit gehalten?
Allzu viele freie Tage waren es aufgrund des engen Terminkalenders ja gar nicht, sodass niemand wieder bei null anfangen musste. Jeder Spieler hat einen individuellen Laufplan mitbekommen. Daran habe ich mich gehalten. Die Werte wurden auch von unserem Trainerstab überprüft.

Wie lief Weihnachten bei dir ab? Nach der Geburt deines Sohnes Paul im Oktober seid ihr erstmals zu dritt gewesen.
Wir waren zu Hause und haben mit der ganzen Familie gefeiert. Meiner Eltern und Schwiegereltern waren zu Besuch, dazu auch Oma und einige andere Verwandte. Die Hütte war voll. Es war eine schöne Zeit, die leider viel zu schnell vorbei gegangen ist. Anschließend war ich noch einige Tage im Urlaub, ein bisschen snowboarden und Kraft für die kommenden Aufgaben tanken.

Dabei hast du sicherlich auch auf die Hinrunde zurückgeblickt. Nach deinem Wechsel aus Frankfurt bist du auf Anhieb Stammspieler geworden. Dazu seid ihr Tabellenzweiter und steht im Viertelfinale des DFB-Pokals …
Das hätte schlechter laufen können, oder? Wenn du mir das im Sommer vorhergesagt hättest, hätte ich das Ganze sofort unterschrieben. Natürlich hat man immer Wünsche und Erwartungen, aber dass das dann auch eintrifft, ist ja nicht immer der Fall. Ich bin sehr froh darüber, wie mein erstes halbes Jahr auf Schalke gelaufen ist.

Ich bin sehr froh darüber, wie mein erstes halbes Jahr auf Schalke gelaufen ist.

Bastian Oczipka

Was war euer großes Plus in der Hinrunde?
Das wurde ich schon häufig gefragt – und eigentlich kann ich immer nur die gleiche Antwort geben: unser Teamgeist, unser Mannschaftsgefüge. Da ist in den vergangenen Monaten richtig was zusammengewachsen. Und ich glaube, wir sind mit unserer Entwicklung noch lange nicht am Ende. Wichtig ist es, dass wir jetzt weiter fokussiert und hungrig auf jeden Punkt sind.

An der positiven Entwicklung hast auch du deinen Anteil. Deine gefährlichen Standards sowie die Hereingaben von links haben schon zu manchen Toren geführt. Ein eigener Treffer war dir aber noch nicht vergönnt. Sehen wir dich im zweiten Saisonteil jubeln?
Zunächst einmal finde ich es nicht wichtig, wer die Tore macht. Die Hauptsache ist doch, dass sie fallen. Aber klar, ein eigener Treffer ist natürlich immer etwas Besonderes. Gegen Augsburg war ich ganz nah dran, da stand ich frei vorm Tor und habe das Ding dann nicht gemacht. Deshalb haben mich die Jungs auch schon ein paar Mal aufgezogen (lacht). Aber die Ecke, die aus dieser Szene resultierte, führte dann ja zum 2:0. Von daher konnte ich wenig später ja doch noch mit meinen Mitspielern jubeln.

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Bastian Oczipka

PositionVerteidiger
Geburtsdatum12.01.1989
Größe1.85 m
Gewicht85 kg
Auf Schalke seit15.07.2017

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