Benedikt Höwedes: Das Team steht über allem

Kurz vor dem Ende der vergangenen Saison unterzog sich Benedikt Höwedes einer Hüftoperation, die ihn in der Vorbereitung auf die Vorbereitung einschränkte. Gegen Neftchi Baku konnte der 29-Jährige zuletzt aber sein Comeback feiern. Auf schalke04.de spricht der Weltmeister über sein Comeback, seinen Fitnesszustand, den Konkurrenzkampf im Team und die Arbeit unter dem neuen Trainer Domenico Tedesco.

Benedikt Höwedes

Benedikt Höwedes, hattest du nach dem Test gegen Neftchi Baku und den vielen Einheiten in Mittersill schwere Beine?
Natürlich habe ich noch etwas Rückstand, da ich deutlich später als die meisten meiner Mitspieler ins Training eingestiegen bin. Und wegen der OP konnte ich mich auch nicht so wie alle anderen auf die Vorbereitung vorbereiten. Ich glaube aber, dass ich ein Typ bin, der das schnell aufholt. Ich mache mir da keine Sorgen.

War die Operation unumgänglich?
Ich habe in der Rückrunde phasenweise mit großen Schmerzen gespielt, mich aber in den Dienst der Mannschaft gestellt. Unsere medizinische Abteilung hat einen super Job gemacht und immer wieder mit mir an den kleineren Baustellen gearbeitet, damit ich spielen konnte. Deshalb an dieser Stelle auch noch einmal ein riesiges Dankeschön an die Jungs.

Wirst du beim Bundesligastart wieder bei 100 Prozent sein?
Ob ich gegen Leipzig schon wieder auf einem absoluten Toplevel bin, werden die kommenden zwei Wochen zeigen. Denn man braucht auch immer einen gewissen Rhythmus. Und es macht keinen Sinn, in ein Pflichtspiel zu gehen, wenn man nicht bei 100 Prozent ist und andere topfit sind.

Du hättest also kein Problem damit, gegen Leipzig auf der Bank zu sitzen?
Natürlich will ich spielen, das ist doch klar. Aber wir haben auf allen Positionen viel Qualität, da muss sich niemand wichtiger nehmen als er ist. Jeder Spieler zieht voll mit und sucht seine Chance. Bei der Aufstellung wird der Trainer die Qual der Wahl haben. Der Konkurrenzkampf ist da, jeder Einzelne muss um seinen Platz kämpfen. Wichtig wird sein, dass die Qualität auch im Laufe der Saison hoch bleibt und wir uns immer wieder gegenseitig zu Höchstleistungen pushen.

Ihr spielt unter Domenico Tedesco zumeist im 3-4-3-System. In den Testspielen klappte das ganz gut …
Noch funktioniert nicht alles. Aber ich denke, man sieht deutlich, in welche Richtung es gehen soll. Wir haben auch in der vergangenen Saison teilweise mit einer Dreierkette gespielt. Und das lief recht erfolgreich. Deshalb denke ich, dass dieses System sehr gut zu unserer Mannschaft passt, wenngleich wir nun eine etwas andere Grundausrichtung haben als im Vorjahr. Tendenziell spielen wir jetzt eher mit drei Stürmern, damals waren es zumeist zwei.

Im Training fließt reichlich Schweiß, dennoch ist euch die Freude an der Arbeit anzusehen. Täuscht der Eindruck?
Nein, es stimmt. Die Einheiten machen Spaß und sind sehr zielorientiert. Meiner Meinung nach erkennt man in unserem Spiel bereits deutliche Fortschritte. Bei Domenico Tedesco fällt auf, dass er sehr detailversessen ist. Gewisse Abläufe müssen stimmen, daran wird intensiv gefeilt. Jeder Spieler muss genau wissen, was er auf seiner Position zu tun hat. Dabei geht es aber nicht nur um individuelle Qualität, sondern auch, was seine Aufgabe im Mannschaftsverbund ist. Wir werden nicht nur in den Trainingseinheiten sehr gut darauf vorbereitet, sondern auch in den Videoanalysen. Ich sehe uns auf einem guten Weg.

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