Benjamin Stambouli: Ohne Ball am Fuß war es gar nicht so einfach

Mit überzeugenden Leistungen im abgelaufenen Spieljahr und einem sympathischen Auftreten neben dem Platz hat sich Benjamin Stambouli in die Herzen vieler Fans gespielt. Im Interview mit schalke04.de spricht der Franzose über die fußballfreie Zeit, die Mannschaftsfahrt nach Barcelona, Kontakt zu seinen Anhängern auf dem Trainingsgelände und Instagram, die China-Tour und die Weltmeisterschaft, bei der er natürlich seinem Heimatland die Daumen drückt.

Benjamin, nach fast sechs Wochen Pause seid ihr vor etwas mehr als einer Woche wieder ins Training eingestiegen. Wann hat es während des Urlaubs wieder in den Füßen gekribbelt?
Zu Beginn habe ich mehrfach mit meinen Freunden auf kleinerem Feld gekickt, fünf gegen fünf. Nach drei Spielen habe ich mir dann aber gesagt, dass ich Urlaub habe und ein wenig Abstand gewinnen sollte. Also habe ich eine zehntägige Fußballpause eingelegt. Das war gar nicht so einfach (lacht). Aber es war wichtig, um abzuschalten.

Verrätst du uns, wo du im Urlaub warst?
Na klar! Zunächst war ich in Montpellier und habe einige Tage mit meiner Familie und meinen Freunden verbracht. Es war sehr schön, all die Menschen, die mir wichtig sind, einmal wieder über einen längeren Zeitpunkt zu sehen. Danach bin ich mit meiner Familie nach Formentera geflogen. Eine wirklich wunderschöne Insel, die zu Spanien gehört. Die Zeit dort haben wir sehr genossen. Die letzten Tage meines Urlaubs war ich dann wieder im Süden von Frankreich.

Wie hast du dich während des Urlaubs fit gehalten?
Jeder Spieler hat einen individuellen Trainingsplan bekommen. Mein Programm hat am 14. Juni begonnen. Ich habe mehrere Läufe und gymnastische Übungen absolviert. Das hat sich ausgezahlt. Beim Trainingsstart habe ich mich gut gefühlt, die Werte passten.

Vor deinem Urlaub wart ihr mit der gesamten Mannschaft auf Abschlussfahrt in Barcelona. Gab es das bei deinen vorherigen Clubs auch?
Als ich noch bei Tottenham Hotspur gespielt habe, waren wir nach der Saison für einen Sponsor gemeinsam in Malaysia und Australien unterwegs. Es war also keine klassische Mannschaftsfahrt, aber trotzdem eine schöne Geschichte. Mit Schalke war es tatsächlich ein reiner Team-Ausflug, den wir gemeinsam geplant und organisiert hatten. Es gab keinen Spieler, der nicht mitfliegen wollte. Nach dem fantastischen Jahr war es schön, die ganzen Erlebnisse noch einmal gemeinsam Revue passieren zu lassen und die Vizemeisterschaft ein wenig zu feiern.

Ebenso wie für die Mannschaft lief das Jahr gerade für dich persönlich überragend. Auf neuer Position hast du dich etabliert und konstant starke Leistungen gebracht. Bist du auch für die anstehende Saison als Verteidiger eingeplant?
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht. Am Ende entscheidet aber immer der Trainer, wer wo spielt. Ich bin bereit, der Mannschaft auf mehreren Positionen zu helfen. Egal, wo ich aufgestellt werde – ich werde immer 100 Prozent geben!

Es ist ein schönes Gefühl, wenn du siehst, dass deine Leistung anerkannt wird, dass die Fans dich mögen.

Benjamin Stambouli

Beim Training sind immer mehr Fans zu sehen, die die Nummer 17 und deinen Namen auf dem Rücken tragen. Zuletzt gab es sogar T-Shirts mit dem Aufdruck ‚Du hast keine Chance, du spielst gegen Benjamin Stambouli‘! Wie stolz macht dich die Wertschätzung der königsblauen Anhänger?
Sehr stolz. Es ist ein schönes Gefühl, wenn du siehst, dass deine Leistung anerkannt wird, dass die Fans dich mögen. Die T-Shirts habe ich zuletzt auch gesehen. Auch auf Instagram. Diesen Fans habe ich sofort eine Nachricht geschickt und mich bedankt. Und als ich sie beim Training gesehen habe, bin ich auch auf sie zugegangen. Mich motiviert dieser Support noch einmal zusätzlich. Mein Ziel ist es, diese Unterstützung mit Leistung auf dem Platz zurückzuzahlen.

Momentan bereitet ihr euch in China auf die neue Saison vor. Welche Eindrücke hast du bisher gewonnen?
Da ich auch in meiner Freizeit gerne reise, um neue Orte auf der Welt kennenzulernen, bin ich sehr dankbar, dass wir gerade in China sind. Wir werden hier überall sehr herzlich empfangen, die Menschen sind sehr nett. Das Wetter ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Teilweise ist es sehr heiß, zudem ist die Luftfeuchtigkeit hoch. Allerdings denke ich, dass uns das helfen wird, wenn wir zurück in Deutschland sind.

Parallel zu eurem Aufenthalt im Reich der Mitte läuft die Weltmeisterschaft in Russland. Hast du das Viertelfinalspiel der Franzosen gegen Uruguay gesehen?
Das konnte ich mir doch nicht entgehen lassen. Da wir in China der deutschen Zeit um sechs Stunden voraus sind, haben wir uns das Spiel am Abend mit der gesamten Mannschaft im Hotel angeschaut. Ich bin sehr glücklich, dass Frankreich den Sprung ins Halbfinale geschafft hat und hoffe, dass mein Heimatland am Ende auch den Titel holt. Als Frankreich 1998 Weltmeister geworden ist, war ich gerade acht Jahre alt. An diesen Sommer habe ich noch viele Erinnerungen. Die Mannschaft um Zinedine Zidane war magisch. Es war ein Genuss, ihr zuzuschauen.

Frankreichs Gegner im Halbfinale ist Belgien …
… weshalb unser Team-Manager Jan-Pieter Martens, der Belgier ist, und ich uns schon seit einigen Tagen hochschaukeln. Ich denke, der Verlierer wird sich nach dem Spiel den einen oder anderen Spruch anhören müssen. Ich hoffe, dass ich es bin, der Jan-Pieter ein wenig ärgern kann (lacht).

Auch auf Schalke warten große Spiele. Ende August werden die Champions-League-Gruppen ausgelost. Hast du einen Wunschgegner?
Wenn ich mir anschaue, wer alles dabei ist, können es nur Kracher-Duelle werden. Mit Paris Saint-Germain habe ich damals gegen Real Madrid gespielt. Darauf hätte ich noch einmal Lust. Zumal ich weiß, dass Schalke in seinem letzten Champions-League-Spiel auch im Bernabeu gespielt hat. Das 4:3 war eine magische Nacht, auch wenn es leider nicht zum Weiterkommen gereicht hat.

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