Cedric Teuchert: Ich will das Vertrauen zurückzahlen

Seit ziemlich genau einem Jahr ist Cedric Teuchert ein Knappe. Im Interview mit schalke04.de zieht der U21-Nationalspieler eine Bilanz der ersten zwölf Monate im blau-weißen Trikot. Zudem spricht der Stürmer über einen guten Austausch mit Domenico Tedesco, Verletzungspech und die Gier auf sein erstes Bundesligator.

Cedric, vor einem Jahr bist du in Benidorm als Neuzugang vorgestellt worden. Wie fällt dein Fazit der vergangenen zwölf Monate aus?
Positiv. Bevor ich mich für den Wechsel entschieden hatte, hat der Trainer mir erläutert, was er mit mir vorhat. Dass ich in den ersten Monaten nur wenig Spielzeit bekommen werde, war mir bewusst, das war so abgesprochen. Ich musste mich erst einmal an das höhere Niveau in der Bundesliga gewöhnen. Ich spüre, dass ich mich sehr gut weiterentwickelt habe. Und das nicht nur sportlich, sondern auch als Mensch. Bitter waren natürlich die Verletzungspausen. Häufig war ich ganz nah dran, eine größere Rolle zu spielen – und dann kamen die Verletzungen.

Wie hast du dich in diesen Phasen motiviert?
Es war schon extrem ärgerlich. Nach der Diagnose im Oktober (Teilruptur der Hüftbeugesehne, Anm. der Redaktion) war ich sehr traurig, weil ich wusste, dass ich mich wieder nicht zeigen kann, dass ich wieder Zeit verlieren werde. Dann habe ich aber schnell nach vorne geschaut und gut mit unserem Reha-Trainern gearbeitet, damit ich schnell wieder fit werde. Zum Glück bin ich jetzt schmerzfrei.

Hast du es in deiner Karriere schon einmal erlebt, dass nahezu die gesamte Offensivabteilung nicht spielen konnte?
Nein, das war neu für mich. Teilweise hat es uns echt knüppeldick erwischt. Ich hoffe, dass wir im Jahr 2019 von Verletzungen verschont bleiben.

Der Trainer steht immer hinter mir.

Cedric Teuchert

Domenico Tedesco hält große Stücke auf dich und hat schon mehrfach gesagt, dass du ein eingebautes GPS-System hättest. Wie wichtig ist dir das Vertrauen des Trainers?
Es ist schön, wenn man als Spieler so etwas hört. Das tut gut. Der Trainer steht immer hinter mir. Dieses Vertrauen möchte ich auf dem Platz zurückzahlen. Ich weiß, dass es an der Zeit ist, den nächsten Schritt zu machen. Ich bin ein Stück weit in der Bringschuld und haue mich im Training voll rein, um mich zu empfehlen und dann auch endlich mein erstes Bundesligator zu erzielen.

In der U21-Nationalelf warst du in der EM-Qualifikation bester Torschütze, hast bislang in acht Junioren-Länderspielen acht Treffer erzielt. Wann sehen die Fans dein erstes Tor im S04-Trikot?
Ich hoffe, dass das bald passiert. Es wird Zeit für mein erstes Tor. Allerdings mache ich mir selbst keinen Druck. Wenn ich der Mannschaft mit guten Laufwegen helfen kann, ist das auch gut. Aber als Stürmer will ich natürlich Tore schießen.

In Freiburg hast du am 5. Spieltag getroffen – allerdings wurde dein Jubel aufgrund einer Abseitsstellung schnell beendet. Was ging dir in dieser Szene durch den Kopf?
Das war bitter. Für mich wäre es ein Traumstart gewesen. Ich stand das erste Mal überhaupt in der Bundesliga in der Startelf, und schon nach vier Minuten zappelte der Ball im Netz. Ich habe kurz gejubelt, dann war mir aber relativ schnell klar, dass das Tor nicht zählt. Leider.

Ihr bereitet euch aktuell in Benidorm auf die Rückrunde vor. Freut man sich als Spieler eigentlich im Vorfeld auf ein Trainingslager?
Wir haben top Bedingungen, schönes Wetter, bekommen gutes Essen. Aber ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich froh bin, dass ich derzeit von zu Hause, von der Familie, weg bin. Uns tut die Zeit in Benidorm aber sehr gut. Wir arbeiten konzentriert, damit wir im zweiten Saisonteil besser punkten als im ersten.

Was machst du im Trainingslager, wenn du nicht auf dem Platz stehst oder in Besprechungen bist?
Ich lese ein wenig, um abzuschalten. Zudem schaue ich eine Serie auf meinem Tablet. Derzeit läuft bei mir „The Blacklist“. Und natürlich telefoniere ich auch immer wieder mit der Heimat.

Für uns ist das Spiel gegen Genk ein guter Härtetest.

Cedric Teuchert

Am Freitag bestreitet ihr ein Testspiel gegen den KRC Genk. Ist das Duell mit dem belgischen Tabellenführer der Höhepunkt des Trainingslagers?
Definitiv. Wir freuen uns alle auf das Spiel. Genk ist ein starker Gegner, die Jungs spielen in Belgien eine richtig starke Saison. Für uns ist diese Begegnung ein guter Härtetest.

Am Wochenende danach startet ihr gegen den VfL Wolfsburg in die Rückrunde.
Wir wollen einen guten Start hinlegen. Natürlich haben wir die Hinrunde noch im Hinterkopf, aber für uns geht es wieder neu los. Für das Spiel kann es nur ein Ziel geben: drei Punkte im eigenen Stadion holen!

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Seite teilen

Das könnte dich auch interessieren

Sascha Riether

Sascha Riether: An jedem einzelnen Tag mit Schalke identifiziert

Beim 0:0 gegen den VfB Stuttgart war Sascha Riether der Mann des Tages. Der 36-Jährige spielte zwar nur kurz, wurde vor, während und nach dem Spiel aber minutenlang gefeiert. Auf schalke04.de spricht der Rechtsverteidiger über das Ende seiner Laufbahn, die Emotionen und Gefühle bei seiner Einwechslung, das Abschiedsgeschenk seiner Mitspieler und seine Pläne für die Zukunft.

Alexander Nübel

Alexander Nübel: Ein anderes Gefühl beim Frühstück

Mit starken Auftritten konnte Alexander Nübel in den vergangenen Wochen zwischen den königsblauen Pfosten überzeugen. Im Interview mit schalke04.de spricht der Torhüter über die aktuelle Stimmung in der Mannschaft, das Duell mit dem FC Augsburg und seine neue Rolle.

Daniel Caligiuri

Daniel Caligiuri: Dürfen uns nicht auf dem Derbysieg ausruhen

Mit zwei Toren hatte Daniel Caligiuri großen Anteil am Derbysieg. Für den 31-Jährigen waren es allerdings nicht die ersten Erfolgserlebnisse gegen die Schwarz-Gelben. In den vier vergangenen Duellen mit dem BVB war er an sieben Treffern beteiligt (vier Tore, drei Vorlagen). Auf schalke04.de spricht der Mittelfeldmann über die Sekunden vor dem Elfmeter zum Ausgleich, den Freistoß, der zum 3:1 führte, und die Bedeutung der Partie für die kommenden Aufgaben.

Matija Nastasic

Matija Nastasic: Das verrückteste Spiel meiner Karriere

Wenn Matija Nastasic an das Derby aus der Vorsaison zurückdenkt, bekommt der 26-Jährige noch heute eine Gänsehaut. Im Interview mit schalke04.de erinnert sich der Verteidiger an das verrückte 4:4 aus der Vorsaison, zudem spricht er über seine Derby-Erfahrungen aus England und das heißeste Nachbarschaftsduell in seiner Heimat Serbien.