Cedric Teuchert: Von Burgi kann ich mir einiges abschauen

Nach seinem Wechsel in der Winterpause bestreitet Cedric Teuchert aktuell seine erste komplette Vorbereitung in Königsblau. Dabei bringt ihn auch ein kleines Malheur im Training nicht aus dem Tritt. Im Interview mit schalke04.de spricht der U21-Nationalspieler über sein erstes halbes Jahr auf Schalke, gute Gespräche mit Domenico Tedesco, einen Mitspieler, bei dem er sich viel abschauen kann und die Idole seiner Kindheit.

Cedric, du hast vor wenigen Tagen eine Gehirnerschütterung erlitten und daher in Aue nicht gespielt. Was ist passiert?
Das war eine unglückliche Situation im Training. Ich bin mit unserem Torhüter Michael Langer zusammengestoßen. Da hat es mich richtig erwischt.

Brummt der Schädel noch?
Noch ein bisschen, aber es ist im Vergleich zu den Tagen zuvor schon viel besser geworden. Ich denke, dass es nicht mehr lange dauert, bis ich wieder mit der Mannschaft trainieren kann. Der Ausfall war zwar ein kleiner Rückschlag in der Vorbereitung. Das wirft mich zwei, drei Tage zurück. Aber mehr auch nicht.

Mit wem teilst du das Zimmer in Mittersill?
Mit Suat Serdar. Wir beide kennen uns schon einige Jahre, da wir in diversen U-Nationalteams zusammengespielt haben und dies noch immer in der U21 tun. Ich bin froh, dass er sich für einen Wechsel zu uns entschieden hat. Suat ist ein guter Kerl, er passt zu uns.

Diese großartige Unterstützung in einem Trainingslager ist Neuland für mich.

Cedric Teuchert

Du hast in der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern deine erste Blau-Weiße Nacht erlebt. Wie hat dir der Abend gefallen?
Dass bei unseren Trainingseinheiten in Gelsenkirchen immer sehr viele Fans vor Ort sind, darf ich Woche für Woche erleben. Diese großartige Unterstützung in einem Trainingslager war aber Neuland für mich. Ich kann das gar nicht so richtig in Worte fassen. Wenn man sieht, wie viele Fans uns begleiten, ist das schon enorm. Wir als Mannschaft sind sehr dankbar für diese Unterstützung. Für mich war es übrigens auch sportlich ein erfolgreicher Abend (lacht). Ich habe beim Fußballdart gegen Daniel Caligiuri gewonnen.

Bei der Saisoneröffnung am 12. August werden rund 100.000 Fans erwartet …
Ralf Fährmann hat mir nach der Blau-Weißen Nacht erzählt, was auf Schalke los sein wird. Ich bin gespannt. Noch fehlt mir die Vorstellungskraft. 100.000 Menschen – das ist schon eine Hausnummer! Ich freue mich auf den Schalke-Tag.

Du hast in der Vorbereitung bereits zwei Tore geschossen. Geben dir die Treffer zusätzliches Selbstvertrauen?
Auf jeden Fall. Zumal es ja auch meine ersten beiden Tore für Schalke gewesen sind. Das gibt mir Schwung für die kommenden Wochen und Monate.

Auch in der U21-Nationalelf hast du deine Treffsicherheit in den vergangenen Monaten bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Wann klappt es mit dem ersten Pflichtspieltor für Schalke?
Ich hoffe, dass es nicht mehr lange dauert. Ich war ja schon mehrfach ganz nah dran. In Augsburg oder auch gegen Frankfurt hat nicht viel gefehlt. Gerade gegen Frankfurt hätte ich mindestens ein Tor erzielen müssen.

Du bist in der Offensive vielseitig einsetzbar. Auf welcher Position spielst du am liebsten?
Gerne ganz vorne, gemeinsam mit einem zweiten Stürmer, wie zuletzt beim Testspiel in Essen. Alles andere ist aber auch kein Problem für mich.

Wie sieht das Feedback von Domenico Tedesco aus?
Der Trainer spricht sehr viel mit mir. Er sagt, wenn etwas gut gelaufen ist, erklärt aber auch, was besser werden muss. Schon bei meinem Wechsel im Januar hat Domenico Tedesco mir genau erläutert, was er mit mir vorhat. Und dass ich in den ersten Wochen erst einmal langsam ans Team herangeführt werde. Für mich ist dieser Austausch sehr wichtig. Ich weiß, dass der Trainer mir vertraut, dass er mir die nötige Zeit zur Eingewöhnung gegeben hat. Dieses Vertrauen möchte ich mit Leistung zurückzahlen.

Der Trainer spricht sehr viel mit mir.

Cedric Teuchert

Du bist in der Rückrunde in vier Bundesligaspielen und zwei Partien im DFB-Pokal zum Einsatz gekommen. Hattest du dir im Vorfeld etwas mehr Spielzeit erhofft?
Wie jeder andere Fußballer auch möchte ich natürlich so viel wie möglich spielen. Aber ich habe mir keinen Druck gemacht, weil neben Domenico Tedesco auch Co-Trainer Peter Perchtold und Christian Heidel gesagt haben, wie sie mich sehen. Der Weg, den wir gegangen sind, war genau der richtige. Jetzt, nach einem halben Jahr Eingewöhnung, möchte ich voll angreifen.

Hast du dich im Ruhrgebiet mittlerweile gut eingelebt?
Ich muss zugeben, dass die ersten Wochen fernab der Heimat und der Familie schon schwer waren. Aber da die Mannschaft es mir sehr leicht gemacht hat und ich auch schnell eine passende Wohnung gefunden habe, fühle ich mich mittlerweile pudelwohl.

Gibt es einen Mitspieler, bei dem du dir etwas abschaust?
Burgi ist sicherlich so etwas wie ein Vorbild. Von ihm kann ich mir einiges abschauen. Er spricht viel mit mir, wir verstehen uns super und kennen uns aufgrund der gemeinsamen Zeit in Nürnberg schon einige Jahre. Seine Leistung in den vergangenen anderthalb Jahren imponiert mir. Was Guido geschafft hat, ist nur schwer zu wiederholen.

Im November gibt es ein Wiedersehen mit eurem Ex-Verein, dem 1. FC Nürnberg. Wird das Duell mit dem Club dein persönliches Highlight der Hinrunde?
Jedes Spiel für sich ist ein Highlight. Aber klar, das Wiedersehen mit dem FCN ist schon etwas Besonderes. Nürnberg ist meine Heimat, ich habe noch viel Kontakt zu meinen ehemaligen Mitspielern. Während der 90 Minuten auf dem Platz muss die Freundschaft aber ruhen. Da wollen wir wie in jedem anderen Spiel auch drei Punkte holen.

Jeder kleine Junge träumt davon, irgendwann einmal in der Champions League zu spielen. Hattest du in deiner Kindheit ein Idol, dem du nachgeeifert hast?
Da gab es einige. Ronaldinho, Samuel Eto’o, Cristiano Ronaldo, Thierry Henry … Für die Möglichkeit, dass ich bald selbst in der Königsklasse spielen darf, bin ich sehr dankbar. Die Atmosphäre, wenn die Champions-League-Hymne läuft und man ins Stadion einläuft – da werde ich mit Sicherheit eine Gänsehaut bekommen.

Ende August werden die Gruppen ausgelost. Gibt es ein Stadion, in dem du unbedingt einmal auflaufen möchtest?
Eines? Da kann ich einige nennen. Das Estadio Santiago Bernabeu in Madrid, die Anfield Road in Liverpool, das Old Trafford in Manchester. Diese Liste ließe sich beliebig fortführen. Wenn man sich anschaut, welche Teams im Lostopf sind, können es nur ganz besondere Abende werden.

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