Christian Heidel: Möchte auf Schalke Kräfte bündeln

Seit Pfingstsonntag (15.5.) leitet Christian Heidel die Ressorts Sport und Kommunikation im Vorstand des FC Schalke 04. Am Mittwoch (18.5.) wurde der 52-Jährige im Rahmen eines Mediengesprächs offiziell vorgestellt. schalke04.de hat seine wichtigsten Aussagen notiert.

Christian Heidel über ...

… seine Beweggründe, aus Mainz wegzugehen:

Ich hätte mir vor einigen Jahren sicherlich nicht vorstellen können, bei einem anderen Verein zu arbeiten. Denn ich war sehr glücklich und hatte eine tolle Aufgabe. Wir haben gemeinsam einiges entwickelt, als kleiner Verein hier und da für Furore sorgen dürfen und jetzt eine Top-Saison gespielt. Aber seit einem Jahr habe ich ein wenig umgedacht. Ich habe für mich selbst beschlossen, dass ich mir erstmalig Gedanken machen werde, wenn sich eine interessante Möglichkeit bietet. Dann entstand der Kontakt zu Schalke und Clemens Tönnies.

… die Gespräche mit Schalke:

Ich wollte zu einem Club, bei dem ich etwas bewegen kann. Den Eindruck habe ich nach vielen Gesprächen mit Clemens Tönnies bekommen. Wir haben uns sehr intensiv ausgetauscht, bis ich meine Entscheidung getroffen hatte. Er ist einer der Gründe, warum ich zu Schalke 04 gewechselt bin. Er hat mir den Verein in einer Art präsentiert, dass ich Gefahr lief, schon früher Fan von Schalke 04 zu werden. Ich habe zu ihm während der Gespräche gesagt: „In ihren Adern muss blau-weißes Blut fließen.“ Wir haben darüber gesprochen, wie die Aufgaben verteilt werden. Es gibt eine klare Zusage, dass das operative Geschäft Aufgabe des Vorstands sein wird.

Unser Ziel muss sein, dass die Anhänger wieder stolz auf Schalke 04 sind.

… seine Rolle im Verein:

Mir war nicht nur wichtig, dass ich Schalke 04 kennenlerne, sondern dass Schalke 04 auch mich kennenlernt. Jeder sollte wissen, wie ich arbeite. Ich habe Clemens Tönnies vermittelt, dass ich mich natürlich als Sportvorstand sehe, aber dass es für mich ebenfalls extrem wichtig ist, diesen Verein als Ganzes zu sehen. Ich möchte hier etwas bewegen. Nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern im Verein an sich. Ich möchte, dass Schalke 04 in der Öffentlichkeit so gesehen wird, wie wir es gerne hätten. Es ist eine spannende Aufgabe, diesen Club etwas anders zu positionieren. Ich möchte sehr gerne über den Tellerrand des reinen Transfergeschäftes hinausschauen. Ich habe den S04 aus der Ferne immer als einen Club mit einer sehr großen Emotionalität empfunden. Wer mich kennt, weiß, dass ich auch nicht ganz unemotional bin. Deswegen finde ich Schalke 04 total spannend, aber auch schwierig. Eine langweilige und weniger herausfordernde Aufgabe hätte mich aus Mainz nicht weggekriegt.

… Schalke 04:

In Mainz habe ich jeden Tag etwas über Schalke 04 in den Zeitungen gelesen. Oftmals nicht nur positive Dinge. Schalke ist ein unruhiger Verein, in dem – von außen betrachtet – hier und da nicht immer alle an einem Strang gezogen haben. Schalke hat eine große Strahlkraft und Energie. Mein Bestreben wird sein, gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen zu versuchen, diese Energie in eine Spur zu bringen. Ich glaube, dass es einem solchem Club mit mehr als 140.000 Mitgliedern und Millionen von Sympathisanten gelingen muss, die Kräfte zu bündeln. Dann ist er ganz schwer zu stoppen. Es wird eine tolle und spannende Aufgabe sein, die Menschen mitzunehmen. Damit muss man im eigenen Haus anfangen. Unser Ziel muss sein, dass die Anhänger wieder stolz auf Schalke 04 sind.

… die Mannschaft:

Mir ist es extrem wichtig, ein vollständiges Bild vom Team zu bekommen. Fakt ist, dass die Mannschaft viel Potential hat. Es gibt schlechtere Platzierungen als Rang fünf. Das Ziel ist klar: Es muss ein klares Konzept und eine klare Spielphilosophie vorhanden sein, die völlig unabhängig von den Personen ist. Der Verein muss die Verantwortlichen aussuchen, die zu ihm passen, und keine Personen, die eine neue Philosophie und ein neues Konzept mitbringen. So verändert sich immer wieder der gesamte Club. Wir müssen etwas entwickeln, mit dem sich alle identifizieren können. Dabei wird es ganz sicher Veränderungen geben. Das hängt auch von wirtschaftlichen Dingen ab. Wir werden all das besprechen, wenn ein neuer Trainer da ist.

… Andre Breitenreiter:

Mir war in der Sache Transparenz sehr wichtig. Daher habe ich Andre Breitenreiter bereits vor dem letzten Saisonspiel über die Entscheidung informiert, weil ich damals bereits wusste, wie meine Entscheidung am Sonntag, wenn ich offiziell im Amt sein würde, ausfallen würde. Mir ging es vor allem darum, dass er sich am Samstag in Hoffenheim nicht vor die Kameras stellen und über Planungen sprechen muss, die er nicht machen kann. Andre Breitenreiter hat sich auch über die offenen Worte bedankt. Es war in erster Linie eine Entscheidung für einen neuen Aufschwung.

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