Coke: Ich war nicht allein, das hat mir geholfen!

Die Nachricht traf die königsblaue Familie im August wie ein Schock: Neuzugang Coke fällt aus. Das Kreuzband. Nach diversen Untersuchungen wurde entschieden, die Verletzung konservativ zu behandeln. Nach dem ersten Teil seiner Reha war der Spanier am Mittwoch (12.10.) nach Gelsenkirchen gereist, um die kommenden Schritte zu besprechen. schalke04.de hat ihn dabei für ein exklusives Interview getroffen.

Coke, die allerwichtigste Frage zuerst: Wie geht’s Ihnen?

Für einen Fußballer ist es immer schwierig, wenn er verletzt ist. Aber mittlerweile geht es mir wieder gut. Die ersten Tage nach der Diagnose waren sehr hart. Ich konnte es erst gar nicht fassen.

Können Sie schon abschätzen, wann Sie das erste Mal wieder mit dem Ball trainieren können?

Ich treffe mich mit unserem Arzt, um die weiteren Schritte meines Aufbauprogramms zu besprechen. Bei einer Kreuzbandverletzung ist leider Geduld gefragt. Ich habe noch einen langen Weg vor mir. Aber ich merke von Tag zu Tag, dass ich Fortschritte mache. Bei der Planung der nächsten Schritte in der Reha kommt es immer darauf an, wie mein Knie auf die Belastungen reagiert und mein Körper sich insgesamt fühlt. Ich bin heiß, aber möchte natürlich auch nichts überstürzen, denn das wäre falsch.

Wie sahen die vergangenen zwei Monate in der Reha aus?

Das war nicht wirklich abwechslungsreich (lacht). Ich habe fast jeden Tag sieben Stunden geschuftet und dabei Stück für Stück die Belastung gesteigert, um wieder Muskelmasse aufzubauen. Denn da habe ich nach der Verletzung natürlich einiges verloren.

Wie haben Sie die bisherigen Auftritte der Mannschaft verfolgt?

Ich habe jedes Spiel zusammen mit meiner Freundin und meiner Familie angeschaut. Es ist gar nicht so einfach, wenn man vor dem Fernseher sitzt und nicht selbst auf dem Platz stehen kann. Ein Fußballer möchte schließlich immer spielen. Die Rolle vor dem TV liegt mir nicht wirklich (lacht).

Hatten Sie in den vergangenen Wochen Kontakt zur Mannschaft?

Viele Spieler und auch der Trainer- und Funktionsstab haben sich immer wieder erkundigt, wie es mir geht. Vor allem mit Franco Di Santo, der ebenso wie ich Spanisch spricht, und Team-Manager Jan-Pieter Martens hatte ich viel Kontakt. Sie haben mich stets auf dem Laufenden gehalten. So war ich trotz der räumlichen Distanz trotzdem ganz nah dran.

Wie haben Ihre Mitspieler reagiert, als Sie nun plötzlich in der Kabine standen?

Sie haben mich sehr herzlich empfangen. Es war ein sehr schönes Gefühl, wieder bei der Mannschaft zu sein.

Ihr Team hat nach der Verletzung mit Ihnen gefühlt und im Trainingslager gemeinsam mit zahlreichen Fans ein Video für Sie aufgenommen. Was haben Sie gedacht, als Sie den vierminütigen Film das erste Mal gesehen haben?

Ich war sehr berührt. Diese Aktion hat mir gezeigt, dass ich in einer ganz schweren Stunde in meiner Karriere nicht allein bin. Ich war gerade einmal ein paar Tage Mitglied dieses großartigen Vereins – und dann das. Das Video hat mir gezeigt, dass Schalke etwas ganz Besonderes ist. Ganz ehrlich, mir fehlen die passenden Worte, um zu beschreiben, was die Botschaften meiner Mitspieler und der Fans in mir ausgelöst haben. Ich habe mir das Video immer und immer wieder angeschaut. Es ist wie eine Medizin.

Sie selbst haben ebenfalls einige Videobotschaften an die Mannschaft und die Fans geschickt.

Ich wollte meinen Mitspielern einfach zeigen, dass ich sie auch unterstütze, auch wenn ich nicht dabei sein kann. Ich bin Teil der Mannschaft.

Gab es Reaktionen?

Viele Fans haben die Videobotschaften kommentiert und mir mitgeteilt, dass sie sich auf mein erstes Spiel freuen. Das ist ein sehr schönes Gefühl. Ich selbst kann es auch kaum abwarten, das erste Mal in der VELTINS-Arena aufzulaufen.

Wie bewerten Sie den Saisonstart?

Im DFB-Pokal und der Europa League läuft es gut. Aber in der Bundesliga war es keine einfache Situation. Fünf Niederlagen in Serie, das tat schon weh. Aber die Mannschaft hat sich mit dem 4:0 gegen Borussia Mönchengladbach befreit. Das war auch gut für den Kopf. Ich hoffe, dass wir aus dem Sieg viel Kraft geschöpft haben und in den kommenden Wochen und Monaten weitere Erfolgserlebnisse einfahren können. Ich glaube an die Jungs und drücke ganz fest die Daumen!

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