Coke: Meine Freundin hat das Tor prophezeit

90 Minuten gespielt und sogar getroffen. Das Comeback von Coke im GAZPROM-Benefizspiel am Donnerstag (23.3.) bei Hannover 96 verlief wie gemalt. Einzig ein Sieg habe zu einem absolut perfekten Tag gefehlt, meint der Rechtsfuß. Auf schalke04.de spricht der Spanier über den Weg zurück auf den Platz, den Treffer beim Comeback und seine Ziele für die kommenden Wochen.

Coke, das Ergebnis in Hannover war ausnahmsweise Nebensache. Alle Schalker haben sich einfach mit Ihnen über das Comeback gefreut. Und dann ist Ihnen auch noch ein Tor gelungen!

Am Morgen vor dem Spiel hat mir meine Freundin prophezeit, dass ich treffen würde. Ich dachte, sie ist ein bisschen verrückt (lacht). Aber sie hatte tatsächlich recht. In Sevilla und auch zuvor bei Rayo Vallecano sind mir auch schon einige Kopfballtreffer gelungen. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, gehe ich mit nach vorne. Und dann stehe ich manchmal halt auch richtig (schmunzelt). Für mich war es ein ganz besonderer Tag. Wichtiger als das Tor ist aber die Tatsache, dass ich 90 Minuten spielen konnte. Schade, dass wir verloren haben. Mit einem Sieg wäre wirklich alles perfekt gewesen. Aber auch so bin ich sehr, sehr glücklich.

Sie durften die Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen. War das geplant?

Ich bin dem Trainer sehr dankbar. Als ich die Binde bekommen habe, war ich zunächst etwas überrascht, aber auch sehr gerührt. Ich habe sie mit Stolz getragen. Es war mir eine Ehre, Kapitän eines so großen Vereins gewesen zu sein.

Ich habe die Kapitänsbinde mit Stolz getragen.

Auf dem Platz haben Sie viel gesprochen. Auch in der Kabine reden Sie mit Ihren Mitspielern. Wie gut ist ihr Deutsch mittlerweile?

Ich verstehe schon eine Menge und lerne weiterhin fleißig die Sprache. Ein bisschen sprechen kann ich es auch schon. Dazu kann ich auch Englisch, die anderen Jungs ebenfalls. Auf dem Platz klappt die Verständigung aber auch mit Gestik und Mimik. Der Fußball hat gewissermaßen eine eigene Sprache.

Das Stadion in Hannover kannten Sie bereits aus der Vergangenheit. Hier debütierten Sie einst für den FC Sevilla in der Europa-League-Qualifikation.

Irgendwie ein netter Zufall, oder? Als wir mit dem Bus angekommen sind, kamen viele Erinnerungen wieder hoch. Das Stadion, der Eingang, das Spielfeld. Es war so, als ob ich erst vor wenigen Tagen hier gewesen wäre.

Was haben Sie in den vergangenen Monaten am meisten vermisst?

Das Gefühl, nach 90 Minuten wieder in die Kabine zu gehen, sich hinzusetzen und mit den Mitspielern zu reden. Diese Atmosphäre hat mir wirklich gefehlt. Nun fühle ich mich wieder als Fußballer, als Mannschaftssportler, als Teil eines großartigen Teams. Das war ich zwar auch schon vorher, aber es war anders.

Ich bin Teil eines großartigen Teams.

Hatten Sie die Verletzung während des Spiels noch im Hinterkopf?

Die Situation war in den vergangenen Monaten nicht einfach. Es war eine sehr harte Zeit für mich, denn es war das erste Mal überhaupt in meiner Karriere, dass ich so lange verletzt war. Und dann auch noch direkt nach dem Wechsel zu einem neuen Verein. Aber das alles liegt nun zum Glück hinter mir. Ich denke nicht mehr daran und blicke positiv in die Zukunft. Ich bin der gesamten medizinischen Abteilung, der Mannschaft, dem Trainerstab und dem Team hinter dem Team sehr dankbar. Sie alle haben mich in den vergangenen Wochen und Monaten begleitet und mir auf meinem Weg zurück auf den Platz geholfen.

Was haben Sie nach dem Spiel in Hannover gemacht?

Ich war einfach nur müde. Aber dafür ich bin sehr glücklich ins Bett gegangen.

Wie geht es nun weiter?

Ich hoffe, dass ich in den kommenden Woche weitere Spiele bestreiten kann. Mein Ziel ist es, der Mannschaft zu helfen. Ich werde in jedem Training hart arbeiten und mich dem Trainer anbieten. Wann ich dann in der Bundesliga spiele, wird Markus Weinzierl entscheiden. Meine Mitspieler haben es zuletzt sehr gut gemacht, wir haben unsere Spiele gewonnen.

Die schwere Zeit ist vorbei. Ich blicke positiv in die Zukunft!

Auf welcher Position würden Sie am liebsten spielen?

Ich bin normalerweise ein Rechtsverteidiger. Aber ich kann auch im rechten Mittelfeld oder auf der Sechs spielen. Da bin ich flexibel. Mir ist es immer wichtig, dass ich der Mannschaft helfe. Und der Trainer hat bei seiner Aufstellung einen Plan. Er setzt die Spieler so ein, wie es am besten zusammenpasst.

Was ist für Schalke in dieser Saison noch möglich?

Die Mannschaft ist gut drauf. Gerade der Einzug ins Viertelfinale der Europa League hat noch einmal neue Kräfte freigesetzt. Das Spiel in Mönchengladbach war sehr gut für den Kopf. Ich bin gespannt, wohin die Reise in Europa geht. Ajax Amsterdam ist zwar ein schwerer Gegner, aber ich bin überzeugt davon, dass wir ihn schlagen können. In der Bundesliga möchten wir in der Tabelle weiter klettern. Die zwei Siege zuletzt gegen Augsburg und Mainz waren für dieses Ziel sehr wichtig.

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