Coke: Wir wollen die Fans glücklich machen

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr zog sich Coke im Trainingslager in Mittersill eine schwere Kreuzbandverletzung zu. Die harte Zeit ohne Fußball ist für den Spanier mittlerweile aber abgehakt, wie er im Interview mit schalke04.de verrät. Zudem spricht der Rechtsfuß über das Innenleben der Mannschaft, Sprachkurse, seinen Landsmann Pablo Insua und die Bedeutung der Fans.

Coke in Mittersill

Coke, hattest du ein mulmiges Gefühl, als du den Platz in Mittersill wieder betreten hast?
Nein, ich habe mich gut gefühlt, auch wenn natürlich zunächst viele Erinnerungen wieder hochgekommen sind. Ich war erst drei oder vier Tage ein Teil des Vereins, und dann das. Die Verletzung hätte ich mir aber auch auf jedem anderen Platz zuziehen können, auch in der VELTINS-Arena. Ich habe das Ganze mittlerweile abgehakt. Denn ich bin jemand, der immer nach vorne schaut.

Nach deinem Comeback im Frühjahr hast du gezeigt, dass du der Mannschaft mit deinen Stärken helfen kannst. Was hast du dir für diese Saison vorgenommen?
Ich habe ein richtig gutes Gefühl. Unser Team ist wirklich gut und arbeitet voller Vorfreude auf das erste Pflichtspiel hin. Im DFB-Pokal in Berlin erwartet uns direkt ein K.o.-Spiel, das wir gewinnen müssen. Mein Ziel ist es, ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft zu werden und auf dem Platz mitzuhelfen, dass wir unseren Ansprüchen gerecht werden.

Welche Ziele habt ihr euch gesteckt?
Ich möchte jetzt keinen konkreten Tabellenplatz nennen. Eines steht aber fest: Wir können uns nicht noch einmal so einen Fehlstart wie im vergangenen Jahr leisten. Null Punkte aus fünf Spielen – da waren die anderen Vereine erst einmal davon gezogen. Wir müssen uns in jedem Spiel aufs Neue konzentrieren. Dass wir nicht international vertreten sind, macht mich traurig. Aber vielleicht kann das in diesem Jahr ein kleiner Vorteil für uns sein, da andere Mannschaften eine höhere Belastung haben. Aber wenn ich ehrlich bin, hätte ich gerne die vielen Englischen Wochen auf mich genommen.

Mit Domenico Tedesco haben wir seit einigen Wochen einen neuen Coach. Was macht sein Training aus?
Er legt viel Wert darauf, dass bei uns die Automatismen stimmen. Das Training ist anstrengend, aber wir machen vieles bei der konditionellen Arbeit mit dem Ball. Wir werden sicherlich etwas brauchen, um all seine Vorstellungen zu verinnerlichen. Aber ich denke, wir sind auf seinem sehr guten Weg. Was mir besonders gut gefällt, ist Domenico Tedescos Offenheit. Er spricht viel mit uns und akzeptiert dabei auch andere Meinungen. Diese Dialoge finde ich wirklich sehr interessant.

Ihr könnt euch sogar auf Spanisch unterhalten …
Der Trainer hat eine große Sprachbegabung. Er erklärt zunächst alles auf Deutsch, streut in seine Anweisungen aber auch immer wieder englische, spanische oder französischen Kommandos ein. So weiß jeder Spieler, was er machen muss. Nichtsdestotrotz muss es aber unser Anspruch sein, dass jeder Deutsch sprechen und verstehen kann.

Wie lernst du die Sprache?
Zum einen mit meinen Mitspielern. Wir haben zwei- oder dreimal in der Woche einen Sprachkurs. Viel habe ich zudem während meiner Reha in Barcelona gelernt. Da hatte ich einen eigenen Sprachlehrer.

Mit Pablo Insua haben wir seit wenigen Wochen einen zweiten Spanier im Kader. Kanntet ihr euch vorher?
Nein. Vielleicht habe ich mit Sevilla mal gegen ihn gespielt. Das weiß ich jetzt gar nicht so genau. Pablo ist ein guter Junge, der zu uns passt. Wir haben ihn gut aufgenommen und ich denke, dass er sich auf Schalke sehr wohlfühlen wird.

Bist du ihm bei der Integration behilflich?
Ja, aber nicht allein. Auch Naldo oder Franco Di Santo kümmern sich um Pablo, da sie ebenfalls Spanisch sprechen. Die anderen Spieler binden ihn ebenfalls in alle Aktivitäten ein. Wir sind eine Mannschaft. Eine große Familie.

Zu dieser Familie zählen auch die Fans. Freust du dich schon auf den Schalke-Tag?
Ich mag die Nähe zu den Fans. Sie leben Schalke. In Mittersill waren auch wieder zahlreiche Anhänger dabei, die uns bei jedem Training und den Spielen unterstützt haben. Sie sind das Wichtigste im Fußball, denn wir spielen für sie und wollen sie glücklich machen.

Gibt es in Spanien auch Fan-Feste?
So etwas wie auf Schalke habe ich in meiner Heimat noch nicht erlebt. 100.000 Fans beim Tag der offenen Tür, das ist unglaublich. Und gleichzeitig auch eine Verpflichtung für uns, eine gute Saison zu spielen.

Tags

Seite teilen

Das könnte dich auch interessieren

Oliver Held

Oliver Held im Kreisel-Interview: Ich wäre der sechste Schütze gewesen

Vor 25 Jahren warf sich Oliver Held in ein königsblaues Abenteuer, das aus dem zuverlässigen Mann in zweiter Reihe einen Eurofighter und Vizemeister machte. Im neuen Schalker Kreisel blickt der 47-Jährige auf sechs unvergessliche Spielzeiten im S04-Trikot zurück.

Nassim Boujellab

Nassim Boujellab im Kreisel-Interview: Unmaskiert

Hinter Nassim Boujellab liegen bewegte Monate. Über sein erstes Profijahr und die eigenen Wurzeln spricht der 21-Jährige im neuen Schalker Kreisel.

Martin Max

Martin Max: Schalke gewinnt, aber Philipp trifft!

Wenn der FC Schalke 04 gegen den FC Augsburg spielt, schlagen stets zwei Herzen in der Brust von Martin Max. Der Grund: Bei den Fuggerstädtern spielt mit Philipp der Sohn des Eurofighters. Im Interview mit schalke04.de spricht der zweimalige Bundesliga-Torschützenkönig über das Duell am Sonntag (24.5.) in der VELTINS-Arena. Weitere Themen des Gesprächs: der Jahrestag des UEFA-Cup-Triumphs, die Situation in der Knappenschmiede und seine aktuellen sportlichen Aktivitäten.

Rabbi Matondo

Rabbi Matondo: Versuche immer, positive Energie auszustrahlen

Es sind ungewohnte Zeiten, aber auch in diesen versucht Rabbi Matondo, seinen Humor nicht zu verlieren. Im Interview mit schalke04.de verrät 19-Jährige, was er aktuell am meisten vermisst, welche Mannschaftskollegen ihn zum Lachen bringen und welche Ziele er für die am Wochenende wiederbeginnende Saison verfolgt.