Felix Platte: Wie hat Schalke gespielt?

Nach anderthalbjähriger Leihe nach Darmstadt und dem Titel bei der U21-Europameisterschaft ist Felix Platte zurück in Gelsenkirchen. Im Interview mit schalke04.de spricht der Stürmer über seine Rückkehr, das Turnier in Polen und einen Reim, den er schon bald nicht mehr hören möchte.

Felix Platte, zunächst noch einmal herzlichen Glückwunsch zum EM-Titel. Hast du die Party nach dem Finalsieg gegen Spanien gut weggesteckt?
Es ist ja bereits etwas Zeit vergangen, also ja (schmunzelt). Wir haben auf jeden Fall ordentlich gefeiert. Auch die Tage nach dem Endspiel habe ich sehr genossen. Das gesamte Turnier war für uns als Mannschaft ein großartiges Erlebnis.

Ohne dich wäre deine Mannschaft nicht ins Endspiel eingezogen. Im Halbfinale gegen England warst du einer der Matchwinner, als du kurz nach deiner Einwechslung zum 2:2 getroffen hast. Wie viele Nachrichten hattest du nach deinem Tor auf deinem Smartphone?
Ich habe irgendwann nicht mehr gezählt, da es so viele waren. Neben zahlreichen Nachrichten waren auch meine Social-Media-Accounts voll. Ich habe mich wahnsinnig über jeden einzelnen Glückwunsch gefreut.

Konntest du in der Nacht nach dem Einzug ins Endspiel überhaupt schlafen?
Nein. Ich habe wirklich keine einzige Minute die Augen schließen können.

Ich bin immer voll motiviert.

Felix Platte

Gibt der Titel dir noch einmal einen zusätzlichen Schub Selbstvertrauen und Motivation für den Start auf Schalke?
Ich bin immer motiviert und will meine selbst gesteckten Ziele verfolgen. Das ist der Anspruch an mich selbst. Ich möchte auf Schalke noch einiges erreichen und werde Gas geben.

Du warst in den vergangenen anderthalb Jahren für den SV Darmstadt 98 am Ball. Was hat dir die Zeit bei den Lilien gebracht?
Alles in allem war es eine tolle Zeit in Darmstadt. Ich habe sehr viel Spielpraxis sammeln können. Das tat gut. Leider war ich wegen einer Hüftverletzung einige Monate außer Gefecht. Sonst wären es vielleicht noch mehr Spiele geworden.

Wie schwer war die Verletzungspause für dich?
Meine Freundin und meine Familie waren immer für mich da, das gleiche gilt für meine besten Freunde. Ohne diese Menschen hätte ich es sicherlich nicht geschafft, mich wieder ran zu kämpfen. Die Zeit hat mir noch einmal verdeutlicht, dass man niemals aufgeben sollte.

Man sollte niemals aufgeben!

Felix Platte

Hattest du während deiner Leihe Kontakt zu deinen alten Mitspielern auf Schalke?
Mit Thilo Kehrer, Donis Avdijaj, Max Meyer oder Alexander Nübel habe ich mich immer wieder ausgetauscht. Mit einigen dieser Jungs war ich damals zusammen im Internat der Knappenschmiede. Da haben sich natürlich Freundschaften entwickelt.

Wie hast du Schalke während deriner Zeit in Darmstadt verfolgt?
Einige Spiele habe ich live in der VELTINS-Arena gesehen. Und wenn Darmstadt und Schalke parallel gespielt haben, war es so, dass ich nach Abpfiff schnell gefragt habe, wie es bei Schalke gelaufen ist. Während der 90 Minuten gehörte mein Fokus aber stets zu 100 Prozent Darmstadt.

Wie war der erste Kontakt mit Domenico Tedesco?
Wir haben während der Europameisterschaft bereits telefoniert. Das war ein sehr angenehmes Gespräch. Er ist ein junger Trainer und weiß, wie Spieler in meinem Alter ticken.

Welche Ziele hast du dir persönlich gesteckt?
Ich möchte natürlich möglichst viel spielen. Dass die Konkurrenz im Angriff groß ist, weiß ich. Aber ich werde jeden Tag hart arbeiten und mein Bestes geben.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns genommen hast. Wobei: eine Frage haben wir noch. Auf Schalke erinnert sich noch immer jeder Fan an deinen Lattentreffer in der Champions League gegen Real Madrid. Wann sprechen die Anhänger über dein erstes Tor für Königsblau?
Ich hoffe, so schnell wie möglich. Denn ich kann es langsam nicht mehr hören (lacht). Es war schließlich ein Fehlschuss. Der Ball ist am Aluminium gelandet, nicht im Tor. Nächstes Mal werde ich etwas besser zielen.

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