Guido Burgstaller: Haben gemerkt, dass im Fußball alles möglich ist

Im Hinspiel leitete Guido Burgstaller mit seinem Treffer zum 1:4 die sensationelle Aufholjagd in einem denkwürdigen Derby ein. Vor dem zweiten Aufeinandertreffen am Sonntag (15.4.) in der heimischen VELTINS-Arena spricht der Österreicher auf schalke04.de über das Duell mit den Schwarz-Gelben. Zudem verrät der Stürmer, dass er sich für Cedric Teuchert gerne an den Herd stellen würde.

Guido, nach sechs Siegen in Serie hat es euch in Hamburg wieder erwischt. Was muss gegen die Schwarz-Gelben besser laufen als zuletzt gegen die Rothosen?
Vieles. Das Schöne im Fußball ist allerdings, dass man jede Woche die Chance hat, sich neu zu beweisen. Wir haben akzeptiert, dass der HSV vor allem in der ersten Hälfte besser war und wir wissen genau, was wir falsch gemacht haben. Jetzt freuen wir uns einfach nur auf das Derby und blicken positiv auf das Spiel.

Kann die Niederlage in Hamburg so etwas wie ein Weckruf zur richtigen Zeit gewesen sein?
Das könnte man so formulieren, muss man aus meiner Sicht aber nicht. Wir müssen in jedem Spiel 100 Prozent geben und an unsere Leistungsgrenze gehen. Sobald wir das nicht schaffen, bekommen wir Probleme. Das war auch der Grund, warum wir gegen die Hamburger verloren haben.

Hat dich das Derbyfieber schon gepackt?
Natürlich, das Derby ist etwas ganz Besonderes! Für die Fans und die Verantwortlichen, aber auch für uns Spieler. Ich bin ja nun auch schon einige Zeit lang hier und glaube verstanden zu haben, worum es in diesem Spiel geht. Bereits Wochen vor dem eigentlichen Spieltermin wird begonnen, über diese Partie zu berichten. Die Anspannung ist schon Tage vor dem Derby sehr groß. Wir bereiten uns akribisch auf den Gegner vor und werden alles raushauen. Die Vorfreude ist riesig.

Die Anspannung ist schon Tage vor dem Derby sehr groß.

Guido Burgstaller

Weißt du noch, wie du dich im Hinspiel während der Halbzeitpause gefühlt hast?
Wir saßen in der Kabine und waren völlig am Boden zerstört. Das war eine schreckliche Situation! Dennoch haben wir uns damals gemeinsam als Mannschaft wieder aufgerafft und schon bei meinem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:4 hat man gespürt, dass wir uns noch längst nicht aufgegeben haben. Nach dem zweiten Tor von Amine Harit haben wir dann auch tatsächlich daran geglaubt, dass wir das Spiel noch drehen können. Als Naldo in der Nachspielzeit den verdienten Ausgleich erzielt hat, war es ein fantastisches Gefühl. Es war ein überragender Moment und wir haben gemerkt, dass im Fußball alles möglich ist und dass man niemals aufgeben darf. Das hat sich bei uns allen in die Köpfe gebrannt und wir werden diese Erfahrung nicht so schnell vergessen. Ich hoffe, wir erzielen am Sonntag einen ähnlich emotionalen Treffer – dann aber zum Sieg!

Welche Lehren habt ihr aus dem Hinspiel gezogen?
In der zweiten Halbzeit haben wir vieles richtig gemacht. Das sollten wir uns nochmal vor Augen führen und uns vornehmen, vor allem die erste Hälfte besser zu bestreiten. Ansonsten ist das Spiel aber abgehakt und wir konzentrieren uns auf die Aufgabe, die vor uns liegt. Die Stimmung in der Mannschaft ist extrem positiv. Wenn wir an die guten Leistungen der vergangenen Monate anknüpfen können, bin ich sehr optimistisch für das Derby.

Cedric Teuchert hat erzählt, er habe gehört, dass man nach einem Tor im Derby in Gelsenkirchen häufig zum Essen eingeladen wird. Kannst du ihm für den Fall der Fälle ein Lokal empfehlen?
Ich habe ihm gesagt, dass er gerne zu mir kommen kann, wenn er gegen die Schwarz-Gelben knipst! Dann koche ich ihm etwas Schönes (lacht).

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