Hasan Kuruçay: Unsere stabile Struktur ist die Grundlage

Am 2. Spieltag zeigte Hasan Kuruçay im Heimspiel gegen Bayern München seine ganze Klasse als Innenverteidiger. Die ganze Mannschaft arbeitete intensiv gegen den Ball, verteidigte leidenschaftlich das zu Null gegen den Double-Sieger und erkämpfte sich einen verdienten Punkt. Persönliche Anerkennung für Kuruçay: Der kicker berief ihn in die „Elf des Tages“. Im Interview mit schalke04.de blickt der 29-Jährige auf die kommende Aufgabe am Freitag (11.9.) beim 1. FC Union Berlin und erklärt den taktischen Ansatz für eine stabile Defensive.

Hasan Kurucay führt den Ball am Fuß.

Hasan, Schalke 04 tritt bereits am Freitagabend beim 1. FC Union Berlin an. Mit welchem Vorhaben reist Ihr an?
Wichtig wird, gut organisiert zu sein. Jeder hat am Samstagabend gegen den FC Bayern gesehen, wie sehr uns eine gute Organisation geholfen hat. Natürlich wird es in Berlin ein anderes Spiel. Aber wir sollten unsere stabile Struktur als Grundlage nehmen. Schon in der vergangenen Saison haben wir viel Trainingsarbeit aufgewendet, um unsere Struktur auf dem Platz für unsere Defensive und Offensive zu nutzen und immer aus dieser Ordnung zu agieren.

Ist das zu Hause manchmal leichter als auswärts?
Wir haben das ja auch in der vergangenen Saison erfolgreich in den Auswärtsspielen hinbekommen. Trotzdem ist, wie ich finde, ein Heimspiel in der Arena für uns immer ein Vorteil. Über 60.000 Schalke-Fans, immer ausverkauft und eine Arena, die immer hinter der Mannschaft steht – das ist eine so wertvolle Unterstützung. Natürlich treffen wir nun auf stärkere Gegner. Das zeigt sich in allem: individuelle Qualität, Erfahrung, auch das Zusammenwirken der Mannschaftsteile, dazu die Breite im Kader bei Einwechslungen. Das Niveau ist in vielen Facetten einfach höher. Umso wichtiger ist für uns die Entwicklung als Mannschaft. Wir wachsen an den Aufgaben. Ich möchte aber noch etwas zum Heimspiel gegen den FC Bayern sagen.

Ja, bitte…
Ich hatte auf dem Platz so häufig eine Gänsehaut. Die ganze Arena hat uns geholfen. Es war so wahnsinnig laut. Und das hat uns gepusht. Es war auch nochmal anders als bei unserem Aufstieg gegen Fortuna Düsseldorf. Für mich als Spieler war das ein unglaubliches Gefühl, das uns in erster Linie unsere Fans beschert haben. Das wissen wir sehr zu schätzen.

Meine Eltern sind aus Odense gekommen und haben zum ersten Mal ein Schalke-Spiel im Stadion gesehen.

Hasan Kuruçay

Du warst auch einmal sehr emotional: Bei Deiner Rettungsaktion gegen Luis Díaz, als Du den Ball noch klären konntest, bist Du sehr aus Dir herausgegangen.
Es war einfach ein ganz besonderes Spiel. Wir haben von Minute zu Minute mehr daran geglaubt, dass wir gegen die Bayern punkten können. Aber das Spiel ist jetzt auch schon wieder vorbei und abgehakt. Wir richten den Blick nach vorne auf Union Berlin. Trotzdem werde ich das Spiel immer in Erinnerung behalten. Meine Eltern sind aus Odense gekommen und haben zum ersten Mal ein Schalke-Spiel im Stadion gesehen. Deswegen war es für uns als Familie auch ein spezieller Abend.

Ihr seid in der Bundesliga wieder zur Grundordnung mit Fünferkette zurückgekehrt, nachdem Ihr in der Aufstiegs-Saison nach der Winterpause lange mit Viererkette gespielt habt. Wie flexibel musst Du als Innenverteidiger sein?
Flexibilität ist das richtige Stichwort. Der moderne Fußball lässt keine starren Systeme zu. Jede Grundordnung ist dynamisch. Wenn ein Sechser für den Aufbau in die Viererkette einrückt, ist es auch eine Fünferkette. Andererseits haben wir auch mit Fünferkette immer wieder Spielsituationen, in denen ein Außenverteidiger hochschiebt und wir dann mit vier Spielern auf einer Linie agieren. Das Spiel ist so schnell und dynamisch, es verlangt dynamische Lösungen. Wir arbeiten in jeder Trainingswoche an unserer Struktur und den Abläufen. Es ist einfach wichtig, dass das jeder verinnerlicht und wir immer intensiv bleiben. So sind wir aufgestiegen: Intensität in der Struktur. Das müssen wir bestmöglich umsetzen. Und so sind wir hoffentlich auch am Freitagabend bei Union Berlin erfolgreich.

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