Leon Goretzka: Habe mich noch nicht entschieden

Wegen einer Muskelverletzung kann Leon Goretzka in Mittersill nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. Im Interview mit schalke04.de spricht der Mittelfeldmann über seine Blessur, den Gewinn des Confed Cups, seine Zukunft und den ersten Eindruck von Domenico Tedesco.

 Leon Goretzka, du kannst aktuell nicht mit der Mannschaft trainieren. Was ist passiert?
Ich habe mir direkt in der zweiten Einheit eine Muskelverletzung zugezogen. Einen kleinen Faserriss, wobei das eigentlich schlimmer klingt als es ist. Die Blessur ist in der Rangordnung ganz unten einzuordnen, also nichts Wildes. Deshalb werde ich nicht lange ausfallen und bin auch in Mittersill geblieben. Hier habe ich alles, was ich brauche. Ich werde schon bald wieder mit der Mannschaft trainieren können.

Wir hatten einfach Bock auf das Turnier und wollten etwas erreichen.

Leon Goretzka

Seit einigen Wochen ziert ein neuer Titel deine Visitenkarte. Du darfst dich nun Confed-Cup-Sieger nennen. Was war das Erfolgsrezept in Russland?
Dem Confed-Cup wurde in Fußball-Deutschland zunächst nicht so eine große Bedeutung zugemessen. Für mich und auch den Rest der Mannschaft war aber von Beginn an klar, dass wir richtig Bock auf dieses Turnier haben. Denn die meisten, dazu zähle auch ich, hatten in ihrer bisherigen Laufbahn noch nicht allzu viele Länderspiele absolviert und waren einfach hungrig, mit dem DFB-Team etwas zu erreichen. Von Spiel zu Spiel, von Erfolg zu Erfolg, wurde die Euphorie in der Heimat dann immer größer. Das war ähnlich wie im Sommer 2016 bei Olympia. Vor dem Endspiel gegen Chile standen wir dann auch etwas unter Zugzwang (lacht). Die U21 hatte mit ihrem Finalsieg bei der Europameisterschaft in Polen vorgelegt, da wollten wir natürlich nachziehen!

Hattest du während des Turniers Kontakt zu deinen beiden Freunden Thilo Kehrer und Max Meyer, die bei der U21 im Einsatz waren?
Na klar. Aber nicht nur zu den beiden Jungs, sondern auch zu vielen anderen Spielern aus der U21. Ich war in der Qualifikation schließlich noch selbst für das Team am Ball und habe meinen Beitrag zur EM-Qualifikation geleistet. Da ist es doch klar, dass mir die Mannschaft sehr am Herzen gelegen hat.

Wenn es etwas zu verkünden gibt, werde ich das auch tun.

Leon Goretzka

Viele Fans haben dir auf deinen Social-Media-Kanälen zum Titel gratuliert. Dabei kam aber auch immer wieder die Frage auf, wie deine Zukunft aussieht, da dein Vertrag am 30. Juni 2018 ausläuft. Hast du schon eine Entscheidung getroffen?
Ganz ehrlich, langsam nervt das Thema schon ein wenig. Wenn es etwas zu verkünden gibt, werde ich das auch tun. Dann werde ich damit nicht warten. Ich tausche mich immer wieder mit meinem Umfeld aus. Mit den Personen, die mir wichtig sind. Aber aktuell habe ich noch nichts entschieden. Ich konzentriere mich momentan auf die neue Saison auf Schalke.

Wie fällt dein Fazit der abgelaufenen Spielzeit aus?
Das vergangene Jahr ist definitiv nicht so gelaufen, wie wir uns das im Vorfeld erhofft und vorgestellt haben. Es ist unsere Aufgabe, es jetzt besser zu machen. Platz zehn kann und darf nicht der Anspruch unseres Vereins sein.

Mit Domenico Tedesco haben wir einen neuen Trainer. Wie gefällt dir seine Arbeit?
Leider habe ich wegen meines Urlaubs nach dem Confed-Cup und der Verletzung erst zweimal unter ihm trainieren können. Der erste Eindruck ist sehr gut. Ich glaube, dass wir fachlich einen sehr guten Trainer gewonnen haben, der einen klaren Plan hat und diesen nicht zuletzt wegen der vielen Sprachen, die er spricht, der Mannschaft auch vermitteln kann. Es ist interessant zu beobachten, wie Domenico Tedesco in den Besprechungen die Sprachen wechselt und so jeden Einzelnen mitnimmt. Das ist sicherlich ein Punkt, der uns helfen wird.

Seite teilen

Das könnte dich auch interessieren

200212_nastasic

Matija Nastasic: 100 Bundesligaspiele für Schalke bedeuten mir sehr viel

In der Partie gegen den SC Paderborn 07 ist Matija Nastasic in den „Club der Hunderter“ aufgestiegen. Im Interview mit schalke04.de spricht der Innenverteidiger über diesen Meilenstein, die kommende Partie gegen Mainz und warum es gut ist, dass der nächste DFB-Pokal-Gegner Bayern München heißt.

200121_serdar

Suat Serdar: Haben eine junge Truppe mit einer vielversprechenden Zukunft

Mit sieben Toren führt Suat Serdar die interne Torschützenliste des FC Schalke 04 an – und muss sich doch ab und zu einen nett gemeinten Spruch von Amine Harit anhören. Im Interview mit schalke04.de spricht der 22-Jährige über seine Torgefahr, die Weiterentwicklung der jungen Schalker Mannschaft und darüber, warum auch im Spiel beim FC Bayern etwas zu holen ist.

Jean-Clair Todibo

Jean-Clair Todibo: Meine Rückennummer ist ein Geschenk für meine Mutter

Die neue königsblaue 21 heißt Jean-Clair Todibo. Einen Tag nach seiner Vertragsunterzeichnung hat sich schalke04.de mit dem französischen U20-Nationalspieler zum Interview getroffen, um mit ihm über die ersten Eindrücke im neuen Umfeld, die Gründe für seinen Wechsel ins Revier, seine Ziele und die Bedeutung seiner Rückennummer zu sprechen.

Amine Harit

Amine Harit im Kreisel-Interview: „Kein Recht mehr auf Fehltritte“

Wie befreit: Amine Harit spielt wieder groß auf und hat beim S04 jüngst ein neues Arbeitspapier unterschrieben. Im Interview im neuen Schalker Kreisel spricht er über schöne, traurige und lehrreiche Momente – und darüber, wie schnell das Leben sich ändern kann.