Markus Schubert: Ich mache mich nicht verrückt

Er ist einer der Spieler, die in den kommenden Wochen im Mittelpunkt stehen werden. Dabei möchte Markus Schubert nur eines: Gute Leistungen bringen und der Mannschaft helfen. Im Interview mit schalke04.de spricht der U21-Nationaltorwart über seine ersten Bundesligaspiele, die anstehenden Aufgaben, seinen Kollegen Alexander Nübel und einen überraschenden Besuch im Trainingslager in Fuente Alamo.

Markus, du hast nach Alexander Nübels Platzverweis am 15. Spieltag gegen Eintracht Frankfurt dein Bundesligadebüt gefeiert. Was ging dir durch den Kopf, als dein Kollege die Rote Karte gesehen hat und klar war, dass du jetzt zwischen die Pfosten musst?
Was genau ich gedacht habe, kann ich gar nicht mehr sagen. Ich war aber ebenso wie in allen anderen Spielen zuvor geistig vorbereitet – denn es kann immer etwas passieren. Gegen Frankfurt ist dann der Zeitpunkt gekommen, an dem es hieß, dass ich jetzt da sein muss. Vor meiner Einwechslung habe ich Simon Henzler noch einige Fragen gestellt, die aber eigentlich sinnlos waren (lacht). Ansonsten war ich aber total fokussiert und habe mir geschworen, dass ich der Mannschaft helfen werde.

Wie viele Textnachrichten und Glückwünsche hattest du nach dem Abpfiff auf deinem Smartphone?
Ich habe nicht gezählt, aber es waren einige. Es war ein schönes Gefühl, dass sich meine Familie, Freunde und Bekannte mit mir über mein Debüt gefreut haben.

In den beiden folgenden Spielen in Wolfsburg und gegen Freiburg hast du auf ganzer Linie überzeugt. Freut dich das positive Feedback des Trainerstabs, der Mitspieler und der Fans?
Es tut natürlich gut, wenn man nach seinen ersten Spielen Lob bekommt. Ich weiß das Ganze aber richtig einzuordnen und hebe jetzt nicht ab, nur weil mir der eine oder andere auf die Schulter geklopft hat. Wenn ich selbst auf die beiden Partien zurückschaue, hätte es tatsächlich sogar etwas besser laufen können. Gerade das Gegentor in Wolfsburg ärgert mich noch immer, da ich nach wie vor der Meinung bin, dass ich in der Situation gefoult wurde. Gegen Freiburg waren es zwei Elfmeter, von denen ich natürlich mindestens einen gerne gehalten hätte. Dann hätten wir gewonnen.

Ich weiß das Lob der vergangenen Wochen richtig einzuordnen und hebe jetzt nicht ab.

Markus Schubert

Alexander Nübel wird im Sommer zu Bayern München wechseln. Hat er dich vor der offiziellen Verkündung über diesen Schritt informiert?
Nein, ich habe auch erst davon erfahren, als die Vereine es öffentlich verkündet haben. Allerdings habe ich auch nicht von Alex erwartet, dass er vorab mit mir über seinen neuen Verein spricht. Ich wusste ja seit zwei Wochen, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird.

Wie ist euer Verhältnis untereinander?
Sehr gut. Wir kannten uns ja bereits vor meinem Wechsel, da wir zusammen in der U21-Nationalmannschaft gespielt haben. Alex ist ein super Typ, gleiches gilt auch für Michael Langer und unseren Torwart-Trainer Simon Henzler, der einen großen Anteil daran hatte, dass ich mich für Schalke entschieden habe. Sein Training ist hervorragend, ich spüre jeden Tag, dass ich besser werde und mich in der Gruppe weiterentwickle.

Aufgrund Alex‘ Sperre wirst du auch gegen Mönchengladbach und in München das Tor hüten. Wie sehr freust du dich auf diese Duelle?
Das sind zwei richtig geile Spiele. Ich habe richtig Lust darauf, diese beiden Aufgaben anzugehen und hoffe, dass wir so viele Punkte wie möglich holen.

Wie geht es nach diesen beiden Partien weiter?
Schalke spielt gegen Hertha BSC (schmunzelt).

Konkreter gefragt: Wer wird gegen die Berliner im Tor stehen?
Das wird man sehen. Darüber mache ich mir aktuell ehrlich gesagt noch überhaupt keine Gedanken. Mein voller Fokus gilt zunächst dem 18. Spieltag.

Du wirkst in Drucksituationen stets recht gelassen und abseits des Platzes sehr bodenständig. Täuscht der Eindruck?
Nein, das ist tatsächlich so. Ich mache mich nicht verrückt, das ist mein Naturell. In jungen Jahren haben meine Eltern mir immer wieder gesagt, dass ich mich nicht verstellen, sondern einfach so sein soll, wie ich bin. Das beherzige ich. Wenn ich eine Rolle spielen oder mich verstellen müsste, würde ich mich nicht wohlfühlen.

Im Sommer wird Ralf Fährmann nach seiner Leihe an Norwich City zum FC Schalke 04 zurückkehren. Kennt ihr euch eigentlich persönlich?
Ich habe ihn kennengelernt, als er vor einiger Zeit seine Reha auf Schalke absolviert hat. Die Chemie zwischen uns hat sofort gestimmt. Der erste Eindruck war überragend. Und er ist ein richtiger Schrank (lacht).

Ralf Fährmann ist ein richtiger Schrank.

Markus Schubert

Du zählst mittlerweile seit etwas mehr als sechs Monaten zum Kader des FC Schalke 04. Wie lange hast du gebraucht, um dich in der Mannschaft und im Verein einzuleben?
Nicht lange. Die Jungs haben mich vom ersten Tag an super aufgenommen. Und eine Wohnung habe ich auch schnell gefunden. Allerdings konnte ich diese nicht sofort beziehen, weshalb ich einige Zeit im Hotel gelebt habe. Als ich dann endlich die eigenen vier Wände beziehen konnte, bin ich endgültig in Gelsenkirchen angekommen.

In Fuente Alamo hat dich U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz besucht. Worüber habt ihr gesprochen?
Dass er nach Spanien kommt, wusste ich vorher nicht. Deshalb war es eine Überraschung für mich. Stefan Kuntz hat sich erkundigt, wie es mir geht, wie meine vergangenen Wochen sportlich waren und wie es allgemein läuft. Zudem haben wir über die anstehenden Aufgaben mit der U21 geredet.

Wie lautet dein Fazit des Trainingslagers?
Wir haben gut gearbeitet. Wegen eines Infekts bin ich zwar einen Tag später eingestiegen, aber den kleinen Rückstand konnte ich schnell aufholen. Die Bedingungen in Spanien waren top, das Hotel war gut. Wir hatten alles, was wir brauchen. Jetzt liegen noch einige Trainingstage vor uns, bevor es gegen Mönchengladbach um die Wurst geht.

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