Michael Langer: Wichtige Rolle, auch wenn ich nicht spiele

Seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag hat Michael Langer vor wenigen Tagen um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Im Interview mit schalke04.de spricht der Schlussmann über die Ausweitung seines Arbeitspapiers, seine Rolle in der Mannschaft, den Wechsel zwischen den Pfosten in der Winterpause und kleine Wettbewerbe im Torwartteam, mit denen hin und wieder ein Abendessen finanziert wird.

Michael, du trägst zwei weitere Jahre das königsblaue Trikot. Wie kam es dazu?
Jochen Schneider ist auf mich zugekommen. Wir haben uns ausgetauscht und waren uns dann auch sehr schnell einig. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich meinen Vertrag verlängert habe und damit weiterhin ein Teil dieses großartigen Vereins sein zu dürfen.

In deiner bisherigen Karriere hast du unter anderem schon in Skandinavien und den USA gespielt. Gab es zuletzt noch andere Optionen für dich?
Es gab schon die eine oder andere lose Anfrage. Aber für mich war immer klar, dass ich als erstes mit Schalke spreche und bleiben möchte.

Was war bislang dein schönster Moment auf Schalke?
Da ist an erster Stelle natürlich die Vizemeisterschaft im Vorjahr zu nennen. Das war schon ein ganz besonderes Erlebnis. Es gab aber auch andere Momente, an die ich mich auch in der Zukunft immer wieder gerne zurückerinnern werde.

Du hast zwei sportlich unterschiedliche Jahre auf Schalke mitgemacht. Auf die Vizemeisterschaft folgte eine Saison, in der vieles nicht rund lief. Wie hast du diese Spielzeit erlebt?
Das Jahr war sehr intensiv und fühlte sich extrem lang an. Für uns alle war es schwierig. Wir haben die sportlichen Erwartungen nicht erfüllt – und deshalb stehen wir in der Tabelle nur auf Rang 14. Nach dem letzten Spieltag müssen wir einen Strich unter diese Saison ziehen und dann analysieren, was falsch gelaufen ist. Und dann greifen wir nächstes Jahr wieder an!

Ich bin sehr stolz darauf, dass ich meinen Vertrag verlängert habe.

Michael Langer

Waren in den Phasen, in denen es nicht gut gelaufen ist, gerade die erfahrenen Spieler wie Sascha Riether und du gefordert?
Auf jeden Fall. Wir beide zählten zwar nicht zur Startelf, haben in unserer Laufbahn bei unterschiedlichen Vereinen aber schon viele Erfahrungen sammeln können und einiges erlebt. Dazu gehörten auch schwere Zeiten, die vor allem die jungen Spieler bislang vielleicht noch nicht kannten. Wenn du als Mannschaft den Ansprüchen des Vereins und der Fans nicht gerecht wirst, die Ergebnisse nicht stimmen, dann nagt das natürlich am Selbstvertrauen. Ich glaube, dass Sascha und ich dem einen oder anderen Mitspieler deshalb schon mit Gesprächen oder vielleicht auch Ratschlägen helfen konnten.

Deine Rolle war zuletzt klar definiert. Wie schwierig ist es, sich jeden Tag im Training aufs Neue zu motivieren, wenn man weiß, dass man am Wochenende mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zum Einsatz kommen wird?
Ich finde das überhaupt nicht schwer. Und ich sehe es auch anders. Jeder Spieler in einer Mannschaft muss seine Prozente dazu beitragen, dass das Team erfolgreich ist. Das versuche ich Tag für Tag. Und ich glaube, das gelingt mir auch ganz gut.

Das sieht auch Torwart-Trainer Simon Henzler so, der dich schon mehrfach als Mentalitätsmonster bezeichnet hat.
Es ist eine Riesenaufgabe, sich jede Woche aufs Neue zu strecken, um auf höchstem Niveau zu trainieren. Und um die anderen Jungs zu unterstützen und zu pushen. Auch das ist eine Aufgabe. Ich identifiziere mich zu 100 Prozent mit Schalke und bin stolz, Teil eines so großen Vereins sein zu dürfen.

Nach der Winterpause hat es zwischen den Pfosten einen Wechsel gegeben. Hat sich in der Chemie untereinander etwas verändert?
Nein, überhaupt nicht. Die Entscheidung hat der Trainer so getroffen, und alle Beteiligten haben das so akzeptiert. Wir haben uns auch danach weiterhin gegenseitig gepusht und uns geholfen. Ralle hat die Situation weltklasse angenommen und sein Ego hintenangestellt. Ich denke, das sagt viel über uns als Torwartteam aus.

Unternehmt ihr Torhüter auch abseits des Platzes häufiger etwas zusammen?
Ja, das machen wir regelmäßig. Mal gehen wir abends gemeinsam etwas essen, mal wird auch der Grill angeschmissen.

Es ist eine Riesenaufgabe, sich jede Woche aufs Neue zu strecken, um auf höchstem Niveau zu trainieren.

Michael Langer

Wer muss dann bezahlen?
Wir haben eine gemeinsame Torwartkasse, in die jeder von uns regelmäßig etwas einzahlt. Nach oder manchmal auch in den Trainingseinheiten gibt es immer mal wieder kleine Wettbewerbe, bei denen der Verlierer einen Fünfer abdrücken muss. Mal ein Torschusswettbewerb, mal Elfmeterschießen.

Hast du schon Pläne für die Zeit nach deiner aktiven Laufbahn geschmiedet?
Zunächst einmal hoffe ich, dass ich noch einige Jahre spielen kann. Bislang bereitet mir mein Körper keine Probleme. Wenn ich die Schuhe dann irgendwann einmal an den berühmten Nagel hänge, möchte ich dem Fußball unbedingt weiter erhalten bleiben. Ob das dann als Torwart-Trainer, als Trainer oder in einer anderen Rolle sein wird, weiß ich noch nicht. Ich werde mich auf jeden Fall weiterbilden und versuchen, in den einen oder anderen Bereich reinzuschnuppern.

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