Nabil Bentaleb: Ein gutes und offenes Gespräch mit dem Coach

Nach einem halben Jahr bei Newcastle United ist Nabil Bentaleb seit wenigen Wochen zurück in Gelsenkirchen. In den Testspielen und den Trainingseinheiten hat der Mittelfeldmann bislang einen guten Eindruck hinterlassen. Im Interview mit schalke04.de spricht der Algerier über einen neuen Anlauf im blau-weißen Trikot, ein offenes Gespräch mit David Wagner sowie seine Ziele für die kommenden Wochen und Monate.

Nabil Bentaleb

Nabil, am Sonntag startest du gemeinsam mit deinen Mitspielern in die Pflichtspiel-Saison. An den Gegner dürftest du gute Erinnerungen haben!
Das stimmt. Auf den 1. FC Schweinfurt 05 sind wir bereits in der ersten Pokal-Runde vor zwei Jahren getroffen. Und wenn ich es richtig auf dem Schirm habe, ist mir dabei unser Führungstor gelungen, oder?

Das ist korrekt. Du hast in der 24. Minute einen Foulelfmeter verwandelt. Beim Schlusspfiff stand es 2:0.
Ich weiß noch, dass es damals ein hartes Stück Arbeit für uns war. Im Pokal sind Vereine aus den unteren Klassen immer besonders heiß und werfen alles in die Waagschale, um die großen Clubs zu ärgern. Doch darauf sind wir vorbereitet: Wir sind hochmotiviert.

Hinter euch liegt eine ungewöhnliche Vorbereitung, unter anderem gab es während des Trainingslagers in Längenfeld eine Covid-19-Infektion im Umfeld der Mannschaft. Wie seid ihr als Mannschaft damit umgegangen?
Die Situation kam unerwartet. Dennoch kann es in Zeiten wie diesen immer passieren, dass sich jemand mit dem Virus infiziert – auch wenn wir alle achtsam sind und uns an sämtliche Verhaltens- und Hygieneregeln halten. Für mich war das Allerwichtigste, dass es dem infizierten Mitglied aus unserem Kreis schnell wieder gut ging, denn die Gesundheit steht über allem. Unsere medizinische Abteilung und auch der Trainerstab sowie das Funktionsteam haben einen hervorragenden Job gemacht. Sie haben die ungewohnte Situation schnell analysiert und die notwendigen Maßnahmen eingeleitet, sodass wir als Mannschaft nach kurzer Unterbrechung wieder trainieren und unsere Vorbereitung auf die neue Saison fortsetzen konnten.

Ich bin ein Typ, der immer heiß auf Fußball ist.

Nabil Bentaleb

Du selbst hast nur den zweiten Teil der Vorbereitung mitgemacht, da du absprachegemäß nach deiner Leihe an Newcastle United und der verlängerten Saison in der Premier League ebenso wie deine Mitspieler ausreichend Urlaub machen solltest. Bist du bereits im Vollbesitz deiner Kräfte?
Ich hatte zwei, drei Wochen frei. Das hat völlig ausgereicht, um die Akkus wieder aufzuladen. Ich bin ein Typ, der immer heiß auf Fußball ist. Die trainings- und spielfreie Zeit mit meiner Familie habe ich dennoch sehr genossen. Denn während der Saison gibt es nur selten die Möglichkeit, durchgehend mehrere Tage gemeinsam am Stück zu verbringen.

Du bist im März des vergangenen Jahres Vater von Zwillingen geworden. Wie sehr hat die Geburt deiner beiden Kinder dein Leben verändert?
Es war ein großartiger Moment. Seither trage nicht mehr nur die Verantwortung für mich, sondern für unsere gesamte Familie. Ich möchte meinen Kindern an jedem einzelnen Tag ein gutes Vorbild sein, die richtigen Werte vorleben und dafür sorgen, dass sie glücklich aufwachsen. Und dass sie stolz auf ihren Vater sein können.

In der Hinserie der vergangenen Saison bist du lediglich in der U23 zum Einsatz gekommen. Nach deiner Leihe an Newcastle United war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass du noch einmal für die Lizenzspielermannschaft des FC Schalke 04 aufläufst. Welche Erwartungen hattest du vor deiner Rückkehr und bist du selbst überrascht, wie gut und schnell du wieder integriert wurdest?
Ich hatte vor einigen Wochen ein sehr gutes und offenes Gespräch mit David Wagner. Der Coach hat gesagt, dass er bezüglich meiner Rückkehr aufgeschlossen ist und sich anschauen wird, wie ich mich auf und neben dem Feld verhalte, wie ich meine Qualitäten in die Mannschaft einbringen kann und wie er mich auf dem Platz einsetzen kann. Und dass ich eine Option für ihn bin, wenn ich die Erwartungen umsetze. Ich habe die Chance, ein wichtiger Teil der Mannschaft zu werden. Und das will ich unbedingt!

Nabil Bentaleb und Benjamin Stambouli

In der Rückrunde warst du für Newcastle United aktiv. Hast du das Geschehen rund um den FC Schalke 04 in dieser Zeit weiterhin verfolgt?
Natürlich. Ich habe Woche für Woche geschaut, wie es läuft und mitgefiebert. Leider waren die Ergebnisse nicht wirklich positiv. Ich hatte im vergangenen halben Jahr auch regelmäßig Kontakt zu einigen Jungs, zum Beispiel zu Benjamin Stambouli oder auch Omar Mascarell.

War die Leihe für dich ein Neustart nach einer schwierigen Zeit? Du musstest Ende August 2019 am Meniskus operiert werden und hast anschließend nur zum Kader der U23 gezählt.
Keine Frage, die Zeit bei Newcastle United tat mir sehr gut. Ich hatte die Chance, mein Können wieder unter Beweis zu stellen und nach der Knieverletzung wieder fit zu werden. Die mehrwöchige Unterbrechung der Premier League aufgrund der Corona-Pandemie hat mir noch einmal zusätzlich Zeit verschafft, um wieder mein gewohntes Level zu erreichen. Im Prinzip hatte ich noch einmal eine zusätzliche Vorbereitung. Ich bin Newcastle United dankbar für die Chance, die der Verein mir gegeben hat. Am Ende habe ich 15 Spiele im zweiten Saisonteil bestritten.

Ich werde an jedem einzelnen Tag mein Bestes geben, damit wir als Mannschaft Erfolg haben!

Nabil Bentaleb

Zuletzt hat der Coach phasenweise Benjamin Stambouli neben dir in der defensiven Mittelfeldzentrale auflaufen lassen. Ist das aus deiner Sicht eine Variante, die auch in der Saison gespielt werden könnte?
Das kann ich mir auf jeden Fall vorstellen. Aber wir haben auch noch einige andere gute Jungs in der Mannschaft, jeder hat seine ganz besonderen Qualitäten. Wer am Ende spielt, entscheidet immer der Trainer. Mich würde des natürlich freuen, an der Seite von Benji aufzulaufen, da wir beide eine ganz besondere Verbindung zueinander haben. Vor vier Jahren sind wir nahezu zeitgleich zum FC Schalke 04 gewechselt, zudem waren wir bereits vorher, bei den Tottenham Hotspur, Mannschaftskameraden. Schon in dieser Zeit ist Benji zu einem guten Freund geworden.

Welche Ziele hast du dir für die kommenden Wochen und Monate gesteckt?
Die vergangene Spielzeit verlief für die Mannschaft nach einer richtig starken Hinserie im zweiten Saisonteil nicht wirklich gut. Ich möchte dazu beitragen, dass wir in diesem Jahr besser abschneiden. Und ich bin davon überzeugt, dass uns das gelingen wird. Das gesamte Team – und damit meine ich nicht nur uns Spieler – investiert täglich viel Arbeit, damit wir erfolgreich sind. Der Trainerstab, das Funktionsteam, die medizinische Abteilung – sie alle machen einen hervorragenden Job.

Gibt es etwas, das du den Fans versprechen kannst?
Auf jeden Fall. Ich werde an jedem einzelnen Tag mein Bestes geben, damit wir als Mannschaft Erfolg haben!

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