Nassim Boujellab: Habe immer an meine Chance geglaubt

Im zweiten Anlauf hat Nassim Boujellab vor wenigen Monaten den Sprung in den Profikader geschafft. Im Interview mit schalke04.de spricht der Mittelfeldmann über seine ersten Monate als Lizenzspieler, seine Lieblingsposition, Unterstützung von Gerald Asamoah und Torsten Fröhling sowie seine neue Rückennummer.

Nassim Boujellab

Nassim, du bist in der abgelaufenen Saison gleich zweimal aufgestiegen: mit deiner Mannschaft, der U23, in die Regionalliga und als Spieler selbst in den Lizenzspielerkader. Viel besser kann ein Jahr nicht laufen, oder?
Für mich persönlich hat tatsächlich vieles optimal gepasst. Leider haben wir in der Bundesliga am Ende nicht allzu gut abgeschnitten. Das wurmt mich doch etwas. Es war für mich das erste Mal überhaupt, dass meine Mannschaft im unteren Drittel der Tabelle stand. Ich hoffe, es bleibt auch das einzige Mal.

Du absolvierst derzeit deine erste Vorbereitung als Profi. Wann hast du gespürt, dass es für ganz oben reichen kann?
In der Rückrunde der zweiten Saison als U19-Spieler habe ich gemerkt, dass es mit dem Sprung in die Bundesliga klappen könnte. Leider ist es mir nicht gelungen, direkt Teil des Lizenzspielerkaders zu werden. Ich habe die Situation aber angenommen, weiter an mich geglaubt und mein Ding in der U23 durchgezogen. In jedem Training und jedem Spiel habe ich alles gegeben. Das ist belohnt worden. Große Unterstützung habe ich vor allem von Team-Manager Gerald Asamoah und U23-Trainer Torsten Fröhling bekommen. Sie haben an mich geglaubt und mir aufgezeigt, dass ich meine Chance bekommen werde.

Dein ursprünglicher Vertrag wäre am 30. Juni ausgelaufen. Wie sah dein Plan aus für den Fall, dass es auf Schalke nicht mit dem Sprung in die Bundesligamannschaft geklappt hätte?
Als ich Anfang April einen Profivertrag unterschrieben habe, ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen. Eine Alternative hatte ich ehrlich gesagt auch noch nicht im Kopf. Ich wollte es einfach auf Schalke schaffen. Der Verein bedeutet mir sehr viel, schließlich spiele ich bereits seit mehr als fünf Jahren hier.

Der Verein bedeutet mir sehr viel.

Nassim Boujellab

Von Huub Stevens, der Königsblau in der Rückserie der abgelaufenen Saison in einer schwierigen Phase übernommen hat, hast du viel positives Feedback erhalten. Welche Reaktionen auf deine Leistungen gab es bislang von David Wagner?
Der Trainer lässt uns jeden Tag spüren, dass er uns vertraut. David Wagner hat eine klare Philosophie, eine klare Spielidee. Huub Stevens hat mir mit auf den Weg gegeben, dass ich in jedem Training zeigen soll, was ich draufhabe. Diesen Ratschlag werde ich beherzigen. Ich hänge mich voll rein und biete mich an. Ob ich am Ende dann spiele, wird der Trainer entscheide.

Kommen manchmal ältere Mitspieler auf dich zu und geben dir Ratschläge?
Ich bin immer dankbar, wenn ich Tipps von erfahrenen Profis bekomme und gehe gerne auch selbst auf meine Mitspieler zu. Benjamin Stambouli und Matija Nastasic beispielsweise sind wichtige Ansprechpartner für mich, auch wenn sie nicht auf meiner Position spielen. Aber sie haben in ihrer Karriere schon viel erlebt.

Auf welcher Position spielst du am liebsten?
Im zentralen Mittelfeld. Ich kann aber auch auf der Acht oder der Sechs spielen, auf den Außenbahnen habe ich auch keine Probleme. Letztlich bin ich froh, wenn ich zum Einsatz komme und der Mannschaft bestmöglich helfen kann.

Wegen einer Sehnenreizung hast du den ersten Teil der Vorbereitung verpasst. Bist du mittlerweile wieder komplett beschwerdefrei?
Teilweise spüre ich noch etwas im Training. Aber im Großen und Ganzen ist alles in Ordnung. Ich kann ohne Probleme probieren.

Ich glaube, jeder Fußballer hat das Ziel, in seiner Mannschaft Stammspieler zu werden.

Nassim Boujellab

Was ging bei dir im Kopf vor, als du realisiert hast, dass du zu solch einem wichtigen Zeitpunkt eine Zwangspause einlegen musst?
Das war ein bitterer Moment. Ich war erst einmal raus und musste mich wieder rantasten. Letztlich muss man die Situation annehmen und das Beste daraus machen.

In der vergangenen Saison bist du mit der 41 auf dem Rücken aufgelaufen, nun trägst du die 16. Warum hast du dich für diese Nummer entschieden?
Die 16 habe ich in der U23 getragen. Dort lief es für mich sehr gut. Nun war sie frei, daher habe ich mich dazu entschieden, die 41 abzugeben.

Hast du dir ein persönliches Saisonziel gesetzt? Unter Huub Stevens bist du im Bundesliga-Endspurt in nahezu jeder Partie zum Einsatz gekommen.
Ich glaube, jeder Fußballer hat das Ziel, in seiner Mannschaft Stammspieler zu werden. Wir haben eine gute Mannschaft, es wird sicherlich nicht einfach. Aber ich glaube an mich und hänge mich voll rein.

Du bist in der Vergangenheit mehrfach für die U23 Marokkos aufgelaufen. Hattest du schon einmal Kontakt zum A-Team?
Ja, ich habe mich schon einmal mit Hervé Renard ausgetauscht. Er war zuletzt Nationaltrainer Marokkos, wurde nach dem Afrika-Cup aber freigestellt. Mal schauen, wer seinen Job nun übernimmt. Ich hoffe, dass ich für den nächsten Lehrgang der Nationalmannschaft eingeladen werde. Das würde mich sehr stolz machen.

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